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Glacier - The Passing Of Time

Review von baarikärpänen vom 26.10.2020 (1008 mal gelesen)
Glacier - The Passing Of Time GLACIER sind eines dieser Phänomene, die man häufiger findet. Bands, die gerade mal eine EP oder auch nur eine Single veröffentlicht haben, die noch nicht mal besonders gut war, aber die rückblickend irgendwie romantisch verklärt werden. Aber halt, eigentlich darf man GLACIER nicht zu diesen Bands packen. Denn deren selbstbetitelte EP aus dem Jahr 1985 geht durchaus als Meilenstein des US-Metal aus dieser Zeit durch (hört euch einfach mal 'Vendetta' oder 'Ready For Battle' an). Es gab danach zwar verschiedene Reinkarnationen der Band, die bis 1990 aktiv waren, aber laut dem 2016 verstorbenen Gitarristen Sam T. Easley war 1986 das offizielle Auflösungsdatum. GLACIER hatten allerdings das Glück, dass ihre EP Kultstatus erlangte, auch nachwachsende Generationen die Truppe geradezu verehrten. Kein Wunder, dass 2016 das Angebot reinflatterte, GLACIER für einen Abend nochmals auf die Bühne zu bringen, um die Songs der EP zu spielen. Vom ursprünglichen Lineup war nur noch Sänger Michael Podrybau an Bord und deswegen nannte man sich, aus Respekt vor den übrigen GLACIER-Mitgliedern DEVIL IN DISGUISE. Der ursprünglich in Chicago geplante Auftritt fiel leider ins Wasser, aber zum Glück gab es ein Angebot vom Keep It True-Festival 2017, das die Jungs gerne angenommen haben. Auf jeden Fall haben die Männers wieder Blut geleckt und mit dem Segen der ehemaligen Bandmitglieder geht es jetzt offiziell wieder als GLACIER und "Passing Of Time", dem allerersten vollständigen Album der Bandgeschichte, weiter.

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Man darf Podrybau mal herzlich gratulieren zur Auswahl seiner neuen Musiker. Denn obwohl alle einen Background im Black-, Death- oder Thrash Metal haben (Gitarrist Marco Martell beispielsweise war Mitglied von MALEVOLENT CREATION und VADER), spielen sie hier US-typischen Heavy Metal, als ob sie in ihren Leben nichts anderes gemacht hätten. Überhaupt kann man festhalten, dass GLACIER nicht den Fehler machen, sich auf Teufel komm raus musikalisch neu zu erfinden. Ihre Fans wird's freuen. Und auch Leute, die bisher nichts mit dem Namen GLACIER haben anfangen können, sollten nach Einfuhr von "The Passing Of Time" schwerstens überzeugt sein. Denn die Scheibe ist alles andere als ein lahmarschiger Aufguss vergangener Tage. Ganz im Gegenteil. Das dürfte bereits nach wenigen Sekunden des Openers 'Eldest And Truest' klar sein. Was für ein herrliches Brett mit Vorwärts-Drumming, Doppel-Leads und einem tollen Solo. Und wie wunderbar die Stimme von Michael Podrybau gealtert ist, klar und kräftig. In die gleiche Kerbe schlägt 'Live For The Whip'. Der Song stammt, so wie 'Sands Of Time', aus Songwritingsessions aus den 80er Jahren, die die jetzigen GLACIER nochmal neu bearbeitet haben. Auf beiden Songs sind übrigens Tim Proctor (Bass) und Loren Bates (Drums) zu hören, die zum damaligen Lineup gehörten. Das grandiose Eröffnungs-Triple rundet 'Ride Out' ab, das wiederum schnellen Metal, dieses Mal mit einer leicht epischen Note, bietet. Balladesk beginnt 'Sands Of Time', wird aber nach zwei Minuten zu einem feinen Stampfer, der mit tollen Wendungen im Songaufbau aufwartet. Majestätisch-mächtig wird's dann beim geschwindigkeitsgedrosselten 'Valor', einem tollen Banger. Im Kontrast dazu dann 'Into The Night', das fast schon als reinrassiger Speed Metal durchgeht (besonders das Riffing) und Podrybau in Höchstform zeigt. MAIDEN-mäßig dann 'Infidel', wo neben Proctor und Bates auch Phil Ell Ross (ex-MANILLA ROAD) gastiert. Auch wenn der Track an sich kein schlechter ist, für mich ist er am ehesten verzichtbar. Den perfekten Abschluss bildet dann der Longtrack 'The Temple And The Tomb', wo GLACIER alle ihre Stärken nochmals bündeln. Starkes Songwriting, abwechslungsreich und in einzelnen Passagen sogar leicht thrashig, mit jeder Menge Doublebass. Klares Daumen hoch auch für die starke Produktion und vor allem auch für das Cover-Artwork, eine Reminiszenz an das Artwork der EP.

Ganz ehrlich, 2020 ist das Jahr des bockstarken US-Metals. Gerade vor einigen Wochen noch BYFIST abgefeiert und jetzt nochmal so ein starkes Brett. Da darf man echt nicht meckern. Auf "The Passing Of Time" passt wirklich alles zusammen. Da dürfte, ja, sollte jeder Freund dieser Klänge mit der Zunge schnalzen. Ich bin jedenfalls schwerstens überzeugt von der Wiederkehr dieser Band, mit der ich im Leben nicht mehr gerechnet hätte. Und dafür zücke ich gerne neun Punkte!




Gesamtwertung: 9.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood blood dry
Trackliste Album-Info
01. Eldest and Truest
02. Live For The Whip
03. Ride Out
04. Sands Of Time
05. Valor
06. Into The Night
07. Infidel
08. The Temple And The Tomb
Band Website: https://www.facebook.com/GlacierMetal
Medium: CD, LP, Cassett
Spieldauer: 40:10 Minuten
VÖ: 30.10.2020

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26.10.2020 The Passing Of Time(9.0/10) von baarikärpänen

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