Norilsk - Gigantes Mortui | |
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| Review von Baterista vom 19.11.2025 (1498 mal gelesen) | |
Als ich im Mai dieses Jahres am Ottawa River stand und auf Gatineau hinüberschaute, hätte ich sicher nicht gedacht, dass ich gut ein halbes Jahr später einer Band aus eben dieser Stadt lauschen würde. Und dass diese Band den Namen einer sibirischen Großstadt trägt, wäre mir dann sicher noch unwahrscheinlicher erschienen. Aber luckily durfte ich in den letzten Tagen den Klängen von NORILSK lauschen und finde, das passt alles ganz prima zusammen. Norilsk, die Stadt, ist die nördlichste Großstadt der Welt, reich an Bodenschätzen, unter widrigsten Umständen erbaut worden und naja - es ist dort richtig kalt. Ein Eisbär ist das Wappentier, weißte Bescheid. Warum schreibe ich das? Weil Kälte und Schwere die Musik der kanadischen Formation NORILSK ebenso durchziehen wie Nebelschwaden und ein Gefühl von Eintönigkeit und Tiefe. Damit meine ich nicht die Eintönigkeit der Musik, sondern gleichförmige Landschaften. Passenderweise gibt es auch in Kanada viel Wald und viel Kälte. Abseits von Rocky und Coast Mountains oder Vancouver Island kann es durchaus etwas eintönig werden. Als ich beispielsweise mit dem Zug von Toronto nach Quebec gereist bin, gab es ganz schön viele und lange Abschnitte, die gefühlt nur aus Wald und Sumpf bestanden. Da hätte das aktuelle Album "Gigantes Mortui" als Soundtrack ganz hervorragend dazu gepasst. Damit komme ich zurück zur Musik, schließlich ist das ja kein Reisebericht. Das erwähnte Album gewährt uns einen Rückblick auf die vergangenen mehr als zehn Jahre des Bandschaffens. Obwohl bei uns bisher kaum bekannt, gibt es NORILSK nämlich bereits seit 2012. Alle Songs sind dazu im Proberaum noch mal neu eingespielt worden. Der Sound wirkt dadurch besonders passend: authentisch und organisch. Ich glaube, mein Lieblingssong auf "Gigantes Mortui" ist 'Potsdam Glo'. Wie auch immer dieser Name entstanden ist. Die Melodien in Kombination mit dem schleppenden Klargesang, der an Sprechgesang erinnert, gefallen mir ausnehmend gut. Ich kann mich aber am Ende gar nicht so richtig auf einen Lieblingssong festlegen, weil jeder der sechs Tracks für sich steht und auf eigene Weise beeindruckt. Ich möchte noch ergänzen, dass der Gesang ansonsten eher rau bis garstig klingt. Nicht, dass hier ein falsches Bild entsteht. Was mir auch sehr gut gefallen hat, ist, dass die Songs einem immer etwas zum Entdecken geben, je mehr man sich einlässt und man sich dadurch in die Musik fallen lassen kann. Fazit: Fast erinnert mich "Gigantes Mortui" an eine Geschichtensammlung. Geschichten voller Melancholie, die berühren und etwas Monumentales und gleichzeitig Karges haben, das noch eine Weile nachwirkt. Ich bin hocherfreut, dass ich mir dieses Album aus dem Reviewpool geschnappt habe. Ist es doch mein Highlight im November und könnte klanglich nicht besser zur Jahreszeit passen. Ich kann es jedem Genre-Freund nur ans Herz legen. Gesamtwertung: 9.0 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 01. Beyond The Horizon 02. Potsdam Glo 03. Ghosts Of Loss 04. Le puits De L’oubli 05. La liberté aux Ailes Brisées 06. No Sacred Ground | Band Website: norilskdoom.com/ Medium: CD, MC, Digital Spieldauer: 39 Minuten VÖ: 07.11.2025 |
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Als ich im Mai dieses Jahres am Ottawa River stand und auf Gatineau hinüberschaute, hätte ich sicher nicht gedacht, dass ich gut ein halbes Jahr später einer Band aus eben dieser Stadt lauschen würde. Und dass diese Band den Namen einer sibirischen Großstadt trägt, wäre mir dann sicher noch unwahrscheinlicher erschienen. Aber luckily durfte ich in den letzten Tagen den Klängen von NORILSK lauschen und finde, das passt alles ganz prima zusammen.
