Miasmata - Subterrania | |
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| Review von Chaosswampchicken vom 18.11.2025 (276 mal gelesen) | |
Das neuseeländische Solo-Blackened-Heavy-Metal-Projekt MIASMATA meldet sich mit seinem zweiten Album "Subterrania" zurück - einem 39-minütigen Abstieg in die Dunkelheit, Schatten und Feuer. Komplett vom Solokünstler selbst komponiert, vereint das Album die eisige Schärfe des Black Metal, die rasante Geschwindigkeit des Thrash Metal und die wuchtige Kraft des klassischen Heavy Metal zu einem stimmigen, fast schon hypnotischen Klangteppich. Auf sechs Tracks peitschen Riffs wie kalte Winde, das Schlagzeug hämmert wie der Herzschlag einer unruhigen Welt, und jede Note wirkt zugleich bewusst gesetzt und ungezähmt. Trotz der kompakten Spielzeit entfaltet sich das Album wie eine düstere Erzählung, die Intensität und Melodie, Chaos und Struktur miteinander verbindet. Momente purer Aggression wechseln sich mit nachklingenden, eindringlichen Passagen ab, die den Hörer zwischen Furcht und Faszination schweben lassen. "Subterrania" ist mehr als nur eine Ansammlung von Liedern - es ist eine Reise in die verschachtelte Unterwelt des Klangs, ein Ort, an dem Dunkelheit zu Rhythmus und Intensität zu Kunst wird. MIASMATA beweist eindrucksvoll, dass ein Solokünstler eine ebenso lebendige, immersive und fesselnde Welt erschaffen kann wie jede Band - ein unerbittliches, berauschendes Erlebnis für alle, die bereit sind, in die Schatten einzutauchen."Subterrania" ist ein Konzeptalbum, das Mythen, existenzielle Ängste und emotionale Extreme miteinander verschränkt. Rasende Wut trifft auf ergreifende, melodische Melancholie, während Multiinstrumentalist Mike Wilson sein Können auf ein neues Level hebt und tiefer denn je in die musikalische Materie eintaucht. Jede Komposition entfaltet sich wie ein Kapitel einer erschütternden, zugleich triumphalen Odyssee, die den Hörer durch Klanglandschaften voller Spannung, Trauer und epischer Dramatik führt. Das Album beweist eindrucksvoll, dass intensive Emotion und technische Präzision Hand in Hand gehen können.MIASMATA: Zwischen Furcht und FaszinationDie Gitarre auf "Subterrania" ist ein Sturm aus Melodie und Kraft. Blitzschnelle, auf- und absteigende Soli treffen auf schwere, punkige Riffs, hymnisch und unaufhaltsam - Musik, die dich die Zähne zusammenbeißen, die Faust ballen und den Kopf zurückwerfen lässt. MIASMATA erschafft einen Sound, der seinesgleichen sucht. Kein Echo von Legenden der Szene, BATHORY, CELTIC CROSS oder auch DISSECTION - stattdessen ein eigenständiges Universum aus rasender Geschwindigkeit à la Venom, dem intensiven Gesang und der packenden Eingängigkeit. Dazu kommen D-Beat-Riffs, Folk-Einsprengsel und Momente roher, ungezähmter Energie. Das Album umfasst sechs Songs, die von der ersten Sekunde an einen düsteren, intensiven Kosmos eröffnen. 'Those Who Cross the Flame' stürmt ohne Vorwarnung auf den Hörer zu: thrashige Riffs, aggressive Black Metal-Gitarren und stellenweise melodische Akzente verschmelzen zu einem kraftvollen Auftakt, während Mikes Gitarrensoli technische Finesse und rohen Ausdruck gleichermaßen demonstrieren. Mit 'Die At The Right Time' steigert sich die Intensität noch weiter: rasante Riffs und ein tödlicher, markerschütternder Gesang treiben die düstere Stimmung voran. Wer nach Genre-Grenzen sucht, wird sie hier kaum finden, denn das Album verschmilzt Black Metal, Thrash und Melodic Death Metal zu einer atmosphärisch dichten Einheit. 'Full Of The Devil' zieht das Tempo zurück, doch die Dunkelheit bleibt präsent. Die langsameren Passagen setzen die aggressiven Elemente noch effektiver in Szene, und das Gitarrenspiel zeigt erneut die technische Meisterschaft Mikes. Bei 'Interloper' trifft rohe Wucht auf Melodik: ein robustes, erschütterndes Riff wird von atmosphärischen Zwischenspielen und gelegentlichen Keyboardklängen ergänzt, die dem Song zusätzliche Tiefe verleihen. Gerade die Keys bringen einen willkommenen Kontrast, der das ohnehin dichte Klangbild noch komplexer macht - ein Stilmittel, das im gesamten Album gerne noch häufiger eingesetzt werden könnte. 'Upon Oppressive Peaks' überzeugt mit einem schnellen, wuchtigen Riff, das von geschickt gesetzten Gitarrenharmonien getragen wird. Trotz der harmonischen Elemente bleibt die Aggression konstant hoch. Den Abschluss bildet der epische Titeltrack - ein 13,5-minütiges Opus. Sanfte Töne eröffnen den Song, bevor ein dichtes, volles Riff die düstere Atmosphäre aufbaut. Der Songfluss ist klar durchdacht, selbstbewusst umgesetzt und zeugt von ambitionierter Songwriting-Qualität. Beeindruckend ist dabei, dass hinter der Band nur eine Person steht - ein Umstand, der Respekt verdient. Musikalisch ist das Album messerscharf, durchdacht und trifft in jedem Moment genau den richtigen Ton. Jeder Song wirkt präzise komponiert, die Arrangements sind stimmig und erzeugen eine dichte, mitreißende Atmosphäre. Auch der Gesang enttäuscht nicht: Die rauen, kratzigen Laute bewegen sich stilistisch zwischen Black Metal der ersten und zweiten Welle und tragen zudem einen leichten Thrash-Einschlag. Besonders hervorzuheben ist die Persönlichkeit der Stimme des Sängers, die sich in jedem Stück leicht verändert und nie monoton klingt. Dadurch entsteht ein sehr lebendiger Ausdruck, der den Songs zusätzlichen Charakter verleiht. Seltene, aber gezielt eingesetzte klare Gesangspassagen fügen sich harmonisch in die düstere Klanglandschaft ein und setzen emotionale Akzente, die das Gesamtbild noch facettenreicher machen. FazitDas Album überzeugt: Musikalisch präzise, abwechslungsreich und kraftvoll, zeigt es die Vielseitigkeit und das Können des Projekts in jedem Song. Der Gesang punktet mit rauer Intensität, Persönlichkeit und gezielt eingesetzten klaren Passagen, die die düstere Atmosphäre perfekt ergänzen. Insgesamt entsteht weitestgehend ein durchdachtes, dichtes Klangbild, das sowohl Black- als auch Thrash Metal-Elemente stimmig vereint und dem Hörer ein intensives, packendes Hörerlebnis bietet. Ein starkes Folgealbum, das gleichermaßen technisches Können und emotionale Wirkung miteinander verbindet. Gesamtwertung: 8.5 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 1. Those Who Cross the Flame 2. Die at the Right Time 3. Full of the Devil 4. Interloper 06:10 5. Upon Oppressive Peaks 6. Subterrania | Band Website: https://miasmata.bandcamp.com Medium: CD, LP, Digital Spieldauer: 38:56 Minuten VÖ: 31.10.2025 |
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Das neuseeländische Solo-Blackened-Heavy-Metal-Projekt MIASMATA meldet sich mit seinem zweiten Album "Subterrania" zurück - einem 39-minütigen Abstieg in die Dunkelheit, Schatten und Feuer. Komplett vom Solokünstler selbst komponiert, vereint das Album die eisige Schärfe des Black Metal, die rasante Geschwindigkeit des Thrash Metal und die wuchtige Kraft des klassischen Heavy Metal zu einem stimmigen, fast schon hypnotischen Klangteppich. Auf sechs Tracks peitschen Riffs wie kalte Winde, das Schlagzeug hämmert wie der Herzschlag einer unruhigen Welt, und jede Note wirkt zugleich bewusst gesetzt und ungezähmt. Trotz der kompakten Spielzeit entfaltet sich das Album wie eine düstere Erzählung, die Intensität und Melodie, Chaos und Struktur miteinander verbindet. Momente purer Aggression wechseln sich mit nachklingenden, eindringlichen Passagen ab, die den Hörer zwischen Furcht und Faszination schweben lassen. "Subterrania" ist mehr als nur eine Ansammlung von Liedern - es ist eine Reise in die verschachtelte Unterwelt des Klangs, ein Ort, an dem Dunkelheit zu Rhythmus und Intensität zu Kunst wird. MIASMATA beweist eindrucksvoll, dass ein Solokünstler eine ebenso lebendige, immersive und fesselnde Welt erschaffen kann wie jede Band - ein unerbittliches, berauschendes Erlebnis für alle, die bereit sind, in die Schatten einzutauchen."Subterrania" ist ein Konzeptalbum, das Mythen, existenzielle Ängste und emotionale Extreme miteinander verschränkt. Rasende Wut trifft auf ergreifende, melodische Melancholie, während Multiinstrumentalist Mike Wilson sein Können auf ein neues Level hebt und tiefer denn je in die musikalische Materie eintaucht. Jede Komposition entfaltet sich wie ein Kapitel einer erschütternden, zugleich triumphalen Odyssee, die den Hörer durch Klanglandschaften voller Spannung, Trauer und epischer Dramatik führt. Das Album beweist eindrucksvoll, dass intensive Emotion und technische Präzision Hand in Hand gehen können.

