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Tomorrow's Rain - Hollow

Review von Stormrider vom 26.10.2020 (861 mal gelesen)
Tomorrow's Rain - Hollow Doom und Gothic sind ja nicht gerade die schnellsten Genres. Dennoch haben die Israelis von TOMORROW'S RAIN schon eine Weile gebraucht, um ihr Debütalbum einzutüten, denn die Anfänge der Band gehen wohl bis ins Jahr 2002 zurück. Aber selbst wenn sie es Anfang der 2000er veröffentlicht hätten, wären sie etwas zu spät für den Zeitgeist gewesen. Denn "Hollow" ist definitiv Back To The 90s! Wäre es zwischen 1993 und 1998 erschienen, es wäre vermutlich massivst abgefeiert worden. Wer sich das Album anhört und dabei nicht unweigerlich an die großen Tage des Gothic/Death-Doom denkt, der war nicht dabei.

Starten wir also mit dem, bestimmt durchaus gewünschten, Namedropping, welches das Album aber am Ende ziemlich gut zusammenfasst. Musiker folgender Bands geben sich auf den acht Songs die Klinke in die Hand: MY DYING BRIDE, PARADISE LOST, SEPTICFLESH, MOONSPELL, ROTTING CHRIST, ARCH ENEMY, SWALLOW THE SUN, DRACONIAN, ORPHANED LAND. Dass man hier ausnahmslos Könner für sich gewinnen konnte, die ihren Namen bestimmt nicht einfach so auf jedes Album pappen, das spricht grundsätzlich für die Band. Dennoch bin ich bei Alben, bei denen die Gästeliste länger ist, als die Anzahl der Songs immer etwas skeptisch. Warum muss man für so gut wie jeden Song mindestens einen Gast bemühen, dessen Name größer ist, als die Band aktuell selbst? Glaubt man so wenig an die eigene Stärke? Verspricht man sich einen großen Verkaufsschub, oder hat man durch die zahlreichen Touren wirklich so viele enge Bande zu den Gästen geknüpft? Tun sie dies nur, weil sie vielleicht ein paar Euro für ihren Namen und den Gastbeitrag bekommen? Aber machen wir hier keine Grundsatzdiskussion zum Thema "Gäste und Namedropping" auf.

Was also kann der geneigte Hörer auf "Hollow" erwarten, wenn er die obige Bandliste gelesen hat? Sänger Yishai Sweartz fasst das sehr passend zusammen: "We tried to write and create the album we would like to buy as fans", Und genau das ist "Hollow" geworden. Nicht viel mehr, aber auch nicht viel weniger als ein typisches Genrealbum, das wie eine Mischung all dieser offensichtlichen Inspirationen und Vorbilder klingt. Vielleicht kann man noch erwähnen, dass man sich atmosphärisch auch immer mal an TIAMAT erinnert fühlt, irgendwie so, als wäre es der Zwischenschritt von "Clouds" zu "Wildhoney". Nichts auf "Hollow" ist aus heutiger Perspektive wirklich außergewöhnlich oder besonders hervorstechend. Die Grenzen sind klar gesteckt und in denen bewegen sich die sechs Musiker mehr oder weniger sicher. Weniger immer dann, wenn Yishai es mit cleanen Vocals versucht, die Growls liegen ihm hörbar mehr. Sicher in allen anderen Bereichen, denn alles ist sauber gespielt und ordentlich produziert, aber das verwundert auch nicht, wenn man sich die Beteiligten ansieht. Hier würde ein besserer Demosound dann doch überraschen.

Ihr merkt es vermutlich schon. So wirklich begeistert mich "Hollow" nicht, und das obwohl ich diesem Sound grundsätzlich sehr zugetan bin. Am Ende sind die sieben Eigenkompositionen allesamt (teilweise gute) Mittelklasse. Die Coverversion von 'The Weeping Song' (NICK CAVE & THE BAD SEEDS) ist sogar wirklich cool geworden und ist für mich das Highlight von "Hollow". Aber wenn ein Coversong das Albumhighlight ist, dann spricht das eben auch nicht unbedingt für die eigenen Songs. Wer mit dem Genre was anfangen kann, der darf aber natürlich gerne reinhören, denn es ist solide Genrekost.

Gesamtwertung: 6.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Trees
02. Fear
03. A Year I Would Like to Forget
04. In The Corner Of A Dead End Street
05. Misery Rain
06. In The Mouth Of Madness
07. Hollow
08. The Weeping Song (NICK CAVE-Cover)
Band Website:
Medium: CD, LP
Spieldauer:
VÖ: 11.09.2020

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26.10.2020 Hollow(6.0/10) von Stormrider

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