Dynazty - Final Advent

Review von derkleinekolibri vom 26.09.2022 (1202 mal gelesen)
Dynazty - Final Advent In Schweden sagt man "kontinuitet" und meint damit dasselbe wie in der deutschen Sprache, schreibt es nur ein wenig anders. DYNAZTY ist eine jener Bands, die kontinuierlich für ihre Fans arbeiten und seit 2009 in einem regelmäßigen Abstand von zwei Jahren neue Alben veröffentlichen (einzige Ausnahme sind die Werke von 2011 und 2012, da lag nur ein Jahr dazwischen). Das nun vorliegende achte Album "Final Advent" ist in der CD-Version knapp 42 Minuten und in der Vinyl-Version etwas mehr als 46 Minuten lang. Freunde des Vinyls dürfen sich über den zusätzlichen Song 'Symphony Of Tragedy' freuen. Warum man sich dazu entschloss, das Stück auf dem Silberling wegzulassen, kann ich nicht nachvollziehen.

Die "kreativitet" des Quintetts hat auch während der letzten beiden Jahre nicht gelitten. Die zehn (beziehungsweise elf) Songs strotzen vor musikalischer Abwechslung, eines ist ihnen aber gemein: eine Spielfreude, die man auf jedem ihrer älteren Longplayer ebenfalls feststellen konnte. Hier hat ein eingespieltes Team die Erfahrung der letzten Jahre umgesetzt und mit "Final Advent" ein Produkt geschaffen, dass dem Hörer mehr als einmal ein Lächeln auf die Lippen zaubert und bei ganz empfindsamen Menschen sogar deren Härchen eine Erektion verschafft.

Verdutzt dürfte wohl jeder dreinblicken, der sich das Album zum ersten Mal zu Gemüte führt. Bis zum sechsten Stück reiht sich ein Modern Melodic Metal-Song an den nächsten. Also erwartet der Durchschnittsmensch das auch vom siebenten Stück 'Instinct'. Doch - man glaubt es kaum: Plötzlich ertönt am Anfang ein Gitarrenspiel, das dem von RAMMSTEIN derart ähnelt, dass es eventuell sogar eins zu eins kopiert wurde. Aber keine Bange, das bleibt die einzige Stelle, an der man den Pfad der vorherrschenden Musikrichtung für einen kurzen Moment verlassen hat.

Seit ihrem 2018er Album "Firesign" sind DYNAZTY melodischer geworden. "The Dark Delight" aus 2020 zeigt diesen Wandel ebenfalls und bei "Final Advent" ist die Metamorphose zur Gänze vollzogen. Die frühere raue Gangart des Hard Rocks hat die Combo hinter sich gelassen. Interessant dürfte das für Liveauftritte sein, denn dank ihrer abwechslungsreichen Diskographie werden sie vermutlich ganz unterschiedliche Musikfreunde in die Clubs und Arenen locken. Diese dann auch zu bespaßen, wird definitiv gelingen.

Sänger Nils Molin sagt zu den Texten: "Jeder Song hat einen individuellen Text. Bei manchen handelt es sich um Kurzgeschichten, andere sollen klare Botschaften vermitteln." Der oben bereits beschriebene Wandel findet sich auch in drei Stücken wieder, welche zu einer Trilogie gehören, die mit dem Song 'The Grey' 2018 begann, mit 'The Black' 2020 fortgeführt wurde und schließlich mit 'The White' auf dem aktuellen Album endet.

Produziert wurde "Final Advent" überwiegend in Stockholm, das Schlagzeug wurde in Dänemark eingespielt. Das Cover-Artwork, das seine Wirkung besonders auf dem Vinyl zur Geltung bringt, stammt vom Brasilianer Gustavo Sazes, der schon für namhafte Bands wie BRITISH LION, FIREWIND, ICED EARTH und KAMELOT tätig war. Nicht zu vergessen AMARANTHE, die zweite Band des DYNAZTY-Sängers.

Mein Anspieltipp: 'Advent'.

Gesamtwertung: 8.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Power Of Will
02. Yours
03. Advent
04. Natural Born Killer
05. All The Devils Are Here
06. The White
07. Instinct
08. Heart Of Darkness
09. Achilles Heel
10. Power Of Now
11. Symphony Of Tragedy (nur auf Vinyl)
Band Website: www.dynazty.com
Medium: CD, LP
Spieldauer: 41:42 Minuten
VÖ: 26.08.2022

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