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Angband - IV

Review von Divine Victim vom 07.09.2020 (477 mal gelesen)
Angband - IV 2020 scheint das Jahr der kreativen Albumtitel zu sein. Nach "Vol. 2" von SKYRYDER und "III" von DEXTER WARD oder DEMONS & WIZARDS kommen nun die Iraner ANGBAND mit "IV" um die Ecke, welche sich mit ihrem Bandnamen deutlich mehr Mühe gegeben haben. In J. R. R. Tolkiens Legendarium ist Angband nämlich die zweitwichtigste Festung Melkors, dem Ursprung alles Bösen in Arda und der Meister des berüchtigten Saurons. Wenn ich das höre, weiten sich meine Augen und spitzen sich meine Ohren, denn nur wenig passt so gut zusammen wie Metal und Tolkien.

Eine weitere sehr aufregende Nachricht ist, dass man 2017 den weit gereisten, hoch renommierten Sänger Tim Aymar auf's Boot holen konnte, den man von Bands wie PHARAOH oder CONTROL DENIED kennen könnte, zusätzlich war und ist er aber noch bei unzähligen anderen Bands beteiligt. Und ja, er ist eine totale Bereicherung! Wie bei einer Vielzahl seiner (früheren) Bands spielen auch ANGBAND seit ihrer Gründung 2004 progressiven Power Metal. Dabei ist "IV" nach dem Debüt "Rising From Apadana" (2008), "Visions Of The Seeker" (2010), sowie "Saved From The Truth" (2012) das - wer hätte es gedacht? - vierte Album. Auch wenn, ich verrate es jetzt schon, die Vocals mein Highlight sind, gibt es noch mehr über die Band zu erzählen. Ursprünglich startete die Band nämlich als ein Instrumental Progressive Metal-Soloprojekt des Teheraner Musikers und Autors, Mahyar Dean, der in ANGBAND die Gitarre und seit 2017 auch den Bass spielt. An den Drums sitzt seit 2007 Ramin Rahimi, der sich als Perkussionist bereits einen Namen gemacht hat.

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Wichtig anzumerken ist, dass ich, wenn ich hier von Power Metal spreche, die US-Variante meine, die die europäische an Härte über- und an Kitsch untertrifft. Bei ANGBAND will mir nämlich besonders ein Name nicht aus dem Sinn gehen, die großen ICED EARTH! Auf die Ähnlichkeit zu PHARAOH muss ich wohl kaum nochmal hinweisen, wobei die Pharaonen ihren Fokus mehr auf den Prog-Anteil legen! Bei ANGBAND spielt Aymars Gesang eine sehr zentrale Rolle, und die Rolle im Mittelpunkt liegt ihm sichtlich. Seine raue und kräftige Stimme ist sehr dominant und leitet somit sehr klar durch die Musik. Des Weiteren fällt ihm der Wechsel der Stimmlagen genauso einfach wie der Wechsel von Emotionen. Es ist eine wirklich geniale Performance, die er hier abliefert und er stellt sein Können vollends unter Beweis. Ebenfalls nicht fehlen darf bei so einer exotischen Herkunft der Bezug zur Heimat. So taucht neben dem inhaltlichen Fokus auf persischer Folklore - von Tolkien keine Spur - auch eine Nay, eine persische Rohrflöte, auf, deren Klang sehr zur Schaffung einer orientalischen Atmosphäre beiträgt.

Während "IV" mit dem Opener 'Fighters' eher klassisch mit eingängiger Schwert-Zück-Epik startet, geht es von dort mit mehr Prog und Flöten weiter. Ein immer wiederkehrendes Element ist die Melodik, die besonders durch den tollen Gesang verstärkt wird, der der Musik öfters die Show stiehlt, musikalisch finde ich das Album zwar sehr angenehm zu hören, umgeworfen werde ich allerdings nicht, da es nichts ist, was es noch nie gab. Allerdings offenbart sich durch den tollen Gesang eine weitere Stärke der Band: Balladen wie 'Nights Of Tehran'. Aymars Stimme schafft es tadellos und kraftvoll Emotionen zu übertragen und ihr Klang reißt einen in den fast schon melancholisch sehnsüchtigen Passagen echt mit. Bei 'Cyrus The Great' sehe ich (leider etwas verschenktes) Potenzial in Form von Epik, welche mit einem etwas mächtigerem Sound mehr hätte ausgeschöpft werden können.

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Fazit: Ich weiß - Mein Schwärmen für den tollen Gesang findet kein Ende, aber dieser ist hier einfach ganz klar das Highlight, welches der sonstigen Musik absolut die Show stiehlt. Das Album ist wirklich unterhaltsam und Fans von progressivem US-Power Metal nur zu empfehlen. Auch wenn man an Größen wie ICED EARTH oder JAG PANZER nicht rankommt, kann man aber den einen oder anderen echt starken Song vorweisen. Hierbei sind der Opener und die Power-Ballade 'Nights Of Tehran' oder die Emotionsbombe 'Mirage' meine Anspieltipps. Lasst euch in den Bann von Aymars Stimme ziehen, ihr werdet es nicht bereuen!

Gesamtwertung: 8.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood dry dry
Trackliste Album-Info
01. Fighters
02. Visions In My Head
03. Atena
04. Mirage
05. Nights Of Tehran
07. Insane
08. Cyrus The Great
09. Children Of War
10. The Blind Watchmaker
Band Website: www.angbandmetal.com
Medium: CD
Spieldauer: 42:54 Minuten
VÖ: 24.07.2020

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