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Alkymist - Sanctuary

Review von Humppathetic vom 20.05.2020 (258 mal gelesen)
Alkymist - Sanctuary Brutalität. Dieser Begriff wird in unseren Gefilden vor allem mit schnellen, prügelnden Bands verbunden, namentlich zum Beispiel mit CANNIBAL CORPSE, NAPALM DEATH oder alten CARCASS. Und nicht umsonst gibt es das Subgenre Brutal Death Metal. ALKYMIST aber schicken sich an, diesen Terminus für sich zu beanspruchen, und das in aufreizend langsamer Weise. Und auch ich möchte für diesen Denkansatz werben. Man stelle sich mal zwei Varianten des zu-Tode-Kommens vor: Entweder wird man innerhalb von zehn Sekunden mit Faustschlägen in der Geschwindigkeit eines NAPALM-DEATH-Blastbeats zu Tode geprügelt oder jemand sticht einem mittels einer feuerheißen Messerklinge minutenlang bewusst langsam in den Bauch, bis man entweder am Schock oder am Blutverlust (wahlweise auch durch das Treffen lebenswichtiger Organe) stirbt. Welche Variante klingt in diesem zugebenermaßen makabren Gedankenspiel humaner? Eben.

ALKYMIST aus Dänemark haben sich gewissermaßen der zweiten Variante verschrieben. Doomig-langsamer, teils in den Sludge absinkender, matschig-zäher Sound wird dem Hörer kredenzt, und als wäre das nicht schon anstrengend genug, kratzt die Produktion so dermaßen im Gebälk, als habe man es mit dem Prototypen des schwedischen Death Metals zu tun. Für manche Schmerz-induzierend, für mich Frohlocken generierend. In den fünf Songs, von denen nur einer die fünf-Minuten-Marke nicht knackt, zwei Interludien und einem Outro schicken die Dänen den Hörer durch eine Reise, die sich vor allem im Jenseits abspielt. Der Tod ist allgegenwärtig und wird mal aus lebendiger, mal aus bereits (halb-)toter Sicht vorgetragen. Wirklich depressiv wird es dabei aber nie vollends. Dazu passt auch der Text des Promoblattes: "But even if the shadows demand sacrifice, defeat and disappointment, and even if the sky seems sad and grey, there will still be reasons to celebrate." Wir haben es hier also mit einer erwachsenen Herangehensweise zu tun, und das stellt sich als ziemliches Glück heraus, denn ganz subjektiv brauche ich keine x-te selbstbemitleidende DSBM-Kombo.

Und so erfüllt diese Reise den willigen Hörer, der sich die Zeit nimmt, dieses nicht immer einfache Werk zu hören, das noch dazu nur auf Vinyl herausgekommen und auf 500 Stück limitiert ist. Es lohnt sich definitiv, auch wenn man es manchmal weniger mit klassischen Songs denn übergeordneten, transzendentalen Klangcollagen zu tun bekommt. Dafür wird man am Ende auch mit 'Astral Haze', dem meines Erachtens besten Stück auf dieser Platte, "belohnt".

Gesamtwertung: 8.5 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood dry dry
Trackliste Album-Info
01. Oethon
02. The Dead
03. S.O.Y.
04. Draugr
05. Gust Of War
06. Desolated Sky
07. Astral Haze
08. Warkeeper
Band Website:
Medium: Vinyl
Spieldauer: 43:14 Minuten
VÖ: 01.05.2020

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20.05.2020 Sanctuary(8.5/10) von Humppathetic

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