Animalistic - Age Of Furor

Review von Stormrider vom 19.08.2025 (769 mal gelesen)
Animalistic - Age Of Furor Ich habe Respekt vor so ziemlich jeder Band, die ihr ganzes Herzblut, die Energie und die Zeit in die eigene Musik steckt und das dann alles hart im DIY-Style durchzieht. Da gehört eine Menge Leidenschaft dazu und viel Durchhaltevermögen. Umso schwerer fällt es mir dann aber auch zu sagen, dass man vielleicht noch die eine oder andere Stunde mehr wahlweise im Proberaum oder im Studio hätte verbringen können oder sollen. ANIMALISTIC aus Köln sind genau so ein Fall. Ich finde Teile von "Age Of Furor" super, alleine das liebevoll gestaltete Booklet, welches für jeden Song ein passendes Bild liefert ist schon etwas, dass man in dieser Form heute von so mancher Profiband nicht mehr geboten bekommt. Daneben stehen auf der Habenseite auch noch die für eine Eigenproduktion sehr gut klingenden Drums, die organisch tönen und nicht nach Proberaum müffeln. Auch manches Gitarrenriff und Solo wurde mit viel Liebe und Herzblut ausgearbeitet. Hört hierfür zum Beispiel mal in 'Greedy Fools' oder 'Bringer Of The Sword' rein. Klingt instrumental wie ein verschollener NWoBHM-Track. Überhaupt finde ich viele der zehn Songs eher dem klassischen Metal zuzuordnen, insbesondere die Gitarrenarbeit. Wo das Quartett seine selbst genannten aktuellen Einflüsse des Modern Metal wie GOJIRA oder WHILE SHE SLEEPS sieht, ist eher ein Randthema.

Leider gibt es auf "Age Of Furor" auch ein paar Punkte, die man nicht ignorieren kann und an denen ANIMALISTIC noch zu schrauben haben. Das sehr lange und wenig inspirierte Intro ist da noch das kleinste Thema. Denn schon beim ersten Hördurchgang wird klar: Den Vocals fehlt es an Kraft, Eigenständigkeit und Power. Sie können leider weder in der Produktion noch in der Intonation mit dem Rest mithalten. Bei 'Bad Blood' fühlte ich mich (warum auch immer?) bisweilen an den ersten Hit von TOKIO HOTEL erinnert, so jugendlich klingt das. 'Aspirin For Breakfast' ist zwar einer der coolsten Songtitel der letzten Zeit, dem aber leider kein adäquater Song entgegengestellt wird. Die Party, die man damit assoziiert, die bleibt leider ein wenig aus, insbesondere weil man aus dem Titel einen "größeren" Refrain hätte formen müssen.

Mir ist klar, das Budget ist begrenzt, man hat noch nicht so viel Erfahrung im Songwriting und möchte dennoch seine Musik veröffentlichen. So wie es ANIMALISTIC durchgezogen haben, mit dem Ziel am Ende dieses Gefühl eine eigene CD in den Händen zu halten, das ist jeden Hut wert, den ich habe. Man hätte ja auch einfach zwei Tracks auf YouTube stellen können. Daher fällt es mir schwer hier nur 5,5 Blutstropfen zu geben. Für das Booklet vergebe ich die Höchstpunktzahl, für manches Riff auch gute 8, in Summe und wenn man "Age Of Furor" als Ganzes hört, und hier geht es nunmal primär um die Musik, dann ist doch noch vieles zu unausgegoren und reicht nicht, um mit der nationalen oder internationalen Bangerschaft mitzuhalten. Wenn man es zukünftig schafft, die Vocals auf ein knackiges Niveau zu heben und manchen Refrain zum Ohrwurm zu schrauben und die Tracks noch ein wenig mehr auf das Wesentliche zu reduzieren, dann ist da durchaus musikalisches Potenzial vorhanden, was gehoben werden sollte. Support the Underground! Support independent Music! Hört also bitte in den (in meinen Ohren besten Track) 'Greedy Fools' auf den gängigen Plattformen rein!

Gesamtwertung: 5.5 Punkte
blood blood blood blood blood dry dry dry dry dry
Trackliste Album-Info
01. Queen At The Gates
02. Bringer Of The Sword
03. Bad Blood
04. Aspirin For Breakfast (2025 Version)
05. Ballad Of A Broken Youth (2025 Version)
06. Slave To You (2025 Version)
07. Greedy Fools
08. Stay True
09. Last Dance
10. Back Of My Soul
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 48:51 Minuten
VÖ: 00.00.0000

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