Letzte Reviews





Festival Previews
Festival Reviews 2019
A Sinister Purpose 2019

Hell Over Hammaburg 2019

WackenOpen Air 2019

Moran Magal - Under Your Bed

Review von Opa Steve vom 30.08.2019 (408 mal gelesen)
Moran Magal - Under Your Bed Für ein Metal Magazin ist MORAN MAGAL trotz der doch spürbar eingesetzten Stromgitarren und rockigen Drums schon eine kleine Herausforderung. Die Wahlberlinerin stammt ursprünglich aus Israel und hat sich bislang mehr als Singer/Songwriter am Klavier betätigt. Doch seit ihrem Kontakt mit Metal versucht sie auf 'Under Your Bed', diese beiden Ansprüche zu vermischen. Was MYRKUR in ihrem Segment selbst bei ruhigsten Songs fabelhaft gelingt, ist bei Moran noch ein Stück weit ambivalent. Möglicherweise hat ihr Duett mit Kobi Farhi (ORPHANED LAND) den Drive verpasst, der jetzt noch reifen muss. Zunächst einmal sind einige kompositorische Leistungen auf dem Album schlicht fabelhaft. Sie erzeugen zielsicher ihre Stimmungen und es ist eine Freude, den Arrangements zu lauschen, die bei den meisten Metal-Genres auf Kosten der Power doch deutlich platter sind. Der Opener 'Always Something' ist dabei ein richtiger Ohrenöffner und spielt seine Qualitäten in dieser Position perfekt aus. Man wird nämlich neugierig auf die Scheibe. Der Song ist um ein repetitives Klavierthema gestrickt, welches simpel, aber hypnotisch im Lauf der vier Minuten seine mächtige Wirkung entfaltet. Überhaupt ist ihre Präsenz als Pianistin durch das ganze (!) Album sehr spürbar (man höre das Solieren in 'Short Time Happiness') und in der Mischung interessant. Der Gesang ist dabei meistens (!) erstklassig. Schon im proggigen Titelsong 'Under Your Bed' beweist sie genauso wie in 'Reality TV', dass sie auch schwierige Passagen tonal und rhythmisch sehr gut meistert. Auch verwendet sie in 'Win Me Over' und 'Outer Space' Stilmerkmale anspruchsvollerer Pop-Sängerinnen. Mir gefällt auch ihre - für Metal etwas ruhigere und tiefere - Stimme. Eine sehr angenehme und sympathische Tonlage, in der sie zuhause ist. Auch das besonders rauchig tief gesungene 'Go Dark' ist stimmlich ein willkommener Wohlklang mit einer tollen Präsenz. So gern ich ihr aber zuhöre, so muss ich zu meinem Leidwesen leider gestehen, dass nicht jeder Song so zupackt wie der Anfang des Albums. Manche Songs driften in gleichförmigen Mittelalter-Metal ab ('Tododo') und auch so mancher Titel bedient sich simpelstem WITHIN TEMPTATION-Bombasts ('Black Swan', 'Never Fade'), was kompositorisch ungefähr so spannend wie ein Opel Zafira mit Vollkasko ist. Neutral lässt sich noch ergänzen, dass ich im Stil mehr keltische Einflüsse zu hören glaube als israelische (abgesehen vom orientalisch angehauchten 'Over My Shoulder').

Fazit: Tolle Sängerin und Pianistin, deren Ausflug in den Metal alles andere als misslungen ist, aber viel öfter den Mut benötigt, den sie im Gänsehaut-Anspieltipp 'Always Something' oder im Titelsong beweist. Um es mit den Worten einer mainstreamorientierten TV-Jury zu sagen: "Ich würde dich gern im Recall sehen. Aber dann musst du richtig aus dir rausgehen.".

Gesamtwertung: 6.5 Punkte
blood blood blood blood blood blood dry dry dry dry
Trackliste Album-Info
01. Always Something
02. Under Your Bed
03. Win Me Over
04. Tododo
05. Go Dark
06. Black Swan
07. Over My Shoulder
08. Outer Space
09. Reality TV
10. Short Time Happiness
11. Never Fade
12. Take Your Money
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 43:40 Minuten
VÖ: 30.08.2019

Besucher-Interaktion

Name:
Kommentar:
(optional)
Meine Bewertung:
(optional)
(Hinweis: IP-Adresse wird intern mitgespeichert; Spam und Verlinkungen sind nicht gestattet)

Artikel über soziale Netzwerke verbreiten



Reviews

30.08.2019 Under Your Bed(6.5/10) von Opa Steve

Album des Augenblicks
Volltextsuche
Schaut mal!