Senpais - By All Means

Review von Opa Steve vom 09.07.2025 (10766 mal gelesen)
Senpais - By All Means SENPAIS? Nie gehört. Aber es wurde Zeit, dass sich das ändert. Die Berliner Newcomer bringen nach zwei EPs nun ihren zweiten Longplayer namens "By All Means" heraus. Den Spagat zwischen Metalcore (den ich überhaupt nicht abkann) und Melodic Death Metal (oft auch ganz dünnes Eis) meistern sie in diesen zehn Songs sehr gut und finden stets festen songwriterischen Halt unter den Füßen. Die hörbare Dominanz gutklassiger Thrash-Einflüsse tut den Titeln sehr gut, auch wenn es zwischendurch immer mal wieder hektische Hasenfick-Gitarren zu Hackepeter-Drums gibt. Aber zum Glück nie zu lange, nie zu ausgelutscht, nie vocaltechnisch zu sehr gewürgt. Im Gegenteil: Die Songs haben alle eine hochklassige Substanz, bieten Abwechslung und überzeugen durch die mega-energische Darbietung. Das ist nicht allein Verdienst ihres Drummers Norman Finke, der eine kraftvolle wie musikalische Vorstellung an den Kesseln abliefert, sondern die ganze Band wirkt unheimlich kompakt und lässt kein Blatt Papier mehr zwischen die einzelnen Sounds des Quartetts. Schon der Opener 'Not Even Close' catcht mit seinem Drive und seinen Melodien so sehr, wie man es sich nur wünschen kann. Tempo ist klar Trumpf, außer es wird mal core-hymnisch wie in 'All Animals Are Equal' oder schleppend wie in 'War Is Peace' und 'Nevermourn'. Der Sound der Scheibe unterstützt den hochgeschraubten Energielevel durch eine gelungene Mischung aus der nötigen Lautheit und Klarheit, wie sie als Kompromiss bei einem extremen Metal-Mastering eben möglich ist. Ü40er und Kenner werden das Intro von 'The Bludgeoning' dem Film "Zwei sind nicht zu bremsen" (1978) mit Bud Spencer und Terrence Hill zuordnen können, was eine überraschend humorige Note in die ansonsten ziemlich gnadenlose akustische Präsentation bringt.

Fazit: Die vier Jungs machen alles richtig - sie kopieren nicht nur ein Genre, um irgendwie hart und modern wie irgendwelche Vorbilder zu klingen, sondern schreiben Songs mit Seele. Dazu begeistert mich dieser stetig hörbare Anspruch, immer möglichst 110% zu geben. Von allen Newcomern in diesem überlaufenen Segment lassen SENPAIS 80% der Konkurrenz hinter sich und kriegen von mir den goldenen Buzzer für den sofortigen Einzug ins Halbfinale. Zehn starke Songs warten darauf, von euch entdeckt zu werden.

Gesamtwertung: 8.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood dry dry
Trackliste Album-Info
01. Not Even Close
02. Hunting Season
03. All Animals Are Equal
04. The Bludgeoning
05. Watch The World Burn
06. Repulse
07. War Is Peace
08. Scarlet
09. W.A.Y.S.B.
10. Nevermourn
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 44:13 Minuten
VÖ: 11.07.2025

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