Flying Circus - The Eternal Moment | |
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| Review von derkleinekolibri vom 07.11.2025 (480 mal gelesen) | |
35 Jahre und kein bisschen leise, so dringt die musikalische Botschaft der Grevenbroicher Formation FLYING CIRCUS aus dem Rock-Underground Deutschlands, die gemäß dem Statement "Wir sind kein Spotify-Playlist-Futter" ihr am 7. November 2025 erscheinendes Album "The Eternal Moment" den hungrigen Progressive Rock-Fans analog (Langspielplatte mit neun Songs) und digital (Compact Disc mit einem zusätzlichen Bonus-Track) kredenzt.Betrachtet man das Coverartwork, wird das bei der älteren Generation Assoziationen zum 1971er Album "Pictures At An Exhibition", dem Meisterwerk von EMERSON, LAKE & PALMER, wecken: So wie damals spielen auch heute Bilder eine wichtige Rolle. Und wie es der Zufall will, so gehörte Progressive Rock ebenfalls zum musikalischen Kern der Engländer. Wer sich mit "The Eternal Moment" eingehend beschäftigen möchte, sollte unbedingt mögliche Störquellen eliminieren: Smartphones und ähnliches überflüssiges Kommunikationsgedöns am besten ausschalten. Wer das nicht tut, dem wird der Zugang zu den neun beziehungsweise zehn Songs mehr als schwerfallen. Die fünf Musiker kleckern nicht, sie klotzen. Mit dem längsten Stück des Longplayers ('A Talk With The Dead') eröffnen sie den progressiven Reigen, der sich auf dem Silberling stattliche 55 Minuten lang hinzieht (das Vinyl ist sechs Minuten kürzer). Keyboard und Gitarre gehen ein Konglomerat musikalischer Finesse ein, dem man unbedingt aufmerksam zuhören muss und sich von nichts ablenken lassen sollte. Die vielen Feinheiten der zehn Lieder zeigen sich erst nach und nach, ein Durchlauf reicht nicht, um die oftmals nur minimal hörbaren filigranen Töne wahrzunehmen, die dem Stück eine ungeheure Präsenz verleihen. Michael Dorps Gesang ist so facettenreich, wie ihn nur wenige Sänger hinbekommen. Genauso vielfältig ist der Aufbau sämtlicher Titel. Es geht von sanft bis rockig, von klassisch bis progressiv, und erklingen Geige und Klavier, möchte man niederknien und sich ehrfürchtig verbeugen. 'What Remains' führt die Kategorie der härteren Stücke an. Ande Roderigo am Schlagzeug treibt die anderen Bandmitglieder unaufhörlich an. Der Song ist so verdammt gut wie 'Father Of Day, Father Of Night' vom 1973er Album "Solar Fire", für das MANFRED MANN'S EARTH BAND sämtliche Register ihres Könnens zogen. Das spacig angehauchte 'Movie Moments' lebt von Flitzefingerattacken des Gitarristen Michael Rick. Des Sängers Stimme ist hier mit etwas abgesenktem Pegel vernehmbar, man könnte es schon fast Flüstern nennen. Das Bonusstück 'The Dancing Stone' setzt dem Album die Krone auf und ist (k)ein (merk)würdiges Finale. Bei all den Lobhudeleien möchte ich dennoch eine Kleinigkeit bemängeln, die allerdings nicht die Qualität der Musik betrifft, sondern die Vermarktung der CD in einem Gatefold Cardboard Sleeve, das aber immerhin ein 12-setiges Booklet beinhaltet. Eine Besonderheit bei der Produktion sollte unbedingt in Form eines leicht gekürzten Zitats Erwähnung finden: "In den traditionsreichen Dierks-Studios mit fünf Musikern gleichzeitig in einem Raum statt im seelenlosen Klickspur-Isolationsmodus aufgenommen ..." Handmade in Germany, sozusagen. Der erste große Schritt zum Verlassen des Undergrounds ist gemacht. Weiter so! Gesamtwertung: 8.0 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 01. A Talk With The Dead 02. Green 03. A Sweet Thing Called Desire 04. And You Run 05. Pilikua Akahai 06. What Remains 07. And You Rest 08. Movie Moments 09. The Time Machine 10. The Dancing Stone (CD Bonus) | Band Website: Medium: CD, LP Spieldauer: 55:01 Minuten VÖ: 07.11.2025 |
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35 Jahre und kein bisschen leise, so dringt die musikalische Botschaft der Grevenbroicher Formation FLYING CIRCUS aus dem Rock-Underground Deutschlands, die gemäß dem Statement "Wir sind kein Spotify-Playlist-Futter" ihr am 7. November 2025 erscheinendes Album "The Eternal Moment" den hungrigen Progressive Rock-Fans analog (Langspielplatte mit neun Songs) und digital (Compact Disc mit einem zusätzlichen Bonus-Track) kredenzt.

