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Feuerschwanz - Memento Mori

Review von Elvis vom 08.02.2022 (1357 mal gelesen)
Feuerschwanz - Memento Mori FEUERSCHWANZ haben nach mittlerweile 18 Jahren Bandhistorie in wechselnden Geschichten eine stetige Erfolgsstory hingelegt. Bereits eineinhalb Jahre nach dem erfolgreichen ersten Album für Napalm Records, "Das Elfte Gebot", mit dem es auf Platz 3 der Charts ging, erschien Ende 2021 mit "Memento Mori" jetzt schon das insgesamt zehnte Studio-Album.

Wer FEUERSCHWANZ noch aus den Anfängen als Comedy-Mittelalter-Rocker kennt, wird dabei mittlerweile vermutlich etwas überrascht. Bierernst wie manche Kollegen im Genre nehmen die Erlanger sich weiterhin zwar nicht, doch ist der Comedy-Faktor sehr stark zurückgenommen worden. Stattdessen geht es deutlich mehr in den regulären Folk-Bereich und vornehmlich um Schlachten und deren Vor- und Nachbereitung. Musikalisch ist die Beschreibung als klare Fortsetzung des Kurses von "Das Elfte Gebot" treffend, denn die Metal-Anleihen, die FEUERSCHWANZ mittlerweile durch die Bank fahren, sind definitiv nicht zu überhören. Meines Erachtens tut dies dem Gesamtergebnis wirklich gut, denn die elf Songs können sich wirklich hören lassen. Weitestgehend - bis 'Das Herz Eines Drachen', der einzigen Ballade - drücken FEUERSCHWANZ auf die Tube und rocken auch mit einigen Chorgesängen heldenhaft durch die knapp 39 Minuten, die das Album wie im Flug vergehen lassen. Melodie und ein gewisses Pathos sind natürlich weiterhin stets am Start, aber das gehört eben dazu.

Kritisieren darf man insofern durchaus die eher kurze Spielzeit, die aber eben wirklich sehr unterhaltsam ist. Richtig charmant wird das Album daher aber erst in der Deluxe Edition, die neben einer CD mit den kompletten Instrumentalversionen der Songs auch wieder eine CD mit sieben Coverversionen bietet. Letztere nennt sich diesmal "Die Glorreichen Sieben" und bietet ein wirklich sehr eigenwilliges Spektrum an Covern. Angefangen mit einem interessanten Cover des Hits 'Blinding Lights' von THE WEEKND gibt es als zweiten Track das tatsächlich gut gelungene MANOWAR-Cover 'Warriors Of The World United', bei dem auch diverse Kolleginnen und Kollegen aus der Mittelalter-Szene dabei sind. 'Twilight Of The Thunder God' von AMON AMARTH ist ebenfalls nicht schlecht umgesetzt. Etws skurriler wird es mit 'The Bad Touch' von der BLOODHOUND GANG, bevor es richtig ungewöhnlich mit 'Dragostea Din Tei' von O-ZONE wird, einem wirklich lupenreinen Popsong. Der funktioniert aber auch von FEUERSCHWANZ gut. 'Square Hammer' von GHOST funktioniert ebenfalls nicht schlecht und mit 'Der Graf' von DIE ÄRZTE ist auch noch ein nettes deutsches Cover dabei. Unterm Strich wertet die Deluxe Edition damit das eher kurze Album deutlich auf und kann daher nur empfohlen werden.

Mir persönlich gefällt der neuere Kurs von FEUERSCHWANZ deutlich besser als die Anfänge und offenbar kommt er gut an, denn "Memento Mori" ging tatsächlich nur gleich von Null auf Platz 1 der Charts. Der härtere, weniger lustige Klang ist tut der Band gut und wird sicherlich nur noch mehr Leute musikalisch abholen. Klar, wer den Camp-Faktor des folkigen Mittelalter-Bereichs nicht abkann, der wird hier sicherlich nicht glücklich werden. Wer darüber jedoch hinwegsehen kann oder das Ganze ohnehin mag, wird hier sehr gut bedient.

Gesamtwertung: 8.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Memento Mori
02. Untot Im Drachenboot
03. Ultima Nocte
04. Rausch Der Barbarei
05. Krampus
06. Feuer & Schwert
07. Das Herz Eines Drachen
08. Rohirrim
09. Am Galgen
10. Hannibal
11. Skaldenmet

Bonus-CD "Die glrorreichen Sieben" (Deluxe-Edition exklusiv)

01. Blinding Lights
02. Warriors of the World United
03. Twilight of the Thunder God
04. The Bad Touch
05. Dragostea Din Tei
06. Square Hammer
07. Der Graf
Band Website: www.feuerschwanz.de
Medium: CD, LP
Spieldauer: 38:44 Minuten
VÖ: 31.12.2021

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Man kann es auch anders ausdrücken: was gefällt, gefällt. Was nicht gefällt, gefällt nicht. Es gibt in der Musik Geschmack und Meinung, aber keine Wahrheit.
(11.02.2022 von des)

Der gandalf, mal wieder falsch interpretiert... Die edle Einfalt der meisten mettler ist schon bemerkenswert, die Konformität mit der herrschenden marktmentalitaet noch mehr, mehr Verkauf belebt die "Szene", die es in Wirklichkeit doch gar nicht gibt, ein immer wieder gern beschworenes Ideal, trotzdem hirngespinst. Es ist nur eine amorphe Masse, die den immer gleichen Müll neu verpackt brav erwirbt, Schafe mit Ideologie.
(10.02.2022 von Gurkengandalf)

Ja, lieber Gurkengandalf, das ist das bekannte "sie haben mir meine Band geklaut"-Syndrom. Das hatte mein Bruder auch, als damals Rammstein auf einmal berühmt waren und nicht mehr nur ein Geheimtipp. er fand die damals auch von einem auf den anderen Tag furchtbar. Ich wiederum freue mich über den Erfolg jeder Band, das hält die Szene lebendig, und wie Du auch auf unserer Seite siehst, gibt es tausende unbekannte Bands, die es auch zu entdecken gibt - und hoffentlich auch einmal erfolgreich sind.
(09.02.2022 von des)

Wow, Platz 1 in den Charts, früher war das für echte Metaller das Signal : unbedingt vermeiden! Heute gibt's keine echten Metaller mehr und Metal ist so tot, dass es nach feuerschwanz stinkt, hey, Maiden und helloween sind ja auch gelegentlich in den Charts, Musik seit den 90ern toter als eddie und ein Kürbis nach helloween, was solls, immer weiter, der Markt dankt schön dafür.
(09.02.2022 von Gurkengandalf)

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