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Vicious Rumors - Celebration Decay

Review von baarikärpänen vom 21.08.2020 (1850 mal gelesen)
Vicious Rumors - Celebration Decay Geoff Thorpe hat ein Problem. Eigentlich ist es nur ein klitzekleines, aber ein Problem. Zugegeben, wer erst in den letzten Jahren auf VICIOUS RUMORS gestoßen ist, der wird es nicht mal erkennen. Aber alte Säcke wie ich, die mit "Soldiers Of The Night" oder "Digital Dictator" aufgewachsen sind, die bemerken es. Wir reden hier übrigens nicht von der Musik. Denn egal, was Thorpe in den 41 Jahren (!!!), die er schon mit VICIOUS RUMORS aktiv ist, auch abgeliefert hat, es war immer hohes Niveau (sehen wir mal vom wirklich grottigen Cover von "Sadistic Symphony" ab, aber wir reden ja hier von Musik). Selbst zu einer Zeit, als der Grunge allen Bands aus den 80ern den Garaus gemacht oder New Metal die Gehörgänge malträtiert hat. Das "Problem" von Geoff Thorpe steht eher hinter dem Mikro. Bevor mich jetzt jemand kreuzigen will, möchte ich ausdrücklich klarstellen, dass Nick Courtney, seit 2018 in der Band, wirklich ein Guter ist. Selbst James Rivera (unter anderem HELSTAR), der "Warball" eingesungen hat, ist natürlich ansonsten über jeden Zweifel erhaben. Aber, und da beißt die Maus keinen Faden ab, einem Carl Albert und seinem vokalakrobatischen Können, kommen beide nur bedingt nahe. Der Fairness halber sei aber auch erwähnt, dass besagter Nick Courtney auf der Jubiläumstour zum 30. Geburtstag von "Digital Dictator" bei den Fans sehr gut angekommen ist.

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Eben jene Tour ist übrigens daran Schuld, dass es so lange gedauert hat, bis "Celebration Decay" endlich in trockenen Tüchern war. Eigentlich waren nur 28 Shows geplant, letztendlich wurden es dann aber satte 108 Auftritte. Das und die Tatsache, dass Thorpe sich richtig viel Zeit genommen hat für das Songwriting. Genau das tut "Celebration Decay" enorm gut. Wie auch der zweite Neuzugang in der Band, Gitarrist Gunnar DüGrey. Gerade mal 21 Jahre alt, aber was der an den sechs Saiten abfeuert, ist einfach nur fantastisch. Da hat Geoff Thorpe sich wirklich ein außerordentliches Talent an Bord geholt, das sich mit dem Meister himself bestens ergänzt. Eröffnet wird "Celebration Decay" mit dem Titelsong, der gleich zeigt, wo Bartel den Most holt. Eine Abrissbirne vor dem Herrn, die US-Metal mit Thrash kombiniert. Kleiner Wermutstropfen aber das aggressive Geshoute von Nick Courtney. Dabei zeigt er doch in den Zwischenparts, dass er so viel mehr drauf hat. Ist aber Meckern auf hohem Niveau. Was danach folgt, ist reinrassiger US-Metal, der eigentlich jeder Band erstmal eingetrichtert werden sollte, die ein ähnlich gelagertes Album in der Mache hat, damit die eine Ahnung davon haben, wie es geht. Was die Geschwindigkeit angeht, bewegen sich VICIOUS RUMORS zwar eher im Midtempobereich (sieht man vom speedigen 'Collision Course Desaster' ab), aber sie laufen nie Gefahr, dass das Material langweilig wird. Und das liegt, wie bereits erwähnt, am genialen Songwriting. Da wird innerhalb der Songs ein perfekter Spannungsbogen nach dem anderen aufgebaut, die Stimmung variiert, es bleibt Raum für Höchsteistungen der Gitarristen. Dann wäre aber auch noch 'Darkness Divine' zu nennen. Ein Stück, das etwas aus dem Rahmen zu fallen scheint. Thorpe selbst sagt darüber, dass es ein Hinweis auf die weitere Ausrichtung von VICIOUS RUMORS darstellt. Mir auf jeden Fall läuft diese Mischung aus härteren QUEENSRŸCHE und (man höre und staune) ALICE IN CHAINS gut rein. Nur sollte er darauf verzichten, ein ganzes Album im Fahrwasser von 'Darkness Divine' zu veröffentlichen. Neuerungen sind gut, aber Übertreiben könnte nach hinten losgehen. Sieht aber so aus, als ob Geoff Thorpe VICIOUS RUMORS nochmal 41 Jahre gönnen möchte. Schwachpunkte auf "Celebration Decay" lassen sich auch mit der Lupe nicht finden. Selbst das beim ersten Durchgang eher unspektakulär klingende 'Long Way Home' wird spätestens beim zweiten Durchlauf zum Ohrwurm. Kurze Info noch für Interessierte: den Bass auf "Celebration Decay" hat Greg Christian (TESTAMENT) eingespielt. Müßig zu erwähnen, dass hier auch Produktion und Artwork vom Feinsten sind. Letzteres verlangt geradezu nach einer Anschaffung auf Vinyl.

Selbst nach 41 Jahren stehen VICIOUS RUMORS für Qualität. Wer die früheren Alben mochte, wird auch mit "Celebration Decay" seine helle Freude haben. Und Neueinsteiger (gibt's die???), die bis jetzt die besseren Scheiben der mittleren MEGADETH-Phase für Referenzwerke des US-amerikanischen Metals halten, sollte "Celebration Decay" zum Umdenken führen. Dass ich immer noch Carl Albert im Ohr habe bei der Nennung des Namens VICIOUS RUMORS, sollte niemanden vom Einkauf abhalten. Großartige Scheibe!



Gesamtwertung: 9.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood blood dry
Trackliste Album-Info
01. Celebration Decay
02. Pulse Of The Dead
03. Arrival Of Desolation
04. Any Last Words
05. Asylum Of Blood
06. Darkness Divine
07. Long Way Home
08. Cold Blooded
09. Death Eternal
10.Collision Course Disaster
11. Masquerade Of Good Intentions
Band Website: www.viciousrumors.com
Medium: CD, LP
Spieldauer: 46:47 Minuten
VÖ: 21.08.2020

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