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Nachtschatten - Leuchtfeuer

Review von Zephir vom 10.07.2020 (918 mal gelesen)
Nachtschatten - Leuchtfeuer Wenn eine Band sich auf den Namen NACHTSCHATTEN tauft, dann erwarte ich unweigerlich etwas Mittelaltermäßiges - umso mehr, wenn die Lyrics deutsch gehalten sind und die neue EP "Leuchtfeuer" heißt. Was den Act aus Karlsruhe angeht, stimmt das allerdings nicht: Die Jungs haben sich dem Melodeath verschrieben. Gegründet wurden NACHTSCHATTEN 2010; fünf Jahre später kam das Debüt "Prolog" auf den Markt, das von recht gemischten Kritiken empfangen wurde. "Leuchtfeuer" ist mit sechs Tracks fast schon als Vollalbum zu bezeichnen und wurde bereits im März dieses Jahres via Fastball Music veröffentlicht.

Musikalisch steht das Gerüst auf solidem Fuß: NACHTSCHATTEN leisten sich gleich drei Gitarristen, Andreas Siefert, Dennis Blaser und Matthias Eing, deren Saitenarbeit ebenso sauber ist wie die des Bassisten Daniel Wengle, der auch die Vocals beisteuert. Wir hören zwischen groovigen Death-Riffs immer wieder mal hell heulende Gitarrensoli, die Songs haben durchwegs Drive. Auch die Trommeln (zuständig: Pascal Fitterer) können ordentlich was und knüppeln einem zeitweise ein ganz schönes Tempo ins Hirn; hier sei vor allem der Titeltrack 'Leuchtfeuer' erwähnt, den ich fernerhin als Anspieltipp empfehlen möchte. Kontemplative Instrumental-Bridges wie nach der Hälfte von 'Denkmal' oder im letzten Drittel von 'Leuchtfeuer' gehören ebenfalls zum Genre und werden Freunden manch skandinavischer Vertreter gefallen. Ansonsten sind die Songs aber recht gleichförmig aufgebaut und insgesamt alle sechse recht homogen in ihrer Struktur - hier darf ruhig noch ein wenig mehr experimentiert werden, das Potenzial ist da.

Bemängeln muss ich leider die Abmischung, in der die recht hochfrequenten, deutlich artikulierten und, ich sage mal, semi-gutturalen Vocals von Daniel Wengle zu sehr im Vordergrund stehen. Die Instrumentalfraktion gerät dabei ins Hintertreffen, und der typische Death-Charakter bleibt auf der Strecke. Klar ist es nichts Schlechtes, nicht typisch zu sein. Wenn man als Hörer aber dunkle Stimmen wie die von Jukka Pelkonen oder auch aggressivere helle Organe wie das von Anders Fridén im Ohr hat, die sich absolut organisch in den Melodeath-Groove ihrer Musik fügen, dann kommt man bei NACHTSCHATTEN erst einmal schwer aufs Gleis.

Die eigentliche Herausforderung, der sich die Band stellt, ist aber noch schneller identifiziert: Es sind die bereits oben erwähnten deutschen Lyrics, die zu schreiben und durchzuziehen in diesem Genre eine Portion Mut und auch Können erfordert - aus dem lapidaren Grund, dass der Hörer das eben nicht so recht gewohnt ist ... und überhaupt. Gar zu schnell denke ich bei den reichlich metapherngeschmückten deutschen Texten in Verbindung mit der eher keifenden denn growlenden Stimme an EDEN WEINT IM GRAB, die ja nun musikalisch in ganz anderer Richtung unterwegs sind. Das irritiert mich, soll aber kein Manko sein. Dass NACHTSCHATTEN hier ihr eigenes Ding fahren, ist absolut anerkennenswert, und ich gehe davon aus, dass sie live ein echtes Brett sind. Nach Corona werde ich das vielleicht mal erfahren.



Gesamtwertung: 6.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Verspiegelte Gläser
02. Denkmal
03. Krone Der Schöpfung
04. Verdammnis
05. Leuchtfeuer
06. Stählerne Göttin
Band Website: www.nachtschatten-band.com
Medium: EP
Spieldauer: 28:00 Minuten
VÖ: 00.00.0000

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