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Ill-Sanity - Winter death

Review von Opa Steve vom 23.01.2003 (2254 mal gelesen)
Ill-Sanity - Winter death Ill-Sanity

Winter Death

Direkt zum Einstieg der laut Bandinfo "ersten Studio-Produktion" nutzt das Quintett aus dem Großraum Köln direkt mehrere Features, mit denen normalerweise erst Bands mit einem großen Bekanntheitsgrad aufwarten: das waeren eine handnumerierte limitierte Auflage (wenn sie mal den großen Durchbruch schaffen, ist diese Produktion ja bestimmt was wert), und ein Splitprogramm mit zusätzlichen Live-Aufnahmen.

Da die Werbung der "Studio-Qualität" nicht oft genug in der Info betont wird, widmen wir uns also zuerst den produzierten Songs dieser CD-R:

Nach einem stimmungsvollen Intro, welches zu dem recht schönen Innensleeve-Foto passt und den Albumtitel mehr verdeutlicht, knüppelt der Titelsong als kalter Black Metal mit schnellen Blastbeats aus den Boxen. Der Sound kombiniert mit der Spielweise der Gitarristen macht einen recht guten Eindruck, auch wenn die Produktion noch etwas Mastering vertragen könnte (auch eine Stille von 10 Sekunden am Ende des Songs stört doch erheblich den Fluss des Materials). Insgesamt etwas trocken mittig gehalten reiht sich die CD in eine Fülle anderer underground-nahen Produktionen ein, ohne ansonsten unverzeihliche Fehler aufzuweisen.

Nach dem schnellen Geknüppel reizt die Band mit dem thrashig-deathigen Stück "Blasphemie" die Nostalgiger unter uns: ein sehr kurzes Spätachziger Riff gepaart mit einem Gesang, der mich irgendwie an Holy Moses Sabina in ihren jungen Tagen erinnert.

Selbstverständlich muß eine Scheibe die Zuhörer in den ersten Takten mit der besten Stückauswahl in den Bann ziehen. Gefährlich wird es aber, wenn eine Scheibe anschliessend stark abfällt und keine Spannungskurve mehr bieten kann. Diese Befürchtung beschleicht den Hörer schon ab der nächsten Nummer, die irgendwie eine erste Zäsur der CD darstellt. Das Material wird noch etwas schleppender, aber auch leider auch einfallsloser. Auch der kratzende Sound der Gitarren will mir nicht mehr so recht munden wie beim Titelsong, und es klingt fast, als wäre die CD in verschiedenen Sessions aufgenommen worden. Die richtigen Ohrwürmer bleiben aus, und bis auf den stets agilen und treffsicheren Drummer macht sich eine gewisse rifftechnische Stagnation bemerkbar. "Heart of a restless machine" wirkt sperrig wie zu einer unausgeschlafenen Zeit komponiert. Die Idee mit dem düsteren "Circles" mit seiner Mischung aus LondonAfterMidnight&Nosferatu wirkt somit noch als Lichtblick in einer ansonsten eher plätschernden Songfolge, auch wenn dieses Werk wiederum gar nicht mit seinen Vorgängern harmonieren will.

Der letzte Studiosong kloppt nochmal auf die Zwölf, kann aber leider nicht mehr die Atmosphäre des Openers erreichen. Abschliessend zum Studiomaterial wäre zu sagen, dass sich Ill-Sanity mehr um einen Wiedererkennungswert bemühen sollten. Nichts gegen schubladenfreies Denken, aber wenn man versucht, Schubladen verschiedener Hersteller in einen Schrank einzubauen, wirkt das Gesamtgefüge einfach nicht mehr. Etwas weniger Schielen nach Stilmitteln anderer Bands und dafür eine ehrlichere Präsentation eigener Identität käme der Band sehr zugute, da sonst fast jeder einzelne Song allein seine Zielgruppe suchen muß.

Noch einige Worte zum Live-Material: es läßt die Band wiederum in einem völlig anderen Licht erscheinen. Das streckenweise sehr bemüht-düstere "Final Journey" erinnert in seinem cleanen Strophenpart fatal an Hotel California der Eagles, die Schlusssongs wiederum an die Frühphase der Speedmetal-Kapellen, die damals haufenweise gesignt wurden. Die sehr kultig-traditionellen Riffs von "Generation X" dürften zum Abschluss der CD nochmal begeistern. Schade, dass dieser Song nicht in einer knallenden Studio-Produktion zu hören ist, denn zusammen mit Winter Death bietet er das größte Potential dieser Veröffentlichung.

Gesamtwertung: 5.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01 - Winter death
02 - Blasphemy
03 - Opening your grave
04 - Heart of a restless machine
05 - Circles
06 - Ill-Sanity (re-recorded)
07 - Final journey (live)
08 - Killing machine (live)
09 - Generation X (live)
Band Website: www.ill-sanity.de.vu
Medium: MCD-R
Spieldauer: 31:45 Minuten
VÖ: 15.12.2002

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23.01.2003 Winter death(5.0/10) von Opa Steve

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