Seraina Telli - Green | |
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| Review von Stormrider vom 08.11.2025 (341 mal gelesen) | |
In Metalkreisen ist SERAINA TELLI vor allem dadurch bekannt, dass sie einst bei BURNING WITCHES sang. Doch seit ihrem Ausstieg und der damit begonnenen Solokarriere ist das eher noch ein wenig Historie denn ihr gelebtes Genre. Vielmehr merkt man der Schweizerin auf "Green" an, dass sie sich mehr und mehr künstlerisch freischwimmen und selbst verwirklichen möchte. Dazu gehört hörbar, dass sie sich keine musikalischen Grenzen auferlegt. Warum auch? Für das verzerrte Gitarren geübte Ohr ist das jedoch in Summe etwas zu viel des Guten. Nun ja, oder zu wenig. Zumindest zu wenig rockig und gitarrenlastig. Der Opener 'Let It All Out' könnte so auch von JENNIFER LOPEZ oder einer der anderen Sing/Tanzgrazien stammen. Auf alle Fälle einfacher Radio-Pop. Das folgende 'Consequences' hat dann zumindest den Drive, den MELISSA ETHERIDGE zu versprühen vermag. Also quasi Akustik-Rock. Davon gibt es auf "Green" noch ein paar mehr Nummern, die in dieselbe Kerbe schlagen. Spätestens beim knackig betitelten 'In Your Face Rock' würde man aber doch etwas mehr Kante erwarten. Kommt aber auch nicht so recht. Neben dem gut umgesetzten BEATLES-Cover 'Get Back' dennoch der wohl rockigste Track des Album. Daneben gibt es viel Balladeskes (zum Beispiel 'Love') und auch viel Singalongs wie in 'Oh Oh, Yeah Yeah' oder dem etwas zu offensichtlichen 'Brown Eyed Boys' mit seinen Nanananas.Man kann SERAINA TELLI nicht vorwerfen, dass sie keine Risiken eingeht, denn am ehesten hätte sie eine treue Fanbasis aufbauen können, wenn sie einfach der Metalgemeinde geliefert hätte, was sie zuvor im Bandkontext abgeliefert hatte. Genau das tut sie nicht. Die Relevanz für unser Magazin dürfte sich aber nun so langsam dem Ende neigen, wenn sie diesen musikalischen Weg weiter bestreitet. Denn neben einer Handvoll guter Riffs und ein paar rockigen Nummern ist das alles eher auf Airplay im Mainstream-Radio getrimmt. Mit einer höheren Blutstropfenbewertung ist es daher schwer. Den Mut sich selbst zu verwirklichen und es sich nicht zu einfach zu machen, den sollte man aber auf jeden Fall honorieren. Gesamtwertung: 6.0 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 01. Let It All Out 02. Consequences 03. 17 04. Home 05. Brown Eyed Boys 06. In Your Face Rock 07. Off 08. Love 09. Gold 10. Get Back 11. Oh Oh, Yeah Yeah 12. Black & White | Band Website: serainatelli.com/ Medium: CD Spieldauer: 41:13 Minuten VÖ: 24.10.2025 |
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In Metalkreisen ist SERAINA TELLI vor allem dadurch bekannt, dass sie einst bei BURNING WITCHES sang. Doch seit ihrem Ausstieg und der damit begonnenen Solokarriere ist das eher noch ein wenig Historie denn ihr gelebtes Genre. Vielmehr merkt man der Schweizerin auf "Green" an, dass sie sich mehr und mehr künstlerisch freischwimmen und selbst verwirklichen möchte. Dazu gehört hörbar, dass sie sich keine musikalischen Grenzen auferlegt. Warum auch? Für das verzerrte Gitarren geübte Ohr ist das jedoch in Summe etwas zu viel des Guten. Nun ja, oder zu wenig. Zumindest zu wenig rockig und gitarrenlastig. Der Opener 'Let It All Out' könnte so auch von JENNIFER LOPEZ oder einer der anderen Sing/Tanzgrazien stammen. Auf alle Fälle einfacher Radio-Pop. Das folgende 'Consequences' hat dann zumindest den Drive, den MELISSA ETHERIDGE zu versprühen vermag. Also quasi Akustik-Rock. Davon gibt es auf "Green" noch ein paar mehr Nummern, die in dieselbe Kerbe schlagen. Spätestens beim knackig betitelten 'In Your Face Rock' würde man aber doch etwas mehr Kante erwarten. Kommt aber auch nicht so recht. Neben dem gut umgesetzten BEATLES-Cover 'Get Back' dennoch der wohl rockigste Track des Album. Daneben gibt es viel Balladeskes (zum Beispiel 'Love') und auch viel Singalongs wie in 'Oh Oh, Yeah Yeah' oder dem etwas zu offensichtlichen 'Brown Eyed Boys' mit seinen Nanananas.

