Dynazty - Game Of Faces | |
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| Review von Stormrider vom 13.02.2025 (19271 mal gelesen) | |
Das letzte Mal, dass ich DYNAZTY zur Review hatte, ist ein paar Jahre her. Okay, fast ein Jahrzehnt, um ehrlich zu sein. Und dass die Schweden schon immer wandelbar waren, habe ich damals schon festgestellt. Dass sie sich allerdings von einem mehr als guten Power Metal-Act zu einer Schlagerkapelle mit Gitarren gewandelt haben, wird mir erst jetzt wirklich bewusst, wo ich "Game Of Faces" ein paar Mal gehört habe. Gefühlt jeder Song auf diesem Album könnte ohne verzerrte Gitarren am Sonntag im ZDF Fernsehgarten laufen. Da hilft es auch nicht, dass man beständig versucht, durch die Gitarren noch eine Pseudohärte aufrechtzuerhalten. Der Titelsong erinnert mich an eine noch tanzbarere Version von EISBRECHER (die ich im Übrigen gar nicht schlecht finde). Die Stimme von Nils Molin mag geschult und tonal unangreifbar sein, dennoch wird sie auf Dauer in ihrer Höhe anstrengend. Dabei ist es nicht das THE DARKNESS'sche Falsett, sondern seine Grundhöhe. Okay, das bleibt natürlich Geschmackssache, welche Vocalhöhen man grundsätzlich als erträglich empfindet. Seine leicht rauchige Note scheint er aber nun gänzlich ad acta gelegt zu haben. Damit kann man aber aufgrund seiner Qualität noch ganz gut leben, da er die Töne trifft und nicht in Schieflage gerät. Was mir aber wirklich etwas die Fussnägel nach oben biegt ist dieser beständige Tanzbeat. 'Die To Survive' klingt wie early HAMMERFALL meets 90s Dancefloor. 'Dark Angel' lehnt sich mitnichten an die Thrash-Großmeister um Gene Hoglan an, sondern startet als Doublebass-Geschoss, nur um in der Strophe wieder eine dicke Käseschicht übergezogen zu bekommen. Schön wäre es auch gewesen, nicht jeden Song auf die Vocals zu fokussieren, sondern den instrumentalen Fundamenten mehr Raum zu geben. Die Krönung des Ganzen wird in meinen Ohren allerdings mit 'Fortune Favors The Brave' erreicht. Eine simple Technomelodie, wie sie nicht einfacher sein könnte, gepaart mit Lyrics, die ebenfalls in ihrer Simplizität kaum zu überbieten sind. Autsch!Ich habe mich wirklich auf die Review dieses Albums gefreut, weil ich DYNAZTY in guter (Power Metal-)Erinnerung hatte. Dass man sich aber mittlerweile doch dermaßen in Banalitäten verliert und seinen Fokus komplett auf die Happymelodien mit übergroßem Keyboard- und Synthiekitsch legt, das hat mich überrascht. Ihr merkt es, dieses Schlagermetallische ist eher anstrengend und ich kann damit nicht mehr wirklich was anfangen. Dagegen wirken SABATON, deren Phrasierung auch immer mal wieder durchschimmert, fast schon wie die hartmetallische Gegenfront. Das liest sich nun alles sehr negativ und ist vermutlich einfach meiner Erwartungshaltung und dem übermäßigen Keyboardeinsatz geschuldet. Wer seine Musik (Metal will ich es dann doch nicht nennen) gerne glattgebügelt und mit einfachsten Singalongs mag, warum nicht!? Handwerklich gibt es an "Game Of Faces" nichts auszusetzen, was auch die Blutstropfenwertung erklärt, und der Erfolg gibt natürlich sowieso der Band recht! Gesamtwertung: 6.0 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 01. Call Of The Night 02. Game Of Faces 03. Devilry Of Ecstasy 04. Die To Survive 05. Fire To Fight 06. Dark Angel 07. Fortune Favors The Brave 08. Sole Survivor 09. Phoenix 10. Dream Of Spring 11. Mystery | Band Website: www.dynazty.com Medium: CD, LP Spieldauer: 42:23 Minuten VÖ: 14.02.2025 |
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Das letzte Mal, dass ich DYNAZTY zur Review hatte, ist ein paar Jahre her. Okay, fast ein Jahrzehnt, um ehrlich zu sein. Und dass die Schweden schon immer wandelbar waren, habe ich damals schon festgestellt. Dass sie sich allerdings von einem mehr als guten Power Metal-Act zu einer Schlagerkapelle mit Gitarren gewandelt haben, wird mir erst jetzt wirklich bewusst, wo ich "Game Of Faces" ein paar Mal gehört habe. Gefühlt jeder Song auf diesem Album könnte ohne verzerrte Gitarren am Sonntag im ZDF Fernsehgarten laufen. Da hilft es auch nicht, dass man beständig versucht, durch die Gitarren noch eine Pseudohärte aufrechtzuerhalten. Der Titelsong erinnert mich an eine noch tanzbarere Version von EISBRECHER (die ich im Übrigen gar nicht schlecht finde). Die Stimme von Nils Molin mag geschult und tonal unangreifbar sein, dennoch wird sie auf Dauer in ihrer Höhe anstrengend. Dabei ist es nicht das THE DARKNESS'sche Falsett, sondern seine Grundhöhe. Okay, das bleibt natürlich Geschmackssache, welche Vocalhöhen man grundsätzlich als erträglich empfindet. Seine leicht rauchige Note scheint er aber nun gänzlich ad acta gelegt zu haben. Damit kann man aber aufgrund seiner Qualität noch ganz gut leben, da er die Töne trifft und nicht in Schieflage gerät. Was mir aber wirklich etwas die Fussnägel nach oben biegt ist dieser beständige Tanzbeat. 'Die To Survive' klingt wie early HAMMERFALL meets 90s Dancefloor. 'Dark Angel' lehnt sich mitnichten an die Thrash-Großmeister um Gene Hoglan an, sondern startet als Doublebass-Geschoss, nur um in der Strophe wieder eine dicke Käseschicht übergezogen zu bekommen. Schön wäre es auch gewesen, nicht jeden Song auf die Vocals zu fokussieren, sondern den instrumentalen Fundamenten mehr Raum zu geben. Die Krönung des Ganzen wird in meinen Ohren allerdings mit 'Fortune Favors The Brave' erreicht. Eine simple Technomelodie, wie sie nicht einfacher sein könnte, gepaart mit Lyrics, die ebenfalls in ihrer Simplizität kaum zu überbieten sind. Autsch!
