Banner, 300 x 250, mit Claim


Atavist - III:Absolution

Review von Metal Guru vom 17.06.2020 (3812 mal gelesen)
Atavist - III:Absolution ATAVIST entstammen dem Vereinigten Königreich, heißen/spielen Toby Bradshaw/Stimme, Callum Cox/Schlagzeug, Chris Naughton/Gitarre und Stimme und Shane Ryan/Bass und machen - noch/schon/wie immer - altmodischen, bleiernen, depressiven Doom. Das machen sie umso überraschender, als dass es sie (die Band) circa zehn Jahre gar nicht (mehr) gab - eine Reunion, yeah! Der Beipackzettel gibt außer allgemeiner Selbstbeweihräucherung und der Empfehlung, die Band zu supporten, nicht viel an Information her. Ja klar, "älter, besser, erfahrener, reifer, weiser(?)" sollen sie (die Bandmitglieder) geworden sein - gut möglich bis höchstwahrscheinlich bis ziemlich sicher, dass ...

"III: Absolution", das gerade mal dritte Full-Length-Album der Briten nach 13 inaktiven Jahren (fünfzehn Jahren Bandgeschichte insgesamt) besteht zwar 'nur' aus vier Songs, dauert aber trotzdem fast 'ne Stunde - na ja, Doom halt! Das liegt auf der einen Seite am Bleigehalt (= der quälenden, omnipräsenten, lavaartigen Langsamkeit) des schwermetallischen Vortrags, auf der anderen (Seite) an den vielen bis SEHR vielen Wiederholungen innerhalb der Einzelvorträge. Assoziationen ähnlich zäher Kapellen wie MY DYING BRIDE drängen sich unweigerlich auf, was nicht zuletzt (AUCH, aber nicht NUR) an der Verwendung echter(!) Strings liegt. Die Celli beispielsweise wurden von dem/der mir bisher völlig unbekannten Jo Quail (MONO, MY DYING BRIDE - ach, sieh' an!), die Bratschen und Geigen von der mir bisher ebenfalls völlig unbekannten Bianca Blezard (WINTERFYLLETH) eingespielt. Der mir bisher auch und ebenfalls unbekannte Mark Deeks (auch und ebenfalls WINTERFYLLETH) addiert "atmosphärische, bewegende und synthetische Soundscapes" zum eh deprimierenden Doom. Doch, das andere gestrichene Intro oder das eine gezupfte Outro gefallen mir schon recht gut, allerdings begibt sich die Band so gut wie nie aus dem sicheren Fahrwasser der reinen Molligkeit (= harmonische Herausforderung sieht anders aus beziehungsweise hört sich anders an). Ansonsten wird gesanglich gegrunzt, gitarristisch gesägt und schlagzeugtechnisch geschleppt, dass es - je nach musikalischer Geschmacksausrichtung - eine oder auch keine Freude ist.

Wer es schafft, die eine Scheibe (= die vier Stücke) in einem Stück (= NICHT in Scheiben) durchzuhören, findet sich früher oder später im genretypischen Zeitlupen-Groove. Dabei möchte ich DEN oder DIE sehen, der oder die dabei NICHT depressiv wird! Nein, 'Happy-Go-Lucky'-People sollten ihre lieben Lauscher unbedingt von ATAVISTs "III: Absolution" lassen - akute Suizid-Gefahr! Auf MICH trifft das alles nicht zu - ICH bin bereits depressiv/hinüber/immun/resistent/dump, ICH kann das ab, bei MIR besteht keine Gefahr whatsoever. Außerdem hab' ich dieses Zeuch hier ja genau deswegen (= Doom, Langsamkeit, Qual, Schmerz, Zwang) geordert, bin insofern weder enttäuscht, noch frustriert, noch "in Gefahr". Sieben Tropfen für ATAVISTs depressiv-doomige Dauerdröhnung ...

Gesamtwertung: 7.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood dry dry dry
Trackliste Album-Info
01. Loss (16:31)
02. Struggle (14:23)
03. Self-Realisation (09:39)
04. Absolution (17:43)
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 58:16 Minuten
VÖ: 19.06.2020

Besucher-Interaktion

Name:
Kommentar:
(optional)
Meine Bewertung:
(optional)
(Hinweis: IP-Adresse wird intern mitgespeichert; Spam und Verlinkungen sind nicht gestattet)

Artikel über soziale Netzwerke verbreiten