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Spellbook - Magick & Mischief

Review von Blaze Breeg vom 28.09.2020 (1084 mal gelesen)
Spellbook - Magick & Mischief Solltet ihr noch nie etwas von einer Band namens SPELLBOOK gehört haben, gibt es an dieser Stelle keinen Negativvermerk im B4M-Klassenbuch. Das Quartett aus York, Pennsylvania, hieß bis vor Kurzem nämlich noch WITCH HAZEL. Angesichts der Popularität der (fast) gleichnamigen Engländer um Colin Hendra macht diese Umbenennung nach drei Alben meines Erachtens durchaus Sinn, zumal sich das Zielpublikum im Underground trotz abweichender Stilistik weitgehend überschneiden dürfte.

Die US-Amerikaner bieten uns auf "Magick & Mischief" Proto-Metal und 70er-Rock aus einem der höheren Regale - Cruz del Sur entpuppen sich somit einmal mehr als Garant für Qualität. Im Mittelpunkt steht ohne Frage das Organ von Nate Tyson, der wie eine ausgesprochen energiegeladene Version eines jungen Ozzy Osbourne klingt. Das ist saustark und stellt das legendäre Vorbild sogar in den Schatten! Birmingham drängt sich allerdings auch in puncto Gitarrenarbeit auf, da die Platte zahlreiche klassische, richtig heavy tönende Tony Iommi-Riffs enthält, die in meiner Welt eine weitaus würdigere BLACK SABBATH-Huldigung darstellen als "Vertigo" von Zakk Wylde und Kollegen. Nun ist es jedoch nicht korrekt, Klampfer Andy Craven auf den schwarzgekleideten Gottvater unserer Lieblingsmusik zu reduzieren: Er agiert sehr vielseitig und präsentiert uns dementsprechend eine Vielzahl einprägsamer, knackiger Rockriffs und spritziger Leads, die an DEEP PURPLE oder THIN LIZZY erinnern. Es gibt aber noch mehr Grund zur Freude: Der Bass ist sehr präsent und das Schlagzeug klingt so natürlich, wie man es sich als ausgewiesener Feind ekliger Plastikproduktionen wünscht. Kurzum: Der organische Sound, der den Hörer wahrhaftig in die 70er entführt, rechtfertigt im Alleingang einen zusätzlichen Blutstropfen.

Das Songmaterial ist nahezu durchgängig stark, als Anspieltipps seien allen voran das hitverdächtige 'Black Shadow' (Wahnsinn, was dort in unter vier Minuten alles passiert) und das atmosphärische 'Amulet/Fare Thee Well' (wunderbare Gesangslinien und eine süchtigmachende Gitarrenmelodie) empfohlen. Ein zweischneidiges Schwert, zumindest für mich, ist der abschließende Track 'Dead Detectives', dessen hörspielartige Passagen den Humor der im Übrigen recht abgedreht ausschauenden Truppe dokumentieren, mich jedoch mit einem immer größer werdenden Fragezeichen im Gesicht zurücklassen. Ich bin mir sicher, diese Nummer ist - etwas überspitzt formuliert - ein typisches "Love it or hate it"-Ding, manche geschmackssichere Kollegen sind begeistert.

Es bleibt festzuhalten, dass man sich den Namen SPELLBOOK auf jeden Fall merken sollte. Wenn die Scheibe nach Song Nummer sechs, den ihr unten als Lyric-Video vorfindet, beendet gewesen wäre, hätte ich mir wohl schon längst das Vinyl angeschafft, nicht nur wegen des herrlichen, farbenfrohen Covers. Der Rausschmeißer trübt, wie oben dargelegt, den Gesamteindruck und sollte von jedem Interessierten vor dem Griff in die Geldbörse einmal angecheckt werden.



Gesamtwertung: 8.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood dry dry
Trackliste Album-Info
01. Wands To The Sky
02. Black Shadows
03. Ominous Skies
04. Not Long For This World
05. Motorcade
06. Amulet/Fare Thee Well
07. Dead Detectives
Band Website:
Medium: CD, LP
Spieldauer: 45:27 Minuten
VÖ: 25.09.2020

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