Ashes Of Ares - New Messiahs

Review von Stormrider vom 21.07.2025 (1018 mal gelesen)
Ashes Of Ares - New Messiahs Ich gebe es offen zu. Ich bin ein Matt Barlow-Jünger, und das schon seit seinem ICED EARTH-Einstand auf "Burnt Offerings". Der Mann könnte mir ein Telefonbuch vorsingen und ich würde seine Stimme lieben. Dabei war der qualitative Unterschied zwischen dem Songmaterial eines Jon Schaffer und den Tracks die unter dem Banner ASHES OF ARES veröffentlich wurden, jedoch immer hörbar, und ließ sich nicht verhehlen. Nicht, dass die Alben schlecht gewesen wären, nein, insbesondere das Debütalbum hatte Tracks, die auch heute noch regelmäßig in meinem Player laufen ('The Messenger', 'Punishment', 'On Warriors Wings'). Aber die letzten beiden Alben, "Well Of Souls" und "Emperors & Fools" haben mich nicht so wirklich überzeugen können. Daher bin ich neben der Vorfreude auch mit einer gewissen Skepsis an "New Messiahs" herangegangen. Das Intro, 'Novus Ordo', erinnert dann von der Stimmung direkt ein wenig an das Album "Horror Show" und der anschließende Titeltrack geht fast schon als Thrashbrecher durch. Dabei wird aber bereits deutlich, was sich zum Glück über das ganze Album hält. Barlow und sein Gitarrensidekick Freddie Vidales haben an ihrem Songwriting gearbeitet und neben der Härte, die ja schon den Vorgänger definierte, an den Melodien gefeilt. Hier ist sie, diese Mischung aus Eingängigkeit und einem gesunden Schmackes. 'Two Graves' und 'Wake Of Vultures' schlagen in die gleiche Kerbe und dürften jedem Fan des druckvollen amerikanischen Power Metals ziemlich gut in den Nacken gehen. Auch in Sachen Produktion hat man nochmal nachgeschärft und "New Messiahs" kommt fett und wuchtig aus den Kalotten. Während der Bass wie zuvor von Freddie Vidales eingespielt wurde, hat man mit Kyle Taylor einen neuen (Gast-)Drummer an den Kesseln. Die Drums tönen in der Folge nicht ganz so vertrackt wie in der Vergangenheit. Hier hatte Van Williams (Ex-NEVERMORE) mit seinem sehr progressiven Spiel oft ein wenig den Groove für exaltierte Technik rausgenommen. Und so sehr ich ihn auf den Alben mit NEVERMORE geschätzt habe, bei ASHES OF ARES war es mir nicht selten etwas zu viel.

Neben den eher thrashigen (Double Bass) Brechern gibt es aber auch die obligatorischen (Halb-)Balladen, in denen Matt mit seinem Timbre ja seit jeher eine nahezu perfekte Gänsehautstimmung erzeugen kann. Man bekommt also auch als Fan von ruhigen Tracks seine Momente. 'Where You Go' baut sich langsam auf und ist perfekt auf die Stimme zugeschnitten, während 'Keep On Walking' nach ruhigem Beginn noch an Fahrt zulegen kann. Als Überraschungsmoment entpuppt sich hingegen 'And The House Fell Down', welches "New Messiahs" beschließt. Das ELTON JOHN-Cover kommt leicht bluesy daher und entwickelt eine Theatralik, wie sie eher zum TRANS-SIBERIAN ORCHESTRA passen würde. Die Instrumentierung, die mehr auf die Gitarre, denn wie im Original auf das Piano ausgelegt ist, macht aus dem Track eine komplett andere Nummer. Fällt aus dem Rahmen, hat aber durchaus seinen Charme.

Es ist schwer ASHES OF ARES nicht mit ICED EARTH zu vergleichen oder die Verbindung zwischen beiden Bands zu benennen. Zu markant sind die Vocals und zu nah sind manche Gallopping-Riffs an Jon Schaffers Signature-Spiel. Dazu die Stimmung des Albums, das irgendwie an der Ära zwischen "Something Wicked This Way Comes" und "Horror Show" anknüpft. So sehr man Mr. Schaffer (vollkommen zurecht!) politisch verurteilen mag und ihm seine Läuterung vielleicht nicht abnimmt, sein musikalisches Vermächtnis steht davon losgelöst und zeigt im direkten Vergleich, auf welchem Niveau er als Songwriter agiert hat. ASHES OF ARES bleiben daher auch auf ihrem vierten Album eine gelungene Alternative zur früheren Spielwiese der beiden Protagonisten, ohne jedoch in Gänze an die Qualität anknüpfen zu können. Dennoch ist "New Messiahs", gerade im Vergleich zu seinen beiden Vorgängern wieder ein Schritt in die richtige Richtung. Wie eingangs erwähnt, ich liebe die Stimme von Matt Barlow, sie gehört für immer zu meinen Alltime-Faves, daher darf man einen gewissen Fanboy-Bonus bei den Blutstropfen abziehen, wenn man möchte. Für mich aber eine absolute Freude, dieses Timbre wieder auf dem gehobenen Qualitätslevel zu hören!

Gesamtwertung: 8.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Novus Ordo
02. New Messiahs
03. Two Graves
04. Where You Go
05. Wake Of Vultures
06. Infection Deception
07. Atrophy
08. Keep On Walkin'
09. The Hawk And The Dove
10. Lust To Feed
11. From Hell He Rides
12. And The House Fell Down (ELTON JOHN-Cover)
Band Website: www.ashesofares.com
Medium: CD
Spieldauer: 58:50 Minuten
VÖ: 18.07.2025

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