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3xperimental - Symphony of Element

Review von Zephir vom 02.08.2020 (1317 mal gelesen)
3xperimental - Symphony of Element Wenn ein Projekt sich 3XPERIMENTAL nennt, dann ist selbstredend kein klassischer Heavy Metal zu erwarten. Die durch Gastmusiker unterstützte Ein-Mann-Show von Jean-Baptiste Vincent hat deutliche Industrial-, Doom-, Black- und Prog-Einflüsse; das Self-Release "Symphony Of Element" erinnert mich an eine Mischung aus alten NEUROTECH-Werken und noch älteren SAMAEL. Auch der Albumname ist sprechend: "Symphony Of Element" arbeitet sich mit polysynthetischer Unterstützung durch Erde, Wasser, Wind und Feuer, endet folgerichtig am Ende der Welt und schließt visionär im Geiste des Menschen oder auch in einem anderen Geiste ab.

Die elementare Schöpfung findet ihre Vertonung in sieben Tracks mit rhapsodischem Aufbau. Progressive Rhythmusspielereien, abrupte Tempowechsel und verschiedene klangliche Ausgetaltungen haben streckenweise offensiv hitzige Power und sind damit höchst kurzweilig. Dazu kommen aggressives Gitarrengeschredder und vokales Gefauche und Gekeife, das sich sicher ein wenig an SAMAELs Vorph orientiert hat. Ambient-Klänge wie Wasserplätschern oder Flammenknistern sind bei der Thematik Ehrensache; auch E-Piano findet häufige Verwendung. Auffällig sind allerdings die arg dominanten Keyboard-Streicher und ohrenscheinlich computergenerierten Chöre, die wohl der Grund dafür sind, dass sich 3XPERIMENTAL auch als "sinfonisch" bezeichnet.

"Symphony Of Element" steckt voller guter Einfälle, die meine Neugier wecken und den Mastermind als ausgesprochen interessanten neuen Musiker auszeichnen (sein Demo veröffentlichte er erst 2019, hier behandelte er die Themen Virtual Reality und Eskapismus). Über dem Ganzen liegt eine merklich ungeschliffene, richtiggehend trashige Note; die einzelnen Tonspuren scheinen sich streckenweise ein wenig gegeneinander zu sperren, aber das ist möglicherweise so beabsichtigt und scheint mir kein Manko, zumal es den Industrial-Touch des Ganzen besonders hervorhebt. Ich persönlich kann dem durchaus etwas abgewinnen. Kritisieren muss ich allerdings den unglaublich billigen Klang der Synthie-Streicher und -Chöre beziehungsweise deren überbordenden Einsatz. Ein kompositorisch genialer Track wie 'Fire' wird damit nachgerade kaputtgedudelt, und wären auch Streicher und Chöre echt, selbst dann wäre ihre Präsenz einfach viel zu ... nun ja, präsent. Nervig sind auch die einfallslosen Gitarren-Arpeggi in 'Wind' mit ihren ausgeleierten Pop-Harmonien, die gar nicht zum Rest des Albums passen. Im Übrigen hege ich in Bezug auf die Echtheit der Gitarre und manch anderer Instrumente meine Zweifel, aber wie viel da zulasten der Produktion geht, vermag ich nicht zu sagen.

Da 3XPERIMENTAL aber noch am Anfang steht, möchte ich nicht so viel meckern: Das Projekt hat Potenzial und schlägt zumindest bei mir eine Saite an, auf deren Frequenz ich durchaus empfänglich bin. Ich hoffe sehr, dass JB Vincent 3XPERIMENTAL weitertreibt und den sogenannten "sinfonischen" Anteil nicht nur optimiert, sondern auch maßvoll reduziert. Dann bin ich begeistert, versprochen.


Gesamtwertung: 6.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Essentia Existentiae
02. Earth
03. Water
04. Wind
05. Fire
06. At The End Of The World
07. Visions
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 40:00 Minuten
VÖ: 20.06.2020

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02.08.2020 Symphony of Element(6.5/10) von Zephir

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