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Stellar Master Elite - Hologram Temple

Review von Damage Case vom 16.06.2019 (679 mal gelesen)
Stellar Master Elite - Hologram Temple Wer von euch kennt das cineastische Meisterwerk EVENT HORIZON aus dem Jahr 1997? Eine Weltraumcrew soll ein am Rande unseres Sonnensystems verschollen geglaubtes Raumschiff ebenda bergen und erlebt daraufhin den blanken Horror - mit düsterem Ausgang.

Was hat das mit STELLAR MASTER ELITE und deren viertem Langspieler zu tun? Das Album mit Science-Fiction-Konzept baut eine ähnlich verstörende und unbehagliche Stimmung auf, wie man sie während des Weltraumhorrortrips des Geisterraumschiffs durch ein Schwarzes Loch und zurück erleben könnte. Der Hörer fühlt sich knapp über eine Stunde lang von der monströsen und fordernden Schwärze nicht wie bei norwegischem Black Metal der Sorte "Nadeldrucker" an die Wand getackert, sondern im wahrsten Sinne des Wortes an, oder besser noch durch, die Wand gedrückt. Drei Viertel des Quartetts aus der Heimat der Porta Nigra, Trier, musiziert auch bei DER ROTE MILAN, wo man deutlich "klassischeren" Black Metal mit deutschsprachigen Texten spielt.

STELLAR MASTER ELITE klingen 2019 wie ein Stilmix aus Black Metal Moonfog'scher Prägung, Doom der finstersten Sorte, mitunter tiefem Death Metal Shouting, Industrial dank Synthesizer und Samples und zu guter Letzt einer Prise Drone für den schier endlos an den Nerven zehrenden Albumausklang ('Tetragon'). Als grobe Anhaltspunkte dienen langsame CRADLE OF FILTH in ihren untheatralischen Momenten, die seligen RED HARVEST, SATYRICON zu "Rebel Extravaganza", BLACKLODGE, ABRUPTUM, aber vor allem SECRETS OF THE MOON zu "Antithesis" und "Privilegium". Die Niedersachsen um Mastermind sG kommen mir hinsichtlich der Stimmung, die ihr ähnlich schleppender Black Metal erzeugt, des Öfteren in den Sinn. Auch soll hier das komplexe, aber stets klar nachvollziehbare Songwriting erwähnt werden. Nix sinnloses Ganghochschalten und weiter mit Einbahnstraßenraserei, wenn mal wieder die Ideen ausgehen. Gewalt nach striktem Fahrplan ist hier an der Tagesordnung. Man hört den Musikern an, dass seit ihrem letzten Werk vier Jahre vergangen sind und damit genug Zeit, um die neuen Songs sorgfältig auszuarbeiten. Zum ersten Mal veröffentlichen SME ohne ihre bisherige Durchnummerierung im Albumtitel, soll heißen, "Hologram Temple" trägt kein "IV" als Präfix im Titel.

Zum Konzept nur so viel: Das Label benennt als Themenkomplex die Überwindung der Sterblichkeit durch die logische Weiterentwicklung und Verschmelzung von Evolution und Technik (Stichwort "Künstliche Intelligenz"). Auch wird die Frage aufgeworfen, ob die uns bekannte Realität nur eine Illusion sein könnte. Ohne Textblatt lässt sich das leider im Detail nicht nachvollziehen, da die Vocals der beiden Sänger M.S. und S.K., sowie Gastsänger E.K., nicht wirklich verständlich sind. Dem Hörgenuss schadet das freilich nicht, sofern man die Musik auch ohne wissenschaftlichen Diskurs genießen kann und bereit ist, sich der Stimmung dieses Meisterwerks hinzugeben. Ein weiterer Pluspunkt ist die wertige 180g-Doppel-LP mit Hotfoil-Prägung, welche das futuristische Cover noch besser zur Geltung bringt.

Fazit: Uneingeschränkte Begeisterung für einen unverhofften persönlichen Top-20-Kandidat 2019.

Drei Anspieltipps: Das zunächst fett groovende und später immer mal wieder gepflegt rasende 'Freewill Decrypted' mit seinen finster geknurrten Vocals, die mit Stimmen-Sample unterlegte Megawalze 'Ad Infinitum' und 'The Beast We Have Created' - ein Song, der hält, was sein Titel verspricht.

Gesamtwertung: 9.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood blood dry
Trackliste Album-Info
01. Null
02. Freewill Decrypted
03. Apocalypsis
04. Ad Infinitum
05. The Beast We Have Created
06. Agitation - Consent - War
07. Black Hole Dementia
08. The Secret Of Neverending Chaos
09. Tetragon
Band Website: www.stellarmasterelite.com
Medium: CD
Spieldauer: 61:31 Minuten
VÖ: 03.05.2019

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