Struck A Nerve - Struck A Nerve

Review von Damage Case vom 26.11.2025 (458 mal gelesen)
Struck A Nerve - Struck A Nerve Ich weiß gar nicht, wann ich zuletzt ein wirklich gutes Thrash-Album von der Insel gehört habe. Waren es SYLOSIS? Oder EVILE? Wahrscheinlich überkam es mich beim Hören von ONSLAUGHTs "Generation Antichrist", mittlerweile über eine halbe Dekade alt. So steht es also um den englischen Thrash Metal. In diese Tristesse kommen nun die Frischlinge STRUCK A NERVE gestolpert. Zwei ihrer Mitglieder sind Exen von SHRAPNEL, die sich seit Jahren und Alben mit EVILE um den Titel der englischen METALLICA-Soundalikes schlagen. Einer der beiden, Sänger Aarran Tucker und nun Frontschwein und Bassist von STRUCK A NERVE, behauptet im Promo-Info keck, seine neue Band hätte den "härtesten, wildesten und frischesten Thrash Metal abgeliefert, den die Welt seit langem gehört hat". Wohlbemerkt: nicht nur die Insel, nein, die komplette Weltkugel. Das schließt geografisch wie musikalisch ähnlich gelagerte oder auf vergleichbarem Aggressionslevel funkende Kapellen wie POWER TRIP, ENFORCED, LOWEST CREATURE, DEAD HEAT, MAYHEMIC und andere härteste, wildeste und frischeste Thrash Metal-Lieferanten neueren Baujahrs mit ein. Und auch, wenn STRUCK A NERVE neben einer Menge Crossover auch noch Death Metal in ihren Sound einbauen (man achte auf den dezenten Einsatz des HM2-Pedals), so schaffen sie es mit ihrem brachialen Debüt zwar hart auf die Glocke zu hauen und dabei sogar noch durch den sanften Einsatz von Melodien und Tempoverschleppungen das Gefühl Abwechslung zu erzeugen. Aber um die Härtesten unter der Sonne sein zu können, braucht es mehr. Nicht viel, aber nur alleine die genannten Referenzen schwimmen noch (mindestens) drei Armlängen vorneweg. Und auch an der Optik gilt es zu feilen, denn das Cover sieht zwar cool DIY aus, aber für Champions League braucht es ein besseres optisches Branding.

Fazit: Ist "Struck A Nerve" also ein wirklich hartes, wildes und frisches neues Thrash-Album geworden? Teils, teils. Einerseits ja, denn das Album hat geile Riffs, ist wirklich brutal und trotzdem auch abwechslungsreich. Andererseits liefert schon der Name der Band, es handelt sich um den dritten Song des zweiten Albums von MACHINE HEAD, ein Indiz dafür, dass der Härteste der Brutalen sein zu wollen, nicht selten zu einer gewissen Komik führt. Robb Flynn kann davon ein Lied des Scheiterns an seinem eigenen Geschwafel und Gepose in den seligen 1990ern singen. Außerdem, und hier kommt die zweite Parallele zu Oaklands Finest: Wie langweilig wäre es denn, wenn bereits das Debüt ein Jahrhundertklassiker wäre und alle kommenden Langeisen aus der eigenen Feder am Vergleich damit mehr oder weniger kläglich scheitern würden. Auch hiervon weiß Herr Flynn zu berichten. Also STRUCK A NERVE, alles richtig gemacht, indem Ihr Luft nach oben gelassen habt!

Anspieltipps: 'Inside The Torture Fortress' ist ein geiler Thrasher, so einfach ist das manchmal. 'Raining Death' hat eine ordentliche Portion Thrash-Power und legt die Latte für wilden Thrash tatsächlich sehr hoch. Aarran Tucker klingt speziell in diesem Song an einigen Stellen stark nach Chuck Billy! Der Rausschmeißer 'Leviathan Wings' kann einiges, von Föhnfrisur bis grooviger Rasenmäher ist alles dabei. Und irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass die Band in der Mitte der vierten Minuten ins Nachdenken kommt, was die übermächtigen SLAYER wohl an dieser Stelle gemacht hätten, so zu Beginn des Intros von 'Raining Blood' oder nach dem Intro von 'Hell Awaits' - nur um den Song dann doch gesittet per Outro zur Tür herauszubegleiten.

Gesamtwertung: 7.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood dry dry dry
Trackliste Album-Info
01. Nocturnal Terror
02. Struck A Nerve
03. Parade Of Violence
04. Inside The Torture Fortress
05. Raining Death
06. Moon Sniper
07. Last Eyes See All
08. The Knife Scrapes The Bone
09. Leviathan Wings
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 32:22 Minuten
VÖ: 28.11.2025

Besucher-Interaktion

Name:
Kommentar:
(optional)
Meine Bewertung:
(optional)
(Hinweis: IP-Adresse wird intern mitgespeichert; Spam und Verlinkungen sind nicht gestattet)

Artikel über soziale Netzwerke verbreiten