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Manntra - Oyka!

Review von Zephir vom 04.08.2019 (291 mal gelesen)
Manntra - Oyka! Kroatien ist vermutlich nicht das erste Land auf dem Radar der Folk Metal-Welt. Dabei ist die Richtung gar nicht so abwegig: Von nebenan aus Italien kommen ATLAS PAIN, aus dem östlichen slawischen Sprachraum ARKONA - und jetzt sind auch MANNTRA aus dem Adriastaat drauf und dran, mit ihrem ersten internationalen Longplayer "Oyka!" ihren Platz in der Szene zu sichern. Drei Alben in kroatischer Sprache haben MANNTRA bereits veröffentlicht, und auf dem neuen Release mischen sie ihre Muttersprache mit Englisch und - gefeaturt durch Gastsänger Michael Rhein (IN EXTREMO) - auch Deutsch. Musikalisch wildern die fünfe in südslawisch-folkigen Klängen mit sanftem Frauengesang, fetten Gitarrenriffs, rockigem Leadgesang (zuständig: Frontmann Marko M. Sekul), tanzbaren Wirtshaus-Rhythmen und einem Instrumentarium, das hier und da an ELUVEITIE erinnert: Auch in Süd- und Südosteuropa zählen Sackpfeife und Akkordeon schließlich zum traditionellen Inventar der Volksmusik.

"Oyka!", archaisch für "Mädchen", steht ganz in der bekannten Tradition des Folk Metal-Segments zwischen regionalen Mythen, Heimatliebe und modernen Themen. Im Opener und Titeltrack wird eine junge Frau Zeugin eines Kampfes zwischen zwei Riesen; 'Yelena' erzählt von der kroatischen Königin des Mittelalters. Dass ausgerechnet der höchst patriotisch anmutende Gassenhauer 'Kroatien' von Michael Rhein geschrieben wurde und auch auf Deutsch von ihm zum Besten gegeben wird, mag ebenso irritieren wie das eigenartige Doppel-N in der Mitte des Bandnamens. Die Lösung des ersten Rätsels liegt in der Erklärung des IN EXTREMO-Sängers, die Adriainsel Murter - so der Name der kroatischen Version des Songs - sei seine zweite Heimat. Haben sich also die Richtigen gefunden! Die Lösung des Rätsels um das Doppel-N entzieht sich meiner Kenntnis.

Mit 'Dance' sind MANNTRA noch einmal so richtig partymäßig unterwegs, um auf den folgenden drei Tracks in eine ernsthaftere Richtung abzubiegen: 'In The Shadows' ist ein düsterer Track mit härterem Riffing, der sich um das Wechselspiel aus inneren und äußeren Widerständen dreht. Ein archaischer Chorus darf auch hier nicht fehlen. Das melancholische 'Everlasting' behandelt in zurückgenommenem Tempo und zunächst auch reduziertem Arrangement eine traurige alte Königslegende, während die Rittersage 'Fire In The Sky' musikalisch der modernste Song sein dürfte.

'Nevera', ein (hier emotionaler) Sturm, findet sich zurück in den Mittelalter-Flow, und wer vor einem Jahrzehnt auf KORPIKLAANIs 'Vodka' vom 2009er Album "Karkelo" abgetanzt hat, der wird auch das mannesstarke 'Rakhia' lieben. Der Rausschmeißer 'Sanjaj' schließlich lädt trotz der verträumten Meerjungfrauen-Thematik zum Headbangen und Beineschwingen ein.

Fazit: "Oyka" bringt hier und da Neues, hier und da Altbekanntes, ist dabei keineswegs allein für die südslawische Diaspora interessant. Insgesamt haben sich MANNTRA stark an die mitteleuropäische Strömung des Mittelalter-Folk-Metal angelehnt, sodass Freunde von IN EXTREMO, NACHTGESCHREI, HARPYIE und Co. auf ihre Kosten kommen dürfte: Abtanzen und abfeiern lässt sich mit MANNTRAs neuem Output garantiert überall.

Gesamtwertung: 7.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Oyka
02. Yelena
03. Kroatien (feat. Michael Rhein)
04. Dance
05. In The Shadows
06. Everlasting
07. Fire In The Sky
08. Nevera
09. Rakhija
10. Sanjaj
11. Murter (Croatian Version)
12. Yelena (live)
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 40:00 Minuten
VÖ: 26.07.2019

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04.08.2019 Oyka!(7.0/10) von Zephir

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