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Wayfarer - A Romance With Violence

Review von Dead_Guy vom 17.10.2020 (521 mal gelesen)
Wayfarer - A Romance With Violence Die Geschichte der eigenen Heimat in ein Black Metal-Album einzubringen, ist seit den 90ern und Bands wie ENSLAVED oder ULVER gang und gäbe, die amerikanische Folklore allerdings dagegen eine Rarität. Da fallen mir nur PANOPTICON und deren Album "Kentucky" sowie WAYFARER ein, letztere haben nun ihr viertes Album "A Romace With Violence" via Profound Lore veröffentlicht.

Anders als bei PANOPTICON, die gezeigt haben, wie man die eigene Geschichte auch auf musikalischer Ebene einbezieht (Americana- Einflüsse, traditionelle Lieder von Bergarbeitern und dergleichen), fehlt mir dieses weitestgehend hier. Wenn man sich schon mit dem Goldrush und der Besiedlung des Westens der Staaten beschäftigt und sich auf seinen Fotos als Cowboys präsentiert, hätte man dies gut und gerne in die Kompositionen einfließen lassen können. Macht das Album jetzt nicht schlechter, ist für mich nur eine vertane Chance, den Zuhörer noch eindringlicher ins besungene Zeitalter zu entführen.

Nach dem Vorgeplänkel komme ich ENDLICH zur Musik. Bei dieser handelt es sich um hochemotionalen Post-/Atmospheric Black Metal. Am besten lässt sich die Musik mit der von SELVANS, PRIMORDIAL in Sachen Ernsthaftigkeit und Emotionen sowie DOWNFALL OF NUR abzüglich der Blasinstrumente vergleichen. Schon der erste Song 'The Crimson Rider (Gallows Frontier, Act I)' zeigt die Stärken der Amerikaner: treibendes Riffing, latente Epik, unverzerrte Gitarren als Kontrast, tolles Songwriting sowie ein akzentreiches Bassspiel. Der zweite Part hiervon fängt mit einem Blastpart an, der dann ins Midtempo übergeht. Auch wieder zeigt sich, dass die Band Songs mit Spannungskurve schreiben kann. 'Fire & Gold' ist ein balladesker Song, bestehend aus cleanen Gitarren, Drums, ein wenig Hintergrundgedöns (Den Ausdruck muss ich mir merken! - Blaze Breeg, der Editor) sowie unglaublich emotionalem Klargesang. Dieser ist auch das Highlight der Platte und bringt Melancholie, Sentimentalität und einen Hauch Romantik (passend zum Titel) zum Hörer.
'Masquerade Of The Gunslinger' ist dann nach dem zweiten Stück die nächste Nummer, die die Zehnminutenmarke knackt und alles hat, was diese Band auszeichnet. Danach kommt mit 'Intermission' ein kleines Zwischenstück, worauf mit 'Vaudeville' mein persönlicher Favorit folgt. Dieser beginnt recht stimmungsvoll, im mittleren Part kommen dann die meisten Bezüge zur Region in der Musik zum Tragen, der Gesang ist wieder toll und hat viel Gefühl, es gibt harsche Momente und das Stück wird mit einem kurzen Blastbeat sowie einer wehleidigen Melodie beendet. Das Gekeife ist auch solide und geht mehr in die Richtung des Death Metals.

Alles in allem ein echt gutes Album und ich hätte, wären das Thema und die Musik eine noch größere Symbiose eingegangen, eine noch höhere Punktzahl gegeben.

Gesamtwertung: 8.5 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood dry dry
Trackliste Album-Info
01. The Curtain Pulls Back
02. The Crimson Rider (Gallows Frontier, Act I)
03. The Iron Horse (Gallows Frontier, Act II)
04. Fire & Gold
05. Masquerade Of The Gunslingers
06. Intermission
07. Vaudeville
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 44:58 Minuten
VÖ: 16.10.2020

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