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Mike Lepond's Silent Assasins - Whore Of Babylon

Review von Rockmaster vom 06.07.2020 (961 mal gelesen)
Mike Lepond's Silent Assasins - Whore Of Babylon Während einer SYMPHONY X-Tour hat Bass-Virtuose Mike LePond mal eben Zeit gefunden, ein ganzes Album für sein Soloprojekt MIKE LEPOND'S SILENT ASSASSINS zu schreiben. Und, entweder stimmt das Klischee nicht, dass Musiker auf einer Tour ständig unter Strom stehen, und Mike hatte sehr viel Zeit, oder aber er hat die wenige Zeit überaus effektiv genutzt. Jedenfalls ist "Whore Of Babylon" ein überaus facettenreiches Werk mit einem tollen Song nach dem anderen geworden. Thematisch geht's tendenziell durch geschichtliche Themen, aber darunter doch eher die, die spektakulär genug klingen, dass sie es in ein durchschnittliches Geschichtsbuch einer amerikanischen High School geschafft haben könnten. Zunächst aber mal heißt's "anschnallen!" im Ohrenbackensessel, wenn 'Dracul Son' seine Zähne ausfährt. Die Uptempo-Nummer schickt sich an, einen mit sägendem Riff und knackigem Sound aus selbigem herauszufegen. Seinen Hintergrund bei SYMPHONY X, meint man, kann Mike LePond hier nicht ganz ablegen, aber trotz leicht progressiver Note und eingemischten Chören hier und da klingt die Nummer deutlich straighter als das meiste, was Kollege Michael Romeo bislang so komponiert hat. Der Drive ist enorm, und der Mix ist hart und druckvoll. Langsamer, aber noch genialer komponiert ist der zweite Titel 'Ides Of March'. Zwar bekommt hier Mike sein Bass-Intro und ist auch sonst im Mix stets präsent (und spielt zudem noch die Rhythmusgitarre), aber der Titel lässt ganz klar erkennen, dass die SILENT ASSASSINS kein Egoprojekt sind. An der überragenden Qualität des Titels haben Sänger Alan Tecchio und Leadgitarrist Lance Barnewold und auch der namenlose Schlagzeuger genauso ihren Anteil. Die Harmonie stimmt, bestätigt auch Mike: "Jamming with these guys is a no stress situation. There are no egos, there's no bullshit, it's just love of this metal music that drives us all, and I think you can clearly hear that on "Whore Of Babylon"." (Mit den Jungs zu jammen ist absolut stressfrei. Da stellt keiner sein Ego in den Vordergrund, man verarscht sich nicht, da ist nur die Liebe für die Metal-Musik, die uns alle antreibt, und ich glaube, das hört man klar auf "Whore Of Babylon").

Tempo und Härte variiert die Band fortwährend, und so schaffen sie es, auf einem Album Power Metal mit einer Prise Epic und einem progressiven Topping zu servieren und so klingen zu lassen, als sei es richtig guter Metal nach alter Machart. Alan gibt prinzipiell alles und noch viel mehr. Auf 'Tell Tale Heart' übertreibt er es vielleicht ein wenig - aber mit so viel Inbrunst, dass man es ihm nicht übel nehmen kann. Mike, der Basslegende Geddy Lee als eines seiner Vorbilder angibt, brilliert am Bass und ist großartig an der Rhythmusgitarre, und die Leads und Soli von Lance sind einfach Klasse. Ein erster Ruhepol auf dem Album ist 'Night Of The Long Knives' mit akustischen Gitarren und Folk-Einflüssen. Der einzige schwache Titel auf dem Album - einige mögen ihn trotzdem lieben - ist die Ballade 'Champion', die sich in meinen Ohren einfach zu sehr nach Klischee anhört. Leider wird uns auch der Name der Gastsängerin im Promo-Info nicht verraten - die macht nämlich eigentlich einen guten Job. Einzig die 'Nanana'-s am Schluss (hab ich das Thema nicht kürzlich bei den BOWMEN erwähnt? Hier MUSS ich mich despektierlich darüber äußern) hätte sich die Dame schenken sollen. Jede beliebige Textzeile aus dem Titel als Reprise hätte hier besser gepasst.

Nachdem nun über fünf Titel das Album immer ruhiger wurde und man sich langsam fragt, ob als nächstes eine Synthie-Pop-Nummer kommt, besinnen sich die SILENT ASSASSINS Gott sei Dank wieder darauf, dass sie eigentlich angetreten sind, um alles andere als "silent" zu sein, und mit 'Ironborn' kommt wieder ein echter Kracher. Schnelle Breaks und Riffs wechseln sich ab mit episch breiten Passagen. Wer voreilig den sicheren Ohrenbackensessel verlassen hat, könnte sein blaues Wunder erleben, die flotten Stellen haben Nackenbrechergarantie. Auf jeden Fall ist der Titel eines der Highlights auf dem Album. Kompositorisch klasse - mit Percussion und orientalischen Anleihen - ist der Titeltrack 'Whore Of Babylon', und auf dem langen Schlusstrack im US-Power-Metal-Stil 'Avalon' lernen wir, dass auch der Bass ein großartiges Leadinstrument sein kann. Gekrönt werden die eingängigen Gesangsmelodien vom epischen Chorus, und der Einsatz der Hammond-Orgel in der Mitte des Titels (und sehr dezent auch mal davor und danach) macht die Nummer zum perfekten Abschluss für das Album.

Bei SYMPHONY X ist Michael Romeo der Mastermind, hier hat Mike LePond indes bewiesen, dass auch er vor Kreativität nur so sprüht. Michael hat den SILENT ASSASSINS abermals sein Studio zur Verfügung gestellt, und so ist unterm Strich mit "Whore Of Babylon" ein absolut starkes, abwechslungsreiches Album entstanden.

Gesamtwertung: 9.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Dracul Son
02. Ides Of March
03. Tell Tale Heart
04. Night Of The Long Knives
05. Champion
06. Ironborn
07. Lady Bathory
08. Power Of Steel
09. Whore Of Babylon
10. Avalon
Band Website: https://www.facebook.com/mikelepondssilentassassin
Medium: CD, LP
Spieldauer: 54:00 Minuten
VÖ: 26.06.2020

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