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The Flower Kings - Islands

Review von Metal Guru vom 02.11.2020 (1278 mal gelesen)
The Flower Kings - Islands THE FLOWER KINGS waren neben TRANSATLANTIC, SPOCK'S BEARD, PAIN OF SALVATION, NEAL MORSE, KAIPA, BEARDFISH und anderen nicht nur Aushängeschilder des sogenannten 'Neo-Prog' (in den 70ern nannte man diese vorzugsweise von verkopften Abiturienten konsumierte Musik 'Art-Rock'), sondern auch - zumindest für mich zwischen Ende des alten und Anfang des neuen Jahrtausends - DER Inbegriff akustischer Abenteuer. Alle ihre offiziellen und einige ihrer inoffiziellen Veröffentlichungen liegen beziehungsweise stehen hier rum und auch live hab' ich die Ex-Champions des schwedischen 'Retro-Prog' (wie der 'Neo-Prog' auch gerne mal genannt wird) schon mehrmals gesehen. Was mit grenzgenialen Meisterwerken wie "The Flowerking", "Back In The World Of Adventures", "Retropolis"‚ "Flower Power", "Stardust We Are", "Space Revolver", "The Rainmaker", "Unfold The Future" oder "Paradox Hotel" virtuos-verspielt, organisch-menschlich, jazzig-improvisiert, eruptiv-dynamisch, bombastisch-ausufernd anfing, endete spätestens mit "The Sum Of No Evil", "Banks Of Eden" und "Desolation Rose" beängstigend blass, grau, platt. DANN kamen sie von ihrem oder ich von meinem Weg oder beide voneinander ab - die Blumenband interessierte mich nicht mehr ...

"Isalnds" heißt im Jahre 2020 nicht nur das zweite quasi Reunion-Album OHNE Keyboardking Tomas Bodin, sondern auch das erste 'Corona-Album' der Blumenkönige. Und wie es sich für eine virusbedingte 'Isolationsproduktion' gehört, wurden fast alle Beträge fast aller Beteiligten notgedrungen von denen selbst in deren privaten Produktionsräumen aufgenommen, von F (wie Flower) über K (wie Kings) zu S (wie Stolt) gemehlt und von genau DEM zu einem ihm ähnlich hörenden und sehenden Strauß zusammengeschnürt: 21 nigelnagelneue Songs in 95 Minuten und 52 Sekunden, verteilt auf zwei kompakte Kunststoffscheiben und umhüllt von blumigem Artwork - das SIEHT auf den ersten Blick nach alten (= guten) FLOWERKINGS aus, aber HÖRT es sich auch so an? Meine und nichts als meine persönliche Meinung: JEIN! Die außer von Mr. Stolt himself von mehr oder weniger allen Beteiligten komponierten Stücke fallen vielleicht nicht einfalls-, leidenschafts- oder mutloser als Highlights vergangener Tage, so doch aber deutlich zielgerichteter, weniger verspielt, kompakter, gesangslastiger, erwachsener aus. Gefühlvoller Gesang, instrumentale Interludien, memorable Melodien, risikofreudige Rhythmen, seelige Soli - alles vorhanden, nur kürzer/seltener/weniger. Während das längste (und übrigens auch typischte) Stück 'Solaris' keine 10 Minuten dreht (was früher durchschnittlicher FLOWER KINGS-Standard war), sind 'Goodbye Outrage' (2:24), 'Hidden Angels' (0:53) und 'Journeyman' (1:49) mehr Fragmente/Ideen/Reste, weniger vollwertige Stücke - kompositorisch also alles zwischen farblosen fünf und nigelnagelneuen neun Tropfen. Dann ein typischer Stolt-Mix: MIR zu lauter und zu viel Gesang, MIR zu leises und zu wenig Schlagzeug und MEINER Meinung nach eine zu platte Produktion (= kaum Breite/Höhe/Tiefe, eine Schande bei derart detailverliebter/dichter/dynamischer Musik) - produktionstechnisch also alles zwischen vergleichenden vier und anerkennenden acht Tropfen.

Auf 'Nummer Sicher' scheinen Stolt & Co. im unsicheren Jahre 2020 gehen zu wollen. Dieser Gang zur sicheren Nummer ist ihnen - zusammen mit einem ebenfalls typischen (= sicheren) Artwork des legendären Roger Dean (YES, URIAH HEEP, OSIBISA, HACKETT, GREENSLADE, FOCUS, BUDGIE) - sicherlich gelungen, macht 'die Neue' aber nicht automatisch zu einem weiteren Highlight blumenköniglicher Geschichte. Nicht, dass DeMaio, Fröberg, Kamins, Reingold und Stolt anders ALS oder nicht mehr WIE früher singen oder spielen (könnten) - sie tun's nur zu kurz/zu selten/zu wenig. Bitte nicht falsch verstehen - "Islands" kann inmitten massenhafter Müllveröffentlichungen und vor allem nach Mehrfachhörung (= Grundvoraussetzung für jedes florale Vergnügen) durchaus überzeugen, reicht aber an oben genannte grenzgeniale Meisterwerke nur in Teil(bereich)en heran. Ich schwanke zwischen fünf(+) und neun(-) Tropfen ...

Gesamtwertung: 8.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
CD1
01. Racing With Blinders On
02. From The Ground
03. Black Swan
04. Morning News
05. Broken
06. Goodbye Outrage
07. Journeyman
08. Tangerine
09. Solaris
10. Heart Of The Valley
11. Man In A Two Peace Suit

CD2
01. All I Need Is Love
02. A New Species
03. Northern Lights
04. Hidden Angles
05. Serpentine
06. Looking For Answers
07. Telescope
08. Fool's Gold
09. Between Hope & Fear
10. Islands
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 95:52 Minuten
VÖ: 30.10.2020

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