Edenbridge - Shangri-La

Review von Metal Guru vom 05.09.2022 (499 mal gelesen)
Edenbridge - Shangri-La EDENBRIDGE kommen aus Österreich und sind seit Gründung im Jahre 1998 genau genommen das Lebens- und Liebespaar Sabine Edelsbacher (Stimmen) und Arne "Lanvall" Stockhammer (Chor-/Orchester-Arrangements, dicke/dünne Saiten, Kompositionen/Texte, Produktion/Programmierung, schwarze/weiße Tasten und so weiter und so weiter). Mit anderen Worten: Der eine macht außer Gesang und Schlagzeug ALLES, die andere singt NUR - oder so ähnlich. Wären da nicht die viiieeelen temporären Mitmusikanten, teilweise nur als "Gast", für ein/zwei Platten oder zwei/drei Touren. Glorreiche Ausnahme: Dominic Sebastian (auch SHADOWS' GREY und THIRDMOON - Gitarre) - DER überquerte bereits 2008 die edene Brücke und ist noch immer nicht rausgeflogen (worden) - also, aus dem Garten Eden (keine Ahnung, wie man neben einem Alpha-Tier wie Lanvall sooo lange co-existieren kann). Na, und dann sind da ja noch Neu-BRIDGEr Steve Hall (Bass seit 2021) und Johannes Jungreitmeier (auch BEREAVEMENT, THIRDMOON und WOODTEMPLE - Schlagwerk seit 2016). DER gerbt übrigens nicht nur Bleche/schmiedet nicht nur Felle, sondern zeichnet seit Rekrutierung auch für's EDENBRIDGE-Artwork verantwortlich. Keine schlechte Idee: EINE Person für EINEN Job anheuern/bezahlen, letztlich aber ZWEI machen lassen ...

"Shangri-La" nennt sich das mittlerweile 11. Studio-Album der Symphonic-Metaller aus FALCOs Lieblingsland. Das Werk besteht aus neun neuen Stücken in 57 Minuten und 58 Sekunden, wobei Track No. 1 (= 'At First Light') bzw. Track No. 9 (= 'The Bonding, Pt. 2') nicht nur als konzeptioneller "Rahmen" fungieren, sondern mit 08:03 bzw. 16:08 auch die mit Abstand längsten Stücke der Scheibe sind. Dazwischen machen EDENBRIDGE, was sie am besten können: fesselnde Chor-/packende Orchester-Parts, mal durige Harmonien/meist mollige Melodien, rassige Refrains/strikte Strophen und stets stimmige (weder technisch-totschlagende noch übertrieben-virtuose Gitarren-)Soli. Was sie NICHT am besten können, überlassen sie anderen (Gast-)Muckern wie zum Beispiel dem Flötisten des NDR-Rundfunkorchesters Daniel Tomann-Eickhoff. DER liefert für die Kuschel-Ballade ‚Savage Land’ ein (Zitat Produktbeschreibung) "... wahnwitziges JETHRO TULL-mäßiges Querflötensolo ab". Hm, was die Produktbeschreibung vollmundig verspricht, hält die Realität NICHT ansatzweise (JETHRO TULL-Mastermind Ian Anderson würde sich im Bett umdrehen und weiterschnarchen). Oder ein gewisser Erik Martensson (auch ECLIPSE und W.E.T.): Hat bereits 2013 auf 'The Bonding, Pt. 1' mit Sabine im Duett gesungen und singt auch 2022 auf 'At First Light' UND 'The Bonding, Pt. 2' mit Sabine im Duett: gestern gut/treffsicher/überzeugend, heute gut/treffsicher/überzeugend! Ansonsten machen die auffällig häufigen Chor- und vielen Orchester-Parts "Shangri-La" zu einem ziemlich reifen Gesamt(kunst)werk.

Audio: Karl Groom (of THRESHOLD-Fame) und Lanvall haben - wie seit 15 Jahren immer wieder - gemeinsam gemischt, diesmal allerdings "online", soll heißen: Der eine hockte in England am PC, der andere saß in Österreich am Rechner, und zusammen haben sie - quasi in "Real Time" - gedreht und gedrückt, gepitcht und getunt, geschoben und geschraubt. Ergebnis: EDENBRIDGEs "Shangri-La" klingt - und DAS ist weder Lob noch Kritik, sondern rein subjektive Empfindung - extrem nach THRESHOLD: ausgewogen/gleichberechtigt, fehlerlos/hifi, sauber/trocken. Wären da nicht Sabines Gesang und diese wirklich beeindruckenden Chöre - DIE (und natürlich Lanvalls Kompositionen) unterscheiden EDENBRIDGE nicht nur von Karl Grooms derzeit inaktiver Stamm-Kapelle, sondern quasi auch von allen anderen angesagten Symphonic-/Melodic-/Female-Fronted-Bands. Wie sinnierte Herr Stockhammer einst sinngemäß in einem Interview (Zitat): "... meine Kompositionen haben mehr mit BRUCKNER als mit HETFIELD gemein" - wohl wahr! Drei Videos zu drei Singles wurden bisher gedreht: 'Somewhere Else But Here' (14. März 2022) als "Lyric-Video", der Quasi-Titelsong 'The Road To Shangri-La' (20. Mai 2022) als kombiniertes "Lyric/Performance-Video" und die Hauptsingle 'The Call Of Eden' (Ende Juli 2022) als offizieller Videoclip. Also, ich würde mal sagen: Wer kann, der/die/das kann, oder?

Gesamtwertung: 8.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. At First Light (08:03)
02. The Call Of Eden (03:49)
03. Hall Of Shame (05:00)
04. Savage Land (04:33)
05. Somewhere Else But Here (04:27)
06. Freedom Is A Roof Made Of Stars (05:51)
07. Arcadia (The Great Escape) (05:11)
08. The Road To Shangri-La (04:56)
09. The Bonding (Pt.2) (16:08)
Band Website: www.edenbridge.org/de/
Medium: CD
Spieldauer: 57:58 Minuten
VÖ: 26.08.2022

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