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Molten - Dystopian Syndrome

Review von Rockmaster vom 07.02.2021 (1214 mal gelesen)
Molten - Dystopian Syndrome Dystopie, Quarantäne, Viren, Zombies. Jawoll, das ist, was die Pandemie aus uns macht. Kleine Zombies sitzen daheim den Zombieeltern auf der Pelle, die ihrerseits ihren Zombiekollegen virulente Skype-Messages schicken, obwohl die gerade in einem Skype-Meeting das Gefühl haben, in einem Unterweltfluss aus Flammen zu ersaufen und das im Skype-Status auch hinreichend kenntlich machen. Ein kleiner Kurzfilm zum Titel 'Zombie's Curse', natürlich unter Regie von Chris Corona, klärt uns auf, was uns nach Meinung der Kalifornier MOLTEN zu Zombies macht. Nicht etwa das Virus, nein, das Vakzin des Präsidenten (die Person, die bis vor Kurzem des Präsidenten Sessel innehatte, wird auch namentlich genannt, aber hey, das brauchen wir hier nicht, oder?) ist verantwortlich. Das entbehrt doch nicht eines gewissen Realismus, finde ich. Nur, dass der ehemalige Präsidentensesselsitzer bei allem "ich zuerst" und "wir zuerst" über alternative Verteilungswege auch hierzulande für die Impfung vieler Nichtgeradeausdenker und viele Zombiemutationen mitverantwortlich zeichnet, das bedrückt mich schon sehr. "Nein, nein, nein", muss ich hier hinterherschreien, damit mich alle, die sich jetzt laut aufregen, noch hören. Natürlich meine ich nicht alle, und mir ist klar, dass die Medien selten die "normalen" aber immer die Mutanten zeigen. Kommt mir das nur so vor, oder gab es tatsächlich seit Anfang 2020 erstaunlich wenige musikalische Veröffentlichungen, die sich mit dem Thema Pandemie beschäftigen? Na, dann wird's ja mal Zeit. Auch MOLTEN haben mich mit der Aussage, die Titel seien 2018 und 2019 komponiert worden, erst mal irritiert, aber nein, die Texte wurden tatsächlich erst später unter dem Eindruck von Covid 19 und des wahrlich miesen Jahres 2020 dazu geschrieben.

Stilistisch haben MOLTEN für die Metal-Version von "28 Days Later" Thrash, Doom, Death und Black im Gepäck, wobei ich den Schwerpunkt schon bei Thrash ausmachen würde. Lässt der Opener 'Shadows In Quarantine' noch alle vier Stile als Fortsetzung zu, thrasht und deatht 'Virulence' die Menschheit schon in Grund und Boden, bevor das Virus "mRNA" sagen kann. Schnelle Riffs, treibender Bass und Schlagzeug und Death Metal-Gefauche sind die Markenzeichen des Titels. Der Schwerpunkt verschiebt sich auch mal deutlicher in Richtung Death Metal, wie in 'Dystopian Syndrome' und Sänger Brandon Bristol changiert zwischen jenem Gefauche und 1-a Thrash-Shouts wie zum Beispiel im bereits genannten 'Zombie's Curse'. Aber verflucht, die Jungs haben das Feuer des Phlegethon im A****. Das Produzententeam hatte vorsichtshalber schon mal den Feuerlöscher parat. Nein, Spaß beiseite. Die Produktion macht einen ziemlich weiten Spagat zwischen der undergroundigen Rohheit eines Black Metal-Albums mit entsprechendem Bösartigkeitsimage und dem kompakten Sound modernen Death Metals, der im Schritt weh tut (der Spagat) und an beiden Extremen nicht hundertprozentig befriedigt. Die Energie der Band könnte man jedenfalls effektiver präsentieren, aber spürbar ist sie trotz alledem. Neben den bereits genannten Titeln schlägt 'Holy Macabre' sauber ein. Im letzten Drittel drosseln MOLTEN das Tempo auch mal, dafür watschen sie uns zum Schluss mit 'Rising Embers' noch einmal kraftvoll eine ziemlich angeschwärzte Nummer um die Ohren. Brandon gibt nochmal alles, und die Band beweist ihre Vielseitigkeit.




Gesamtwertung: 7.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Shadows In Quarantine (1:42)
02. Virulence (7:14)
03. Dystopian Syndrome (4:53)
04. Un Sepulcro De Honor (0:58)
05. Holy Macabre (3:06)
06. Zombie's Curse (3:38)
07. On Through Phlegethon (5:33)
08. The Void (5:19)
09. Rising Embers (10:18)
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 42:41 Minuten
VÖ: 15.01.2021

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07.02.2021 Dystopian Syndrome(7.0/10) von Rockmaster

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