Livebericht 1914 (mit Katla (DK) )

Ein Livebericht von Eddieson aus Osnabrück (Bastard Club) - 10.04.2026 (699 mal gelesen)
Nachdem der Bastard Club wieder in seine alte Wirkungsstätte, den Skaters Palace Osnabrück umgezogen ist, wo es ja vor vielen Jahren seinen Anfang genommen hat, ist es für mich das erste Mal, dass ich die Location dort mal wieder besuche. Bevor er an die Buersche Straße gezogen ist, habe ich dort mal BLAZE BAYLEY spielen sehen, und heute stehen die Ukrainer 1914 und die Dänen KATLA auf der Bühne. Die Anfahrt ist erfreulich stressfrei. Da ich bis eben noch arbeiten musste, bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich es pünktlich zum Anstoß der Show schaffe, doch die Verkehrsverhältnisse meinen es gut mit mir und so bin ich pünktlich um 20 Uhr am Bastard Club. Zu meiner Freude muss ich feststellen, dass KATLA noch nicht begonnen haben. So habe ich noch kurz Zeit, mich zu akklimatisieren und einen Blick auf das Merch zu werfen. Die Tour ist schon seit einigen Tagen unterwegs und ich muss feststellen, dass sowohl Vinyl als auch CDs von 1914 bereits ausverkauft sind. T-Shirts gibt es für 30 Euro und Longsleeves für 35 Euro. Das Angebot wird auch gut angenommen. Auf dem Tisch befindet sich eine Spendenbox für die Ukraine, die mittlerweile schon sehr gut gefüllt wurde.
imgcenter

Um circa 20.20 Uhr stehen dann KATLA auf der Bühne. Das Trio aus Dänemark habe ich bisher noch nicht live gesehen, ist also eine Premiere heute für mich. Der Blackened Doom kommt direkt vom ersten Moment an gut bei den Leuten an. Es scheint auch eine nahezu ausverkaufte Show heute zu sein, was bedeutet, dass vielleicht 300 bis 400 Leute da sind. KATLA haben jedenfalls richtig Spaß. Schlagzeuger und Sänger Rasmus Bang lässt sich zwischen den Songs immer wieder zu kurzen Anekdoten hinreißen und auch innerhalb der Band gibt es auf der Bühne immer wieder kleine Späße. 2025 haben KATLA ihr erstes Album "Scandinavian Pain" veröffentlicht, daher ist es nur logisch, dass sie sich mit der Setlist auf die Songs des Albums konzentrieren. 'Dead Lover' und 'Grim Jesus' zum Beispiel. Aber auch 'Satan' von der ersten EP findet heute den Weg auf die Bühne. Dazu gibt es die 2019er-Single 'Dragonlord', die explizit nicht dem Drachenlord gewidmet wird, bevor die Show mit 'Taurus' schon wieder ein Ende findet. Nicht ganz eine Stunde haben sie gespielt, viel gequatscht haben sie und deutlich mit "Fuck sexism! Fuck homophobic! Fuck fascism" positioniert haben sie sich auch. Alles was gut und wichtig ist in den momentanen Zeiten.
imgleft
Dann gegen 21.15 Uhr betreten 1914 unter dem Intro 'War In (The Beginning Of The Fall' die Bühne. Alle gekleidet in alte Soldatenuniformen, um dem Ganzen noch eine gewisse Authentizität zu verleihen. Dazu trägt Sänger Dmytro Kumar noch die ukrainische Flagge in der Hand, die er dann nach dem ersten Song 'FN .380 ACP#19074' über das Schlagzeug hängt. 1914 ballern direkt weiter und gehen mit 'Vimy Ridge (In Memory Of Filip Konowal)' weiter zum Vorgängeralbum "Where Fear And Weapons Meet". Die Band wirkt absolut tight und gut aufeinander eingespielt. Schlagzeuger Rostyslaw Potopljak hat ja vor Kurzem die Band aus familiären Gründen verlassen, dafür hat nun Drummer Reich den Platz hinter den Kesseln übernommen. Dieser verprügelt seine Felle gnadenlos und äußerst präzise. Es dauert auch nicht lange, da ergreift Sänger Dmytro das Wort und redet sich in Wut über den russischen Invasionskrieg und mit mahnenden Worten bittet er um die Unterstützung für die Ukraine, denn man weiß ja nicht, was als nächstes passiert, sollte die Ukraine fallen. Er bekommt dafür großen Zuspruch beim anwesenden Publikum. Dann konzentrieren sich 1914 musikalisch erst mal komplett auf das neue Album. Sie starten mit '1914 (The Siege Of Przemysl)', gehen weiter mit '1915 (Easter Battle For The Zwinin Ridge)' - natürlich mit dem starken Intro. Dann folgt '1918 Pt 1: WIA (Wounded In Action)' ebenfalls mit Intro und '1916 (The Südtirol Offensive)' und '1917 (The Isonzo Front)' bilden dann den Abschluss des "Viribus Unitis"-Blocks.
imgright
Zwischendurch hat Dmytro noch mal das Wort ergriffen und ein paar persönliche Geschichten aus seinem Heimatland erzählt. Persönliche Schicksalsschläge des Bassisten, persönliche Schicksalsschläge des Gitarristen und auch von ihm und wie die Schule seiner Tochter zerbombt wurde. Es herrscht absolute Stille im Raum. Erst als die letzten Worte "Fuck War! Fuck Imperialism! Fuck Putin!" fallen, gibt es wieder großen Jubel der anwesenden Leute. 'Passchenhell' folgt und danach verlässt die Band die Bühne. Doch natürlich lassen sie sich nicht lange bitten, kommen noch mal zurück und geben zu guter Letzt 'A7V Mephisto' unter einem weiterhin äußerst druckvollen Sound zum Besten.
imgleft
Mit den äußerst sympathischen 1914 gab es also circa 70 Minuten Vollgas heute. Die Band, nein, beide Bands haben absolut geliefert. Ich habe sowohl KATLA als auch 1914 heute zum ersten Mal live gesehen und hoffe und freue mich wirklich darauf, sie in naher Zukunft noch einmal sehen zu dürfen. Zwei starke Auftritte, ein starker Abend!
Location Details
Bastard Club in Osnabrück (Deutschland)
Website:www.bastard-club.de
Adresse:Bastard Club
Hardcore Family e. V.
An Der Rosenburg 9
49084 Osnabrück

Besucher-Interaktion

Name:
Kommentar:
(optional)
Meine Bewertung:
(optional)
(Hinweis: IP-Adresse wird intern mitgespeichert; Spam und Verlinkungen sind nicht gestattet)

Artikel über soziale Netzwerke verbreiten