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Denner's Inferno - In Amber

Review von Damage Case vom 06.12.2019 (459 mal gelesen)
Denner's Inferno - In Amber Murray & Smith, King & Hanneman, Downing & Tipton. Was wäre das Heavy Metal-Universum ohne seine großartigen kongenialen Gitarristenpaare? Was zum Gehörnten hat das mit Michael Denner zu tun? Der Däne war selbst lange Jahre und über mehrere Bands Teil eines solchen Paares, genauer mit Hank Shermann, mit dem er bei MERCYFUL FATE in den 1980ern zu einer der legendärsten aller Metal Bands überhaupt aufstieg. Nach deren Ende um 2000 riefen die beiden Gitarristen die tollen, aber leider kurzlebigen FORCE OF EVIL ins Leben, um just in den 2010ern unter dem selbstbetitelten Banner DENNER SHERMANN nochmals zwei überzeugende schwermetallische Veröffentlichungen an den Start zu bringen. Während Shermann nun in die Gestade von MERCYFUL FATE zurückgekehrt ist und mit King Diamond ab 2020 wieder zunächst die Bühnen dieser Welt unsicher machen wird, bleibt Michael Denner außen vor - wohl weil er Mitte der 1990er nach "Into The Unknown" nicht ganz im Frieden aus der Band ausschied und mit dem King auseinanderging.

Und so nahm sich Michael Denner einer alten Idee an, und zwar seiner Cover-Band TRICKBAG, packte fünf eigene Songs und fünf Fremdkompositionen zusammen und veröffentlicht sie unter dem neuen Namen DENNER'S INFERNO. Hinter den Kesseln hierbei sitzt mit Bjarne T. Holm ausgerechnet der Schlagwerker von MERCYFUL FATE. Dies und die Tatsache, dass Denner sich in den Medien nicht negativ über die Reunion ohne ihn äußert, lässt ihn eher als elder Gentleman denn als Griesgram erscheinen. Der ziemlich unbekannte Sänger Chandler Mogel aus den USA erinnert etwas an den ehemaligen TYGERS OF PAN TANG-Fronter John Deverill. Und entsprechend dem Alter der Coversongs bieten auch die Eigenkompositionen Siebziger-Hardrock-Flair. Aber weniger die powervolle Version der Sorte LED ZEPPELIN, sondern eher die mystisch-lässige Variante, deren Ursprünge auch die Grundlage der ersten MERCYFUL FATE-Veröffentlichungen bildeten. Das heißt, hier wird eher lässig gerockt als wild gerifft. Wer Heavy Metal der Sorte DENNER SHERMANN oder FORCE OF EVIL (MERCYFUL FATE lassen wir mal ganz außen vor) erwartet, wird enttäuscht sein. Wer eher mit BLUES PILLS, AVATARIUM oder neueren OPETH kann, darf hier gerne ein Öhrchen riskieren. Ein Song wie 'Loser', der zwischendurch fast schon nach Disco/Soul klingt (Vergleich: das 1978er Solo-Album von Gene Simmons) lässt allerdings einfach nur ratlos zurück. Man hat sogar einen direkten Vergleich zu Denners Vergangenheit ziehen, denn das Stück 'Fountain Of Grace' wurde bereits 2004 unter dem Banner von FORCE OF EVIL veröffentlicht - und zieht in der ursprünglichen Version deutlich mehr, wirkt einfach kraftvoller. Hinzu kommt, dass die Covergestaltung für Michael Denners Verhältnisse diesmal reichlich unspektakulär ausgefallen ist. Im besten Fall kann man die in blauem Hintergrund gehaltene Präsentation eines Bernstein-Brockens als "mystisch" bezeichnen. Jedoch hält das keinem Vergleich zu den "Don't Break The Oath"-Referenz der DENNER SHERMANN-Veröffentlichungen stand.

Fazit: Alle legendären Gitarristenpaare leiden darunter, wenn sie nur noch alleine musizieren. MAIDEN ohne Smith, Smith ohne MAIDEN, PRIEST ohne Downing, PRIEST ohne Tipton, und SLAYER ohne Hanneman - alle waren/sind sie sowohl live als auch auf Konserve nicht mehr von selbiger Durchschlagskraft. Und bei DENNER'S INFERNO klingt das leider ebenfalls ganz erheblich durch. Ganze drei wirklich neue eigene vollwertige Songs plus ein Instrumental - das ist quantitativ wie auch qualitativ deutlich zu wenig. Der mittlerweile Einundsechzigjährige klingt, wenn man es wohlwollend ausdrücken möchte, lässig - objektiv betrachtet, aber eher kraftlos. Es ist schade und bezeichnend, wenn die Cover-Songs die besten und (wenigstens phasenweise) mitreißenden Tracks auf einem Album sind. Leider keine Kaufempfehlung.

Drei Anspieltipps: 'Up And On' mit seinen gefälligen Gitarrenläufen, das rockige CHEAP TRICK-Cover 'Taxman (Mr. Thief)' - und 'Loser', denn dann dürfte jedem klar sein, warum als Note hier eine 5,5 vergeben wurde.

Gesamtwertung: 5.5 Punkte
blood blood blood blood blood dry dry dry dry dry
Trackliste Album-Info
01. Matriarch (MONTROSE-Cover)
02. Fountain Of Grace
03. Up And On (TEMPEST-Cover)
04. Sometimes
05. Taxman (Mr. Thief) (CHEAP TRICK- Cover)
06. Veins Of The Night
07. Run For Cover (STREETWALKERS-Cover)
08. Pearls On A String
09. Loser (Trapeze cover)
10. Castrum Doloris (Instrumental)
Band Website: www.facebook.com/DennersInferno
Medium: CD
Spieldauer: 42:59 Minuten
VÖ: 15.11.2019

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06.12.2019 In Amber(5.5/10) von Damage Case

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