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Michael Schenker - Immortal

Review von Stormrider vom 13.02.2021 (1320 mal gelesen)
Michael Schenker - Immortal Über die Griffbrettkünste von Michael Schenker zu philosophieren ist in etwa so, als würde man Bäume in den Wald oder eine Gitarre in einen Gitarrenladen tragen. Da jeder, der sich in den vergangenen fünf Jahrzehnten mit härterer Musik beschäftigt hat, wahlweise ein Stück von ihm kennt oder eines, das von einem von ihm stark beeinflussten Künstler geschrieben wurde, ersparen wir uns die Lobpreisungen auf die Genialität, Virtuosität und den warmen Ton des Meisters und hören, was er auf "Immortal" so zu bieten hat. Immerhin erscheint das Album zu einem 50. Bühnenjubiläum und unter dem geschichtsträchtigen Banner MSG (MICHAEL SCHENKER GROUP). Wieso der blonde Schlacks nach den beiden starken Scheiben unter dem Namen MICHAEL SCHENKER FEST ("Resurrection" sowie "Revelation") und den davor veröffentlichen Alben unter MICHAEL SCHENKERS TEMPLE OF ROCK nun wieder unter MSG firmiert, das vermag man kaum herauszuarbeiten, denn auch auf "Immortal" gibt es wieder haufenweise Gäste und vier verschiedene Sänger zu hören, sodass die Parallelen doch nicht von der Hand zu weisen sind.

Was aber schon beim ersten Hören direkt auffällt, das ist, dass auf "Immortal" das Gaspedal noch ein Stückchen mehr durchgetreten wird. Was zu den beteiligten Sängern aber auch hervorragend passt. Eröffnet von einer Maschinengewehrsalve, die direkt in den nach vorne treibenden Metalkracher 'Drilled To Kill' übergeht, ist hier Ralf Scheepers (PRIMAL FEAR, Ex-GAMMA RAY) zu hören, der wohl seit langem zu den besten Metalshoutern Deutschlands gezählt werden darf und hier auch beweist warum. Für mich definitiv ein Einstieg, den man in der Intensität vielleicht nicht unbedingt erwartet hätte, dann aber durch das melodische Solo wieder den Schlenker in Richtung Schenker nimmt. Im Anschluss wird es mit 'Don't Die On Me Now' etwas hard rockiger. Hier ist Joey Lynn Turner (u.a. DEEP PURPLE und RAINBOW) zu hören, bevor zu 'Knight Of The Dead' Ronnie Romero das erste Mal seine Stimmbänder vibrieren lässt. Der Song hat eine grandiose Hookline und zeigt einmal mehr, dass der kleine Chilene mit der großen Stimme vollkommen zurecht als einer der besten Metal- und Rocksänger unserer Tage gehandelt wird. Ich gestehe bei all seinem Talent aber auch, dass er mir in den letzten Jahren etwas zu oft in irgendwelchen Projekten unterwegs war und man ihn kaum noch zuordnen kann. Nimmt man aber seine bloße Performance, dann kann man nicht anders als festzustellen, dass er einfach ein Wahnsinnssänger ist. Die häufig bemühten Vergleiche mit DIO werden hier zum Beispiel im groß auftrumpfenden 'Sail The Darkness', mit einem an 'Holy Diver' erinnernden Riff und einem klassischen Schenker-Solo, sehr hörbar. Starker Track! Aber als ob diese drei Vokalisten noch nicht reichen würden, darf auch Michael Voss noch zeigen, dass er nicht nur die Knöpfchen des Mischpults beherrscht (und dem Album, wie auch schon den letzten Alben des Gitarrenwunders, einen warmen und klaren Sound spendiert hat) und mittlerweile als Co-Songwriter von Michael Schenker seine Spuren in der Metalwelt dauerhaft zu verewigen wusste. 'After The Rain' ist vielleicht nicht die Mutter aller Balladen, aber dennoch ein Track, der das ansonsten doch sehr nach vorne galoppierende Album auf charmante Art und Weise auflockert.

Als Abschlusstrack hat Michael 'In Search Of The Peace Of Mind' einer Neuinterpretation unterzogen. Dieser Track ist einer der ersten, die er je geschrieben hat, und wurde bereits 1972 auf dem Debüt der SCORPIONS, "Lonesome Crow", veröffentlicht. Damit schließt sich für den Moment der Kreis seiner eindrucksvollen Karriere, der er mit "Immortal" ein weiteres starkes Spätwerk hinzufügt, welches trotz ähnlicher Aufmachung und mit einer Armada an Gastmusikern (neben den genannten Sängern hört man unter anderem Barry Sparks, Steve Mann, Bodo Schopf, Simon Phillips, Brian Tichy, Gary Barden, Robin McAuley, Doogie White und Derek Sherinian) insgesamt etwas metallischer ausgefallen ist. Vergleicht man "Immortal" mit den beiden Quasivorgängern des MICHAEL SCHENKER FEST, so lassen sich kaum qualitative Unterschiede festmachen, weshalb ich auch ruhigen Gewissens (wieder) acht Blutstropfen zücke.

Gesamtwertung: 8.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood dry dry
Trackliste Album-Info
01. Drilled To Kill
02. Don't Die On Me Now
03. Knight Of The Dead
04. After The Rain
05. Devil's Daughter
06. Sail The Darkness
07. The Queen Of Thorns And Roses
08. Come On Over
09. Sangria Morte
10. In Search Of The Peace Of Mind
Band Website: www.michaelschenker.com/
Medium: CD
Spieldauer: 45:02 Minuten
VÖ: 29.01.2021

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