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Deztroyer - Climate Change 30th Anniversary Edition

Review von Opa Steve vom 02.01.2021 (1877 mal gelesen)
Deztroyer - Climate Change 30th Anniversary Edition DEZTROYER dürften nur noch extrem undergroundverbundenen Menschen etwas sagen. Neben einigen Demos wurde die LP "Climate Change" mit ihrer Mischung aus Früh-Heavy und Spät-Thrash zu Beginn der 90er in geringer Auflage auf den Markt gebracht. Das 30th Anniversary Re-Release, welches jetzt unter der Regie von Golden Core Records wieder unter die Raritätenjäger gebracht wird, musste sogar tatsächlich von einer LP-Vorlage remastert werden, da es augenscheinlich keine unmittelbaren Masterbänder mehr gab. Dafür wurde es aber mit einer Bonus-CD aufgestockt, die große Teile der damaligen Demos aus den späten 80ern beinhaltet und sehr kurzweilige bis kuriose Einblicke in das Wesen der Band gibt. Doch nun zur Musik an sich, die den wenigsten geläufig sein dürfte:

Wie ich schon schrieb, ist die Mischung irgendwie schwer zu verorten. Es gibt ganz simplen Heavy Metal oder Proto Metal, den man von diversen kauzigen Bands schon Ende der 70er kannte. Auf der anderen Seite ist die Band von dem Tempo der Speed- und Thrash-Welle beeinflusst. Als drittes Element kommt hinzu, dass die Aufbruchphase der 90er, die nicht nur Crossover-Experimente zuließ, sondern auch zunehmend Progressivität im Metal-Genre populär machte, ebenfalls im Songwriting vertreten ist. Als wäre das nicht genug, beweisen DEZTROYER auf ihren Releases tatsächlich ... Humor! Eigentlich war Metal in den 80ern eine todernste Angelegenheit. Umso mutiger schien aus heutiger Sicht, dass sich die Band vor allem auf ihren Demos diverse lustige Ideen und Outtakes gönnte, die uns mit diesem Release glücklicherweise zuteil werden.

Das Hauptrelease "Climate Change" kann aus heutiger Sicht leider nicht mehr mit aktuellen musikalischen Wasserstandsmarken mithalten, das muss man ehrlich sagen. Auch wenn die Songs teilweise gar nicht übel sind, erkennt man die technisch limitierte Produktion und den weichen Vinylsound mit oft überlauter Snare. Auch hat Pete Kulp am Mikro zwar einen großen Wiedererkennungswert, aber seine kehlige Aussprache und der stets unentschlossen halbmelodische Rufgesang ist aus heutiger Sicht schon ein Markenzeichen, welches vor allem ausschließlich den stets zurückblickenden Fans gefallen dürfte. Ich persönlich finde, dass die Vocals vermutlich der Band einen größeren Bekanntheitsgrad verweigert haben, so hart das klingt. Denn eigentlich reichen die Titel musikalisch schon an einige bekanntere Vertreter der damaligen Zeit heran. Ich erkenne hier und da HOLY MOSES in ihrer technischen Experimentierphase wieder ('Can't Complain', 'We Fight'), aber auch das ein oder andere DESTRUCTION-Riff ('W.R.A. Torture'). Ja, und dann zeigt der Rausschmeißer 'Souvenirs', was man im kommenden Bonusmaterial noch erwarten kann. Denn neben echten Hammersongs wie 'Heaven's Gate' und 'Big Surprize' (für mich die besten Titel der Band überhaupt) oder dem SODOMisierten 'Deceiver' gibt es richtig kuriose Studio-Outtakes und Jokes wie '4th', diverse lustige Intros und Outros und Blockflöten zu Schlagzeuglärm.

Unter normalen Umständen würde ich dem reinen Re-Relase wenig Chancen auf Käufer in 2021 einräumen. Die Tatsache allerdings, dass hier ein restlos spannendes Bonusmaterial zusammengestellt wurde, dreht die Geschichte allerdings wieder rum. Denn dieses Bonusmaterial zeigt trotz des teilweise schlechten Demotape-Sounds, wie unbekümmert die Band einst loslegte und in diesem Spirit sogar teilweise bessere Songs schrieb, als dann später auf "Climate Change" enthalten waren. Warum man allerdings nicht einfach das originale Cover verwendete (was in meinen Augen den Zeitgeist deutlich besser einfängt als das neue), erschließt sich mir nicht - glücklicherweise ist es aber als optionales Cover bei der reichhaltigen Ausstattung wahlweise auch enthalten. Unter'm Strich eine knappe Kaufempfehlung mit 6,5 Blutstropfen.

Gesamtwertung: 6.5 Punkte
blood blood blood blood blood blood dry dry dry dry
Trackliste Album-Info
CD1:
01. Climate Change
02. Ain't No Cure
03. Intolerate
04. Solitude
05. T.E.O.A.R.
06. Can't Complain
07. I'm Watchin'
08. We Fight
09. (W.R.A.) Torture
10. Warchild
11. Souvenirs
12. Heaven's Gate
13. Outwit The Maze
14. I Hate War
15. Warchild 89

CD2:
01. We Fight
02. (W.R.A.) Torture
03. Deceiver
04. Live In Fear
05. 4th
06. Heaven's Gate
07. Big Surprize
08. Warchild
09. No Reincarnation
10. Drink & Forget
11. Built To Destroy
12. Perverted
13. Drink & Forget 2
14. 11-87
15. Death Is Sure
16. Thrasher's Diary
17. Speed Madness
18. Till The End
19. Roman And The Wolf
20. Intro
21. Night Of Hate
22. Outwit The Maze
23. Homicidal World
24. I Hate War
25. Thrash Till Madness
Band Website:
Medium: DoCD
Spieldauer: 2:11:58 Minuten
VÖ: 04.12.2020

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