Vogelfrey - Make Mittelalter Great Again | |
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| Review von Wulfgar vom 17.11.2025 (336 mal gelesen) | |
In der illustren Runde derjenigen Bands, die "halt so was mit Mittelalter" machen, brauchen sich VOGELFREY wahrlich nicht zu verstecken. Sie bringen konstant gute bis sehr gute Alben heraus und geizen weder mit Ideenreichtum, noch mit Können, oder gar mit dem Willen, auch mal was anders zu machen als andere Bands. So auch auf der nun vorliegenden Scheibe "Make Mittelalter Great Again".Zunächst mal fällt auf, dass das Mittelalter - trotz der markigen Ansage des Albumtitels - gar nicht so sehr im Vordergrund steht wie man meinen könnte. Am ehesten transportieren die Texte diesen Teil der VOGELFREYen Mixtur. Aber in den ersten Songs des Albums (darunter der Titeltrack) gibt es erstmal hauptsächlich Metal und technoide Synthies, sodass man sich schon fragt, ob da aus Versehen ein zwei Songs von ELECTRIC CALLBOY mit reingerutscht sind. Die Songs sind deshalb übrigens keinesfalls schlecht, ganz im Gegenteil! Eine gewisse Verwunderung ob des Ersteindrucks bleibt dennoch bestehen. Auch die Kooperation mit FERRIS MC und die beiden gewöhnungsbedürftigen Coverversionen 'Nein, Mann!' von LASERKRAFT 3D und 'How Much Is The Fish?' von SCOOTER hauen in diese Kerbe. Gerade die letzten beiden Songs wirken auf mich leider ein bisschen aufgesetzt. Dabei können VOGELFREY fantastische Songs schreiben. Wer ein bisschen in der Vergangenheit graben möchte, kann sich zum Beispiel mal "Der Tusch!" vom 2012er-Album "12 Schritte Bis Zum Strick" anhören. Haben die Hamburger Damen und Herren dieses Trademark also gänzlich verloren oder gar bewusst abgelegt? Nein! Haben sie nicht! 'Dr. Met' hat alles, was man sich von VOGELFREY nur wünschen kann. Vom Riffing über die Streicher bis zum fast schon Chanson-artigen Gesang trieft dieser Song nur so vor Originalität und Spielwitz. Genau das ist, was VOGELFREY besser können als irgendeine andere Band in diesen Fahrwassern. Zudem bringt es die unbestrittenen stimmlichen Qualitäten von Sänger Jannik weit besser zur Geltung als monotoner Sprechgesang oder das metallische Reibeisen. Wo wir gerade davon sprechen; die derben Metalkracher gibt es nach wie vor im Repertoire (siehe 'Trollwut') und die funktionieren auch gewohnt gut. Eigentlich habe ich gar nicht so viel an "Make Mittelalter Great Again" auszusetzen, abgesehen von der Überzeugung, dass VOGELFREY in der Lage sind, es besser zu machen. Dass es möglich wäre, einem fantastischen statt einem sehr guten Album zu lauschen. Ich hoffe, die Band sieht mir die paar Punkte Abzug nach und versteht diese Kritik als Ansporn, den eigenen Stärken mehr zu vertrauen. Festzuhalten ist trotz der Kritik, dass man mit dem Album definitiv nichts falsch macht, wenn man den Genres, die bislang zur Sprache kamen, nicht abgeneigt ist. Cheers, euer Wulfgar. Gesamtwertung: 8.5 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 01. Make Mittelalter Great Again (feat. Asenblut) 02. Nein, Mann! (feat. Anni Quinn, Daniel Schmidt, Eve Champagne) 03. Alle sagen das (feat. Ferris MC) 04. Trollwut 05. Nacht Über Leben 06. How Much Is The Fish? 07. Gott Mensch 08. Mittelalter Dance Metal 09. Dr. Met 10. Kloppt Euch Doch (feat. Ingo Hampf) 11. Dunkelheit | Band Website: www.myspace.com/vogelfrey Medium: CD, LP Spieldauer: 43:12 Minuten VÖ: 14.11.2025 |
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In der illustren Runde derjenigen Bands, die "halt so was mit Mittelalter" machen, brauchen sich VOGELFREY wahrlich nicht zu verstecken. Sie bringen konstant gute bis sehr gute Alben heraus und geizen weder mit Ideenreichtum, noch mit Können, oder gar mit dem Willen, auch mal was anders zu machen als andere Bands. So auch auf der nun vorliegenden Scheibe "Make Mittelalter Great Again".

