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Bombus - Vulture Culture

Review von Opa Steve vom 13.11.2019 (410 mal gelesen)
Bombus - Vulture Culture BOMBUS als "Newcomer" zu betiteln, würde der Bandhistorie nicht gerecht werden. Seit erstaunlichen zehn Jahren sind die Schweden aktiv, ohne dass ich jemals den Namen gehört, geschweige denn mal einen Ton bewusst gehört hätte. Mit "Vulture Culture" liegt nun neben einigen Singles und EPs der vierte Longplayer vor. Und ich sehe, dass ich hier tatsächlich zehn Jahre verpasst habe, wie sich die fünf zu einer ganz heißen Rock-Hoffnung gemausert haben. Auf "Vulture Culture" befinden sich keine halben Sachen. Die Scheibe strotzt nur so vor Energie, und selbst bei den ruhigeren Songs ist hier jeder Ton im Arrangement an seiner richtigen Stelle und kaum etwas überflüssig oder gar Mangelware. Stilistisch sind BOMBUS kaum zu greifen. Sie haben den Arschtritt des Punks, sind aber dabei unheimlich vielseitig und experimentierfreudig. Und extrem selbstbewusst, das muss man ihnen lassen. An manchen Stellen, wie zum Beispiel beim furiosen Opener 'A Ladder - Not A Shovel' oder auch in 'Two Wolves And One Sheep' - erinnert mich die gegenläufige Polyphonie der Instrumente an ältere Action-Soundtracks. Nur dass BOMBUS in ihrer hart rockenden Instrumentierung sofort die Hütte zum Kochen bringen. Sie mischen souverän die käsige Dramatik alter DEEP PURPLE/RAINBOW-Akkorde und -Leads in den Opener oder auch in 'Mama' und fahren im Titelsong dramatische Melodien auf. Sie können aber nicht nur brachial, auch die etwas leiseren Töne beherrschen sie perfekt. Immer wieder gibt es mehrstimmige Chöre, die in "It's All Over" sogar als gekonnte - wenn auch leichtgewichtige - Signature-Arrangements von QUEEN durchgehen würden. Trotz aller Spielfreude gibt es auch die straighten High-Energy-Rocker in Form von 'Human' und auch psychedelische Vibes, als wären frühe MOTÖRHEAD mit PINK FLOYD irgendwann in den späten 70ern zum Tripwerfen für paar Stunden im Zimmer verschwunden. Zu hören in meinem persönlichen Anspieltipp, 'In The Shadows', der nebenbei noch richtig fette Breitwandgitarren auffährt und wie eine Lokomotive Fahrt aufnimmt, bevor er sich in bunten Farben und ekstatischem Zappeln im Drogennebel verliert. Lässig, dennoch mit viel Dampf, und irgendwie beeindruckend groß.

BOMBUS sind für mich mit "Vulture Culture" eine überfällige Entdeckung. Man spürt mit jedem Ton, dass in den Songs harte Arbeit, aber auch literweise Herzblut steckt. Die Band lotet stilistische Grenzen weit aus und vermengt die Zutaten dennoch zu einem harmonischen und charakterstarken Erlebnis. Eine explosive Scheibe und weit weg von der Alltagskost. Wer bisher eher stilistisch straight unterwegs war, wird anfangs möglicherweise etwas irritiert sein. Aber die Scheibe wächst mit jedem Hören, packt immer fester zu, und verspricht dauerhaften Langzeitspaß.



Gesamtwertung: 8.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood dry dry
Trackliste Album-Info
01. A Ladder - Not A Shovel
02. (You Are All Just) Human Beings
03. Mama
04. It's All Over
05. In The Shadows
06. We Lost A Lot Of Blood Today
07. Vulture Culture
08. Two Wolves And One Sheep
09. Feeling Is Believing
Band Website: www.bombusmusic.com
Medium: CD
Spieldauer: 40:35 Minuten
VÖ: 15.11.2019

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13.11.2019 Vulture Culture(8.0/10) von Opa Steve

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