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Steel Panther - Heavy Metal Rules

Review von Elvis vom 02.10.2019 (326 mal gelesen)
Steel Panther - Heavy Metal Rules Ich gebe zu, ich hätte vor zehn Jahren nicht gedacht, dass STEEL PANTHER es längerfristig so ins hiesige Bewusstsein schaffen würden, dass im Jahr 2019 mehr Fans der Band denn je regelmäßig zu den Konzerten kommen und so mittlerweile etwa die Essigfabrik in Köln gleich für zwei Abende in Folge gebucht wird. Da war der erste Gig der Jungs im Luxor 2010 doch noch eine andere Nummer - einschließlich Promofoto-Session im Pascha seinerzeit. Während das zweite Album "Balls Out" immer noch auf dem Index steht - das muss man mit dieser Musik auch erst mal schaffen - sind wir jetzt tatsächlich (jedenfalls unter dem Namen STEEL PANTHER) doch wirklich schon bei Album Nummer fünf angekommen.

Das hört auf den ebenso stumpfen wie prägnanten Namen "Heavy Metal Rules" und bietet an sich genau das, was man von Michael Starr, Satchel, Lexxi Foxx und Stix Zadinia erwarten darf. Auch in den Zeiten ausuferndster "Political und Sexual Correctness" nehmen STEEL PANTHER hier keinerlei Blatt vor den Mund und bleiben bei ihren ebenso schlüpfrig-vulgären wie doch weiterhin ironisch angehauchten Texten. Fans kann man damit heuer sicherlich gar nicht mehr schocken, Sittenwächter und Moralapostel vermutlich schon (gut so!). Während ich teils schon lesen durfte, hier würden sich doch textliche Abnutzungserscheinungen breit machen, sehe ich das Ganze jedoch eher als bewusstes Stilmittel. Der Grund, warum STEEL PANTHER anhaltenden und wachsenden Erfolg haben, ist meines Erachtens auch ein ganz anderer und der ist viel entscheidender als jeglicher textlicher Novelty Factor: Sie sind fähige Musiker und schreiben in ihrem Stil gute, eingängige Songs. Das ist im Grundsatz auch auf "Heavy Metal Rules" nicht anders.

Bei 'Zebraman' handelt es sich um einen Ausschnitt aus dem Film "Heavy Metal Parking Lot" als Intro, das Album enthält also nur neun echte Songs. 'All I Wanna Do Is Fuck (Myself Tonight)' ist also der wahre Opener und macht das eigentlich ziemlich gut. Zwar gibt es keine große Überraschung, aber der Song wächst mit der Zeit auch noch etwas und sollte unbestreitbaren Live-Appeal haben. 'Let's Get High Tonight' ist ebenfalls eingängig und plätschert munter aus den Boxen. Bei 'Always Gonna Be A Ho' handelt es sich um die Powerballade des Albums, die auch kürzlich als Single veröffentlicht wurde. Neben dem ziemlich gelungenen Text - hier ist Michael Starr mal durch die Bank der Betrogene - gefällt mir der Song auch musikalisch sehr gut und ist ein echter Ohrwurm (und ich bin nicht der größte Freund von Powerballaden!). In 'I'm Not Your Bitch' wird sich zackig gegen zu viel Hausarbeit gewehrt, während 'Heavy Metal Rules' mit ein paar interessanteren Songstrukturen überzeugt und auf Konzerte hin geschrieben wurde. 'Sneaky Little Bitch' arbeitet in klassischer STEEL PANTHER-Manier zum Beispiel Blicke ins Handy auf, während 'Gods Of Pussy' (wenn wundert es bei dem Titel) die übermenschlichen sexuellen Fähigkeiten der Band glorifiziert. Unerwartet ruhig schließt das Album mit der Ballade 'I Ain't Buying What You're Selling'. Wäre da nicht der Text, man könnte durchaus von einem ernsthaften Song sprechen. Die Produktion passt, die Soli sind an der richtigen Stelle und das Songmaterial ist gut. Der Hitfaktor war zwar schon mal etwas höher, aber trotzdem ist das hier immer noch mehr, als die meisten anderen Bands abliefern. War "Lower The Bar" noch knapp unter vierzig Minuten Spielzeit, so sind wir hier schon nur noch bei knapp über 36 Minuten. Klar, das war in den 70ern und 80ern auch oftmals so, trotzdem wären ein bis zwei Songs mehr schon noch drin gewesen, denke ich.

STEEL PANTHER-Fans bekommen insofern weiterhin das, was ihnen schmeckt und ein gutes Album ist "Heavy Metal Rules" auch geworden. Zum Einstieg für neue Fans würde ich allerdings immer noch das Debüt "Feel The Steel" wählen. Live ist die Band ohnehin weiterhin eine Macht, und ich glaube, das ist letztlich in der heutigen Zeit ohnehin mehr das, was für eine Band wie STEEL PANTHER zählen dürfte.



Gesamtwertung: 8.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Zebraman
02. All I Wanna Do Is Fuck (Myself Tonight)
03. Let’s Get High Tonight
04. Always Gonna Be A Ho
05. I’m Not Your Bitch
06. Fuck Everybody
07. Heavy Metal Rules
08. Sneaky Little Bitch
09. Gods Of Pussy
10. I Ain’t Buying What You’re Selling
Band Website: www.steelpantherrocks.com
Medium: CD
Spieldauer: 36:02 Minuten
VÖ: 27.09.2019

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