King Dude - Death

Review von Opa Steve vom 01.10.2022 (512 mal gelesen)
King Dude - Death Nun ist es also da, das letzte KING DUDE-Album namens "Death". Der Lebenszyklus, den Macher Thomas Cowgill schon zum Start des Projekts im Kopf hatte, endet mit der vierten Scheibe, nachdem schon vorher "Love", "Fear" und "Sex" das Motto waren. Die Besetzung hat Thomas zwischenzeitlich wieder zu einem Solo-Projekt geschrumpft und wieder nach einem Konzept komponiert, welches er selbst als "Bedroom Folk" betitelt. Er schrieb intime und persönliche Songs, die irgendwo in der Melange aus Gothic Rock und düsteren Singer/Songwriter-Elementen stehen. Die mäandernden Gitarrenachteln, die zusätzliche Melodien über die Harmonien legen und mit dem Gesang konkurrieren, sind eindeutig in den Indie- und Goth-Einflüssen zu verorten. Andererseits verzichten sie auf Hallteppiche und dicke Chorus-Effekte. Die etwas quängeligen Gitarrensounds klingen "homemade" und dünner beziehungsweise scheppernder als es im aufgeblasenen Gothic Rock der Fall ist. Dies wird auch in Songs wie 'Silver Cord' deutlich. Ansonsten strahlt "Death" zumindest zu Beginn eine ziemliche Lässigkeit aus, was sich neben den Gitarrenmelodien auch aus der entspannten Grabesstimme Thomas' ergibt. Die erste Hälfte des Albums wird daher die Fans des Gothic Rocks sowie des obskureren Indie Folks gleichermaßen begeistern. Als Anspieltipp nenne ich hier mal 'Her Design", welches mit den stärksten Rockvibes nach vorne treibt, ohne die Düsterheit zu vernachlässigen. Gerade in der abgespeckten Produktion klingen solche Songs für das Genre frisch und irgendwie sehr pur. Ab der Mitte wandelt sich allerdings der Charakter der Scheibe. Schon 'Sweet Death' hat Vibratogitarren wie ein Tarantino-Soundtrack, eine staubige Western-Atmosphäre und dazu eine Nick Cave'sche Melancholie. Klingt immer noch cool, aber es geht dann schrittweise wirklich immer mehr in die Richtung, was ich selbst unter dem Begriff "Bedroom Folk" verstehen würde. 'Out Of View' wirft in seinen abgespaceten Sounds die Rockelemente völlig über Bord. Melancholischer und mehrstimmiger Gesang trägt 'Black And Blue' und das Balladeske und Unplugged-Sounds überwiegen immer mehr. Spätestens beim klavierbegleiteten Rausschmeißer 'Lay Waste To The Human Race' zuckt mein Finger dann stark in Richtung Stop-Taste. Leider hat man wirklich das Gefühl, dass im letzten Drittel das Album seine letzte Luft aushaucht wie ein Luftballon zwei Tage nach der Party. Schade, dabei war der Anfang doch so vielversprechend. So endet das Kapitel KING DUDE leider wirklich mit Bedroom Folk, aber nicht mit einem Knall.

Gesamtwertung: 6.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Death's Theme
02. O' Darkness
03. Her Design
04. Silver Cord
05. Everybody Goes To Heaven
06. Sweet Death
07. Cast No Reflection
08. Out Of View
09. Black And Blue
10. Pray For Nuclear War
11. Lay Waste To The Human Race
Band Website: www.facebook.com/kingdudemusic
Medium: CD
Spieldauer: 40:25 Minuten
VÖ: 16.09.2022

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