The New Mourning - Songs Of Confusion | |
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| Review von Stormrider vom 31.01.2025 (23514 mal gelesen) | |
Der Bandname, THE NEW MOURNING, mit seinem schelmischen Wortspiel gefällt mir ja ausgesprochen gut. Wer aber hier eine Dark Rock oder Gothic-angehauchte Band oder Platte erwartet, der liegt leider gänzlich falsch. Vielmehr bieten die Österreicher vom Stoner beeinflussten Rock, der dem Hörer eine Menge Geduld und Nerven abverlangt. Denn der Albumtitel, "Songs Of Confusion", ist durchaus programmatisch zu verstehen. Mich zumindest hinterlassen die acht Tracks in der Tat etwas confused. Der Opener 'Steal My Smile' gibt sich zunächst als ein Noise-Fuzz-Gebräu aus, welches mit repetitiven Vocals garniert wird, ehe nach drei Minuten auf einmal ein C64-Motiv daherkommt, was mich latent an "Gianna Sisters" erinnert. Schräg! Aber immerhin mit der schönen Aussage: "You cannot steal my smile!". Das folgende 'L.I.C.' beginnt mit locker beschwingten Drums und man fängt direkt an mit dem Bein zu wippen. Und dann passiert: Nix! Zumindest bis zur vierten Minute, nur um dann bei circa 5:30 wieder ein Noise-Irgendwas zu werden. Was mir dieser Track sagen soll? Ich habe auch nach mehrmaligem Hören keine Ahnung. Nun folgt ein angebluester und wieder sehr reduzierter Start, ehe auch 'Ease The Pain' zur Mitte wieder etwas Fahrt aufnimmt. Schon jetzt merkt man, dass sich dieses Muster wiederholt, auch wenn die Tracks in sich unterschiedlich aufgebaut sind. Es beginnt leise, dann passiert eine Weile nichts, dann kommt noch eine neue Facette hinzu.Wer eine kleine Reminiszenz an die frühen NIRVANA zu "Bleach"-Zeiten sucht, der wird mit dem Auftakt zu 'Fight' fündig, leider auch mit dem dazugehörigen Sound, der ein wenig wie ein Demo klingt, so rau bleibt die Produktion. Und wen es jetzt noch überrascht, dass gegen Ende eine dramaturgische Wendung eingebaut wird, der hat zuvor nicht zugehört oder nicht mitgelesen. So könnte ich nun auch noch durch die restlichen vier Songs gehen, würde mich aber dann ähnlich wie THE NEW MOURNING in ihren Songaufbauten wiederholen. Keiner der Tracks bleibt am Ende wirklich hängen oder gar nachhaltig greifbar. Es passiert gefühlt eine Menge durch die unterschiedlichen Einflüsse und Stile, aber dann doch auch wieder nichts, weil sich keine Melodie oder kein Hook dauerhaft festzusetzen vermag. So ist mir auch die Zielgruppe für "Songs Of Confusion" nicht klar, sie dürfte aber bestenfalls im Randbereich unserer Leserschaft zu finden sein. Ich wüsste auch nicht, was ich als Anspieltipp benennen sollte, so verworren ist dieses Song-Sammelsurium. Manche nennen das wohl einfach Kunst. Für mich bleibt da zu wenig hängen. Wer mal was anderes ausprobieren möchte, der testet es aus und kann mir danach gerne schreiben, ob er ebenfalls so confused nach den knapp vierzig Minuten gewesen ist. Gesamtwertung: 5.0 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 01. Steal My Smile 02. L.I.C. 03. Ease The Pain 04. Fight 05. Meaningful Jam 06. Suit You 07. Meaningful Song 08. Night Of Green | Band Website: Medium: CD, digital Spieldauer: 38:59 Minuten VÖ: 17.01.2025 |
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Der Bandname, THE NEW MOURNING, mit seinem schelmischen Wortspiel gefällt mir ja ausgesprochen gut. Wer aber hier eine Dark Rock oder Gothic-angehauchte Band oder Platte erwartet, der liegt leider gänzlich falsch. Vielmehr bieten die Österreicher vom Stoner beeinflussten Rock, der dem Hörer eine Menge Geduld und Nerven abverlangt. Denn der Albumtitel, "Songs Of Confusion", ist durchaus programmatisch zu verstehen. Mich zumindest hinterlassen die acht Tracks in der Tat etwas confused. Der Opener 'Steal My Smile' gibt sich zunächst als ein Noise-Fuzz-Gebräu aus, welches mit repetitiven Vocals garniert wird, ehe nach drei Minuten auf einmal ein C64-Motiv daherkommt, was mich latent an "Gianna Sisters" erinnert. Schräg! Aber immerhin mit der schönen Aussage: "You cannot steal my smile!". Das folgende 'L.I.C.' beginnt mit locker beschwingten Drums und man fängt direkt an mit dem Bein zu wippen. Und dann passiert: Nix! Zumindest bis zur vierten Minute, nur um dann bei circa 5:30 wieder ein Noise-Irgendwas zu werden. Was mir dieser Track sagen soll? Ich habe auch nach mehrmaligem Hören keine Ahnung. Nun folgt ein angebluester und wieder sehr reduzierter Start, ehe auch 'Ease The Pain' zur Mitte wieder etwas Fahrt aufnimmt. Schon jetzt merkt man, dass sich dieses Muster wiederholt, auch wenn die Tracks in sich unterschiedlich aufgebaut sind. Es beginnt leise, dann passiert eine Weile nichts, dann kommt noch eine neue Facette hinzu.
