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Sacred Reich - Awakening

Review von Damage Case vom 23.08.2019 (459 mal gelesen)
Sacred Reich - Awakening 2006. Das Jahr des "Sommermärchens". Deutschland heißt die Welt bei sich "zu Gast bei Freunden" und feiert sich und die einen Sommer lang. Was zum heiligen Fußballgott hat das mit den Phoenix-Thrashern SACRED REICH zu tun? 2006 war auch das Jahr, in dem Phil Rind entschied seine Band aus dem Dornröschenschlaf zu wecken und im Original-Line-up zumindest wieder live aufzutreten. Dass es dann gut dreizehn Jahre und den Wiedereinstieg des Weltklasse-Schlagzeugers Dave McClain (ehemals MACHINE HEAD, mit einer seiner besten Studioleistungen überhaupt) und des zweiundzwanzigjährigen Gitarren-Jungbrunnens Joey Radziwill gedauert hat, bis man neue Noten aus dem Hause SACRED REICH serviert bekommen würde ... wer hätte das damals gedacht? Nun liegt das fünfte Album "Awakening" endlich vor und ein kurzer Blick ins Promo-Sheet lässt direkt einmal ernüchtert aus der Wäsche gucken:

Acht Songs in einunddreißig Minuten nach dreiundzwanzig (!) Jahren Studiopause. Das muss man sich kurz mal auf der Zunge zergehen lassen und innehalten, bevor man die Wiedergabetaste drückt.

Doch dann eröffnet der Titelsong den Hit-Reigen und zerstreut augenblicklich alle Bedenken. 'Awakening' schiebt exakt ab Sekunde eins. Phils markante Stimme heißt uns willkommen, und spätestens ab Minute drei kommt man beim Lauschen des rhythmischen Riffens nicht mehr aus dem Bangen heraus. Das anschließende 'Divide And Conquer' nimmt den Faden auf, verschleppt im Refrain das Tempo - hier kommen, nicht zuletzt durch Phils Phrasierung, leichte Gedanken an ICED EARTH zu ihren besseren Zeiten, also bis spätestens 1998, in den Sinn. Das Riffing und der Groove dieses zweiten Songs, aber auch aller Folgesongs, verknüpft so authentisch Old School 80er Thrash mit dem Sound des 90er Thrashs, dass einem die Freudentränen in die Augen schießen möchten. Auf diesem Niveau kann das 2019 keine andere Band auf diesem Planeten. Hinzu kommt, Phil Rinds kraftvolle Stimme ist um keine Sekunde gealtert - dafür, dass er mittlerweile aussieht wie der freundliche, leicht untersetzte ältere Herr vom Sparkassen-Schalter. Er ist jedoch immer noch wütend, politisch und schreit uns seine Botschaften mitten ins Gesicht. 'Salvation' - für den mitreißenden Rhythmus eines solchen Stücks würden ANTHRAX heute töten oder zumindest ihren Front-Pudel zum Scheren in den Hundesalon schicken. Man beachte auch die feinen MAIDEN-Gitarren im Mittelteil. Das pfeilschnelle Riffing in 'Manifest Reality' hätte das Zeug, Kerry King heutzutage Knoten in die Hand zu spielen.

Auch die folgenden Songs fallen qualitativ null ab. Bis zur abschließenden Groove-Maschine 'Something To Believe' hat die Kombination aus Rhythmus, Riffing, Melodie und der allgegenwärtigen Stimme des Bandchefs das Geschehen fest im Griff. SACRED REICH schaffen das fast Unglaubliche und knüpfen nahtlos an ihre letzte Großtat von 1996, "Heal", an. Als wären die Jungs aus Arizona nie weg gewesen.

Ein Satz noch zum Albumcover: Dessen Gestaltung in Schwarz-Grau ist eine Collage aus vielen Elementen rund um die Themen Religion (Phil Rind ist praktizierender Buddhist) und Krieg (man achte nur auf die Texte von 'Killing Machine' oder 'Revolution'). Das Auge kann sich in dieser gelungenen visuellen Umsetzung der inhaltlichen Botschaft von "Awakening" richtig schön sattgucken. Sehr fein.

Fazit: Wenn ihr dieses Jahr nur ein Thrash Metal-Album kaufen und nur eine Rückkehr (ungeachtet von POSSESSED und EXHORDER) feiern wollt, dann greift zu "Awakening". Phil Rind und seine Truppe haben, wenn überhaupt, nur verlernt, mehr als zehn Songs auf eine Platte zu packen. Aber hier obsiegt eindeutig Qualität über Quantität. Und wenn ihr während der Vorweihnachtszeit noch nichts vorhaben solltet: Ab 08.12. ist bereits Bescherung, denn SACRED REICH starten an diesem Tag in Kassel den Deutschlandteil ihrer Europatour.

Drei Anspieltipps: C'mon. Drei aus Acht? Hört euch die EP, Entschuldigung, Platte, an und entscheidet selbst.

Gesamtwertung: 9.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood blood dry
Trackliste Album-Info
01. Awakening
02. Divide And Conquer
03. Salvation
04. Manifest Reality
05. Killing Machine
06. Death Valley
07. Revolution
08. Something To Believe
Band Website: https://www.facebook.com/sacredreichofficial/
Medium: CD
Spieldauer: 31:25 Minuten
VÖ: 23.08.2019

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