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Arroganz - Morsus

Review von Humppathetic vom 27.10.2020 (654 mal gelesen)
Arroganz - Morsus Tote Winkel gibt es offensichtlich nicht nur im Straßenverkehr, es gibt sie auch in der Musik. Und entgegen meinem sonstigen, doch recht kruden und häufig das Ziel verfehlenden Humor rede ich hier nicht von einem toten Winkel, weil ARROGANZ (auch) Death Metal spielen, sondern ich meine es so, wie es klingt. ARROGANZ, so viel nahm ich wahr, wurden beziehungsweise werden in meinem Freundeskreis seit Jahren schon goutiert. Ich selbst, aus Gründen, die mir selbst nicht bekannt sind, habe mich für diese Band aus Cottbus nie interessiert und ließ sie daher links liegen. Dann bekam ich das neuste Werk der drei Männer, die bis einschließlich des zweiten Albums, "Kaos.Kult.Kreation", mit -M- noch einen zusätzlichen Sänger und Gitarristen Mitglied nannten, als zu reviewendes Album zugewiesen, und so folgt hier nun meine aufgrund einer Erkrankung etwas spät erscheinende Kritik zur neuen Scheibe, die auf den Namen "Morsus" hört.

"Morsus" ist erstmal, so viel Zeit muss sein, der dritte und damit abschließende Teil der Trilogie, die mit dem Album "Primitiv" von 2017 anfing und über die 2018 erschienene EP "Erzketzer" fortgeführt wurde. Ging es bei "Primitiv" um den Tod in all seinen Facetten, ist das beherrschende Thema der jetzigen, mittlerweile fünften Full-Length Krankheit und Schmerz. Worum es in der EP ging, ist mir leider nicht bekannt. Die Texte lagen mir nicht vor, und die Titel auf "Erzketzer" sind zumindest so unscheinbar gehalten, dass ich beim besten Willen eine Schlüsse daraus ziehen kann. Sei es drum. Dann ignorieren wir die EP einfach und widmen uns ganz dem vorliegenden Werk.

Doch Obacht! Zuerst etwas zu den vorigen Alben, sofern von mir gehört. Als ich Album zwei, drei und vier hörte, musste ich meinem Freundeskreis (und dem restlichen Deutschland?) doch Recht geben. Das war war schon eine sehr gute Mischung aus Black und Death - einem Genremix, dem ich normalerweise wenig bis nichts abgewinnen kann - und war dabei auch noch sehr eigen, individuell und hochgradig interessant. Der gewitzte Herr, respektive die gewitzte Dame weiß jetzt schon, was kommt: ein kleines bis mittelschweres Aber.

Die vorigen Alben haben es mir viel, viel leichter gemacht. Sie waren eigen, ja, aber es war nicht schwierig, sich in sie hineinzuhören und sofort Gefallen an ihnen zu finden. Bei "Morsus" war es nicht so. Während ich das Album wieder und wieder hörte, schwankte ich jedes Mal in meinem bis dato noch als gefestigt wahrgenommenen Empfinden. "Ja, das ist gut!". "Nee, ist doch irgendwie fade."

Was ist es jetzt geworden? Es ist ein "Ja, ist gut, aber ...". Das Album ist sperrig. Das ist erstmal nichts Schlechtes. Aber der Klang erwirkte bei mir so manchmal nicht den gewünschten Effekt. Zu zäh die Kompositionen, zu platt war mir manches Riff. Und dann wirkte es irgendwie doch, und ich fing an, den einen oder anderen Song zu mögen. Ich liebe sie nicht, aber ich mag sie. Ich denke dabei, dass es vor allem daran liegt, dass das Potential der einzelnen Songs nicht immer voll ausgeschöpft wurde. Teilweise wurden meines Erachtens gute Momente, wie zum Beispiel der Bass im Eröffnungssong und Title Track, 'Morsus', erdrückt in krachiger Gewalt, gewaltigem Krach. Kann man machen, muss mir aber nicht gefallen. Und so verhält es sich mit vielen Songs. Fast alle haben die eine oder andere Zutat, die mir wirklich zusagte, aber die Songs haben Schwächen in Ausarbeitung und Aufrechterhaltung ihrer Klasse. Nichtsdestotrotz möchte ich der objektiv auf jeden Fall vorhandenen Qualität nicht meine subjektive "Hätte ich anders gemacht"-Attitüde als Argument entgegenhalten. Wer ARROGANZ mag, wird auch "Morsus" mögen, da Evolution in ihrer Musik schon immer ausschlaggebend war. Mir wäre es stringenter einfach etwas lieber gewesen. Doch das Werk ist definitiv gut genug, nur eben nicht im letzten Detail nach meinem Gusto.

Eine Wertung gibt es trotzdem, aber sie ist mir Vorsicht zu genießen.

Gesamtwertung: 6.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood dry dry dry dry
Trackliste Album-Info
01. Anodynon
02. Morsus
03. Pain & Light
04. Sleepless Forever
05. Dead Man Galaxy
06. In$ide $uicide
07. Aurora Arroganz
08. Guillotinen
09. Sickpeopledie.
10. Next Level Satan
11. 553
12. Praise Death = Feast Life
13. I Dealt With The Devil
Band Website: https://www.facebook.com/arroganzgermany
Medium: CD
Spieldauer: 46:21 Minuten
VÖ: 02.10.2020

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Reviews

10.10.2018 Erzketzer(9.0/10) von T.Roxx

27.10.2020 Morsus(6.0/10) von Humppathetic

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