Lord Vigo - Walk The Shadows | |
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| Review von Stormrider vom 02.07.2025 (11268 mal gelesen) | |
Ok, das kommt nun überraschend! Denn wer LORD VIGO mit doomigen und epischem Metal verbindet, der wird sich mehrfach fragen, ob hier ein Etikettierungsfehler vorliegt. Das, was die Pfälzer bisher als ihren Sound definiert hatten, wird auf "Walk The Shadows" nur noch in Nuancen geboten. Es ist fast schon eine musikalische Häutung, wie sie damals TIAMAT von "Clouds" zu "Wildhoney" vollzogen haben. Denn auch auf diesem Album sind die Synthesizer und die atmosphärischen Keyboards die prägenden Instrumente, während die Metalbasis nicht nur zurückgeschraubt ist, sondern eher ein sparsam eingesetztes Beiwerk. Manche Melodie erinnert noch entfernt an die Epik von früher oder auch ein wenig an ATLANTEAN KODEX, aber der große Teil der sieben Songs (das Intro zählen wir mal nicht mit) ist eher Dark Wave oder Gothic Rock, wie er in den 80ern eine breite Fanbasis hatte. Die SISTERS OF MERCY oder FIELDS OF THE NEPHILIM haben hier merklich ihre Einflüsse platziert. Vieles ist schon so poppig, dass es problemlos im Mainstreamradio laufen könnte. Die Krux an "Walk The Shadows" ist die Erwartungshaltung. Denn, auch wenn LORD VIGO niemals echte Scheuklappenträger waren, das hier ist eben für Fans der bisherigen Alben eine echte Herausforderung. Stellt man sich dieser und lässt nur das Songmaterial wirken, dann muss man attestieren, dass das Album wirklich coole Tracks mit Wiedererkennungswert, Einfallsreichtum und catchy Melodien enthält. Man fängt automatisch an zu tanzen und in Bewegung zu kommen. Die Verbindung zum bisherigen Bandschaffen stellt gefühlt einzig Fronter Vinz Clortho dar, dessen Vocals diesen Wiedererkennungswert haben, wenngleich auch er variabler agiert als zuvor. Man muss LORD VIGO zugestehen, dass dies ein mutiger Schritt, ein mutiges Album ist. Denn nach den beiden Vorgängeralben hatte wohl jeder mit dem dritten Teil der ausgegebenen Trilogie gerechnet. Stattdessen gibt es dieses Album, was nicht in den Konzeptkontext gehört, zum Großteil auf alten Ideen beruht und eben so gar nicht in die Erwartungshaltung passt. Mancher Fan wird sich fragen was das soll und, ob man das epische Doombanner LORD VIGO unbedingt dafür nutzen musste. Kann ich verstehen, wenn man das so sieht. Am Ende kann man sich aber auch einfach über ein Dark Wave / Goth Rock-Album freuen, das eine Menge Spaß macht, wenn man sich darauf einlässt. Gesamtwertung: 8.0 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 01. A Morbid Realm 02. Walk The Shadows 03. Through A Glass Darkly 04. We Shall Not 05. Killing Hearts And Endless Nights 06. Servant Of The Dark 07. The Triumph Of The Killing Heart 08. El Hakim | Band Website: www.facebook.com/LordVigo666 Medium: CD Spieldauer: 47:46 Minuten VÖ: 30.05.2025 |
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Ok, das kommt nun überraschend! Denn wer LORD VIGO mit doomigen und epischem Metal verbindet, der wird sich mehrfach fragen, ob hier ein Etikettierungsfehler vorliegt. Das, was die Pfälzer bisher als ihren Sound definiert hatten, wird auf "Walk The Shadows" nur noch in Nuancen geboten. Es ist fast schon eine musikalische Häutung, wie sie damals TIAMAT von "Clouds" zu "Wildhoney" vollzogen haben. Denn auch auf diesem Album sind die Synthesizer und die atmosphärischen Keyboards die prägenden Instrumente, während die Metalbasis nicht nur zurückgeschraubt ist, sondern eher ein sparsam eingesetztes Beiwerk. Manche Melodie erinnert noch entfernt an die Epik von früher oder auch ein wenig an ATLANTEAN KODEX, aber der große Teil der sieben Songs (das Intro zählen wir mal nicht mit) ist eher Dark Wave oder Gothic Rock, wie er in den 80ern eine breite Fanbasis hatte. Die SISTERS OF MERCY oder FIELDS OF THE NEPHILIM haben hier merklich ihre Einflüsse platziert. Vieles ist schon so poppig, dass es problemlos im Mainstreamradio laufen könnte.

