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Triptykon - Requiem (w. THE METROPOLE ORKEST, Live At Roadburn 2019)

Review von baarikärpänen vom 20.05.2020 (276 mal gelesen)
Triptykon - Requiem (w. THE METROPOLE ORKEST, Live At Roadburn 2019) Lange hat uns Thomas Gabriel Fischer warten lassen. Und wer weiß, wie lange es noch gedauert hätte, wäre da nicht Walter Hoeijmakers gewesen, der Boss des Roadburn Festivals. Der dachte sich nämlich, dass sein Festival genau der richtige Rahmen wäre, um Geschichte zu schreiben. Also war er es, der Fischer seine Idee unterbreitete, das, was mit CELTIC FROST seinen Anfang nahm, nun endlich unter dem Banner TRIPTYKON zu beenden.

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Es war 1987, als CELTIC FROST den ersten Teil von "Requiem" mit dem Titel 'Rex Irae (Requiem, Chapter One: Overture)' auf ihrem wegweisenden Album "Into The Pandemonium" veröffentlichten (mehr zu dem Album findet ihr hier Album-Triple). Leider folgten einige nicht mehr so Recht nachvollziehbare Entscheidungen, was die weitere Karriere von CELTIC FROST vorerst beendete. So dauerte es bis zum Comeback und dem "Monotheist"-Album in 2006, auf dem 'Winter (Requiem, Chapter Three: Finale)', der dritte Teil von "Requiem" zu finden war. Aber wie wir alle wissen, kam es schon kurze Zeit später zum erneuten Split und Fischer gründete TRIPTYKON. 16 Jahre hatte Fischer nicht mehr an "Requiem" gearbeitet, bis eben Walter Hoeijmakers 2018 auf ihn zukam und ihm den Vorschlag unterbreitete, das Werk endlich in voller Länge zu präsentieren. Fischer machte sich also an die Arbeit, um den überfälligen zweiten Teil zu schreiben. Wenn man sich nun anschaut, dass 'Grave Eternal (Requiem, Chapter Two: Transition)' eine Spielzeit von über 32 Minuten hat, dann kann man erahnen, welche Leistung Fischer da vollbracht hat. Aber damit war die Arbeit noch nicht beendet. Hoeijmakers schlug für die adäquate Umsetzung des Projekts das Metropole Orkest aus Holland vor. Die Leitung des Orchesters übernahm der Finne Jukka Isakkila, für das Arrangement war Florian Magnus Maier zuständig, der schon länger zum inneren Kreis bei TRIPTYKON zählt. Der Weg war also bereitet, um Geschichte zu schreiben.

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Wir dürfen uns zunächst mal verneigen vor der Leistung von Band und Orchester, denn dem eigentlichen Auftritt gingen lediglich zwei gemeinsame Generalproben voraus. So ein ambitioniertes Projekt mit so wenig Vorlauf trotzdem so perfekt in Szene zu setzen ist bei aller Professionalität der Beteiligten eine echte Leistung. Natürlich werden die absoluten Nerds den ein oder anderen Fehler finden, aber wir sind ja keine Nerds.'Rex Irae (Requiem, Chapter One: Overture)' eröffnet also diesen denkwürdigen Abend. War die Aufnahme von 1987 eigentlich schon eine Macht, übertrifft die neue Version sie um Längen. Besonders erwähnenswert die Leistung von Safa Heraghi, zuständig für den weiblichen Vocal-Part. Bei aller Klasse des ersten Parts, das Herzstück von "Requiem" ist 'Grave Eternal (Requiem, Chapter Two: Transition)'. Unfassbar, was Fischer hier vollbracht hat. Der Song beginnt als fiese Doom-Walze in TRIPTYKON-Art, der Einsatz der Trompete verleiht dem Ganzen kurzzeitig einen mexikanischen Flair, bis die Gitarre in bester PINK FLOYD-Manier soliert. Gilt auch für Safa Heraghi, deren Vocals glatt von "Dark Side Of The Moon" stammen könnten. Beim leisen Zwischenpart, nur Percussion/Glockenspiel, kann man eine Stecknadel fallen hören, so ruhig ist das Publikum. Danach baut sich eine bedrohliche Soundkulisse auf, Fischer und Heraghi sind zusammen zu hören. Und der Gesang hat eine hypnotisierende Wirkung. Das Ende des Stücks hat fast schon Soundtrack-Charakter. Ihr wisst schon, die Szene am Ende des Films, wenn alle Protagonisten tot am Boden liegen. All hope is lost. So klingt das also, wenn man von dunkler Schönheit spricht. Das ruhige 'Winter (Requiem, Chapter Three: Finale)', nur vom Orchester gespielt und von Safa Heraghi begleitet, rundet dieses einzigartige Konzert ab. Die frenetische Reaktion des Publikums am Ende von "Requiem" verdeutlicht, was für ein besonderes Erlebnis das gewesen sein muss.

Es gibt ja unzählige Bands, die ihrem Repertoire eine klassische Aufarbeitung gönnen, weil es ja so schrecklich innovativ ist. In den seltensten Fällen kann das Endergebnis überzeugen. Nun ist "Requiem" von Anfang an als symphonisches Werk geplant gewesen, weswegen man es nicht mit diesen anderen Truppen vergleichen kann. Aber die Art und Weise wie es umgesetzt wurde, die perfekte Symbiose zwischen Orchester und Band, nötigt Respekt ab und dafür kann es nur eine Wertung geben: die Höchstpunktzahl!



Gesamtwertung: 10.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Rex Irae (Requiem, Chapter One: Overture)
02. Grave Eternal (Requiem, Chapter Two: Transition)
03. Winter (Requiem, Chapter Three: Finale)
Band Website: www.triptykon.net
Medium: CD
Spieldauer: 45:56 Minuten
VÖ: 15.05.2020

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