Livebericht Heaven Shall Burn (mit The Halo Effect und The Black Dahlia Murder) |
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| Ein Livebericht von Eddieson aus Köln (Palladium) - 28.02.2026 (1024 mal gelesen) |
| Das Konzertjahr 2026 beginnt schon mal sehr verheißungsvoll. Vor Kurzem mit dem starken Package MAYHEM, MARDUK und IMMOLATION und heute steht die "Heimat Over Europe Tour" von HEAVEN SHALL BURN auf dem Plan, zusammen mit THE HALO EFFECT, THE BLACK DAHLIA MURDER und FROZEN SOUL, ein ebenfalls starkes Package von vier Bands. Zwar ist Köln nicht gerade um die Ecke, aber von Bielefeld aus in gut zwei Stunden erreichbar. Nach einer entspannten Hinfahrt und einer zum Glück sehr kurzen Parkplatzsuche stehe ich nun, eine halbe Stunde vor Beginn, im Kölner Palladium. Der erste Blick wandert Richtung Merchstand, vor dem sich schon eine lange Schlange gebildet hat. Mit 30 Euro pro Shirt handeln HSB wieder äußerst fanfreundlich, die neue LP signiert schlägt mit 35 Euro zu Buche, was ebenfalls völlig im Rahmen ist. Die Vorbands nehmen 35 Pro Shirt, was auch noch okay ist mittlerweile, aber ungewöhnlich, dass die Vorbands mehr für ein Shirt haben wollen als der Headliner. Aber egal von welcher Band, heute Abend geht hier einiges an Merch über die Theke. Und dann stehen pünktlich um 18.30 Uhr FROZEN SOUL auf der Bühne. Eingeleitet wird die Show von ACCEPTs 'Balls To The Wall', das dann nahtlos übergeht in 'Encased In Ice'. Wer sich schon mal mit FROZEN SOUL beschäftigt hat, weiß, dass es hier walzenden Death Metal der Marke BOLT THROWER gibt. Dazu gibt es einen kleinen Einschlag vom Hardcore. Das Palladium ist sehr gut gefüllt, ich denke, so kurz vor ausverkauft. Es mögen vielleicht so um die 3500 Leute heute hier sein, die von Beginn an voll da sind. FROZEN SOUL kommen sehr gut an, was nicht zuletzt an den massiven Riffs liegt, die die Amis den Leuten hier um die Ohren hauen. Gestern erst haben FROZEN SOUL ihr neues Album "No Place Of Warmth" angkündigt, von dem sie auch gleich das knackige und nicht mal eine Minute laufende 'Absolute Zero' und gleich hinterher den Titeltrack 'No Place Of Warmth' spielen. Beide kommen extrem gut an und passen perfekt in die Setlist, denn großartige Veränderungen in ihrem Stil gibt es mit den neuen Songs nicht. Zwar haben sie nur eine halbe Stunde Spielzeit, aber diese nutzen sie. Ein extrem sympathischer, mächtiger und kraftvoller Auftritt der Band, der mit 'Arsenal Of War', 'Invoke War' und 'Crypt Of Ice' abgeschlossen wird. Es ist alles durchgeplant, so dauert der change over nur 15 Minuten - und dann stehen schon THE BLACK DAHLIA MURDER auf den Brettern. Völlig unmetallisch kommt die Band mit der Intromusik von Der Preis Ist Heiß auf die Bühne, spielen dann aber 'What A Horrible Night To Have A Curse' vom "Nocturnal"-Album. Nach dem tragischen Tod von Sänger Trevor hatte ich bisher noch nicht die Möglichkeit, die Band mit dem Neu-Sänger Brian zu sehen und war dementsprechend gespannt. Das neue Album "Servitude" gefällt mir ganz gut und so war ich natürlich gespannt, wie Brian sich live macht. Und ja, er macht sich gut. Stimmlich nicht ganz so variabel wie sein Vorgänger, was sich natürlich in den alten Songs zeigt, und es fehlt ihm ein wenig diese Verrücktheit, die Trevor auf der Bühne zeigte, doch das ist Jammern auf hohem Niveau. Brian macht das gut, vor allem in den neuen Songs, wie sich dann bei 'Aftermath', 'Cursed Creator' oder 'Mammoth's Hand' zeigt. Zwischendurch streut die Band immer mal wieder ältere Songs ein, wie 'A Vulgar Picture' vom zweiten Album "Miasma". Zwar hätte ich mir noch mehr ältere Songs gewünscht, am liebsten vom ersten Album, aber darauf nimmt die Band leider keine Rücksicht. Da kommt dann noch 'Nightbringers' des gleichnamigen Albums und 'Everything Went Black' ebenfalls von "Nocturnal", aber dann wird das Set auch schon mit 'Utopia Black' abgeschlossen. Nachdem FROZEN SOUL schon geliefert haben, haben nun auch THE BLACK DAHLIA MURDER 35 Minuten Vollgas gegeben. Ein kurzer Blick zum Merchstand verrät, dass dort immer noch eine meterlange Schlange ansteht. 20 Minuten Zeit, um mal kurz durchzuatmen, denn schon um 20.10 Uhr beginnen THE HALO EFFECT ihre Show. Mit ihren beiden Alben "Days Of The Lost" und "March Of The Unheard" haben sich die Schweden eine gute Fanbase erspielt, was auch heute Abend sehr deutlich wird. Direkt mit dem ersten Song 'This Curse Of Silence' fällt es der Band leicht, sich die Aufmerksamkeit des Publikums zu erspielen, denn es scheint so, als wären nicht wenige Leute auch wegen THE HALO EFFECT hier. Obersympath Mikael Stanne hat von Minute eins an ein breites Grinsen auf dem Gesicht und man sieht ihm deutlich an, dass er, aber auch der Rest der Band, heute mit extrem viel Spielfreude bei der Sache ist. Während THE HALO EFFECT, deren Bühnenbeleuchtung wie auch die beiden Artworks der Alben überwiegend in Grün gehalten ist, 'March Of The Unheard', 'Feel What I Believe' und 'The Needless End' spielen, wird deutlich, dass sie wesentlich routinierter zur Sache gehen als die beiden Vorgängerbands. Nicht nur routinierter, sondern auch etwas ruhiger. Das macht aber gar nichts, denn die Spielfreude überwiegt einfach. 'Detonate', 'Become Surrender' und 'Gateways' folgen. THE HALO EFFECT kommen gut an, der Vorraum ist fast leer und alle Besucher feiern mit der Band. Diese dankt es ihnen mit 'Our Channel To Darkness', 'Between Directions', 'A Truth Worth Lying For' und dem abschließenden 'Shadowminds'. Und noch während des Outros 'Coda' feiert die Band mit dem Publikum, verteilt ein paar Gimmicks und geht mit einem breiten Grinsen von der Bühne. Im Zuge dieser Show musste ich im Vorfeld recht lange überlegen, wann ich HSB außerhalb eines Festivals live gesehen habe. Und ich konnte mir diese Frage nicht beantworten. Vielleicht war es irgendwann zum Release der "Whatever It May Take". Vielleicht auch, als der Schreiber dieser Zeilen mit seiner eigenen Band zusammen mit HEAVEN SHALL BURN Anfang der 2000er in der Hamburger Roten Flora gespielt hat. Keine Ahnung. Es ist auf jeden Fall mal wieder an der Zeit, die sympathischen Thüringer auf der Bühne zu sehen. Diese ist mittlerweile etwas größer geworden und im Falle der "Heimat Over Europe Tour" auch mit zwei Ebenen. Um 21.20 Uhr erklingen dann die ersten Töne des Intros 'Ad Arma' und nach knapp zwei Minuten fällt der riesige schwarze Vorhang, der die Bühne abgeschirmt hat, und HSB ballern mit 'War Is The Father Of All' los. Ein massiver Sound geht auf die Menge nieder, die sofort bei 100 Prozent ist. Circle Pit, Pogo, Crowdsurfer, alles ist am Start und allen voran eine super aufgelegte Band, die sich auch nicht davor scheut, tief in die Albenkiste zu greifen und mit 'Voice Of The Voiceless' einen Track vom 2004er-Album "Antigone" zu spielen, der mit viel Feuer unterlegt wird. Da es ja die Tour zum neuen Album ist, müssen auch Songs vom neuen Album gespielt werden und so kommt jetzt 'My Revocation Of Compliance'. 'Godiva' und 'Counterweight' folgen. Es macht Spaß der Band auf der Bühne zu folgen, gerade auch, weil sie sich nicht geben wie eine Band, die einfach ihr Ding auf der Bühne macht, sondern eher wie ein paar Jungs, die Musik machen und dann ab und zu mal auf der Bühne stehen. Völlig authentisch und natürlich. Das kommt auch bei den Ansagen rüber, die zu 'Armia' von Maik übernommen wird. In dem Song geht es um Menschen, die für ihre Freiheit kämpfen und Freiheit sei in diesen Zeiten leider nicht mehr selbstverständlich, dessen muss man sich immer wieder bewusst sein. Die Leute hier feiern die Ansage und den Song. Nach 'Confounder' wird 'Endzeit' mit dem dazugehörigen Intro 'Awoken' eingeläutet. 'Endzeit' ist wohl einer der größten und bekanntesten Songs von HEAVEN SHALL BURN und das Publikum dankt es ihnen mit völliger Ekstase. 'Übermacht' folgt direkt im Anschluss. Danach nimmt sich Sänger Marcus kurz Zeit, um ein paar persönliche Worte ans Publikum zu richten. Es geht um den Unfall, der er letztes Jahr auf der Bühne hatte und den unglaublichen Support von Fans, Bands und vielen anderen Menschen, den er danach erlebt hat. Es sei überwältigend gewesen und mit Worten kaum zu beschreiben. Als Dankeschön gibt es die EDGE OF SANITY-Coverversion 'Black Tears', die lauthals mitgesungen wird. Band und Publikum scheinen mittlerweile eine Einheit zu bilden. Die Energie, die von der Bühne aufs Publikum springt, springt direkt wieder vom Publikum auf die Bühne und entwickelt so eine mitreißende Dynamik. Absolutes Highlight für mich ist dann 'The Martyrs Blood' vom Überalbum "Whatever It May Take". Ich verbinde einfach viel mit dem Song und so ist es natürlich der Wahnsinn, ihn jetzt live zu bekommen. Nach 'March Of Retribution' und 'Thoughts And Prayers' ist dann erst mal Schluss. "Danke, wir sind HEAVEN SHALL BURN!", sagt Marcus und geht von der Bühne. Zu meiner Verwunderung verlassen dann auch schon nicht gerade wenige Menschen die Halle. Es dauert einen kurzen Moment, aber dann erklingt 'Echoes', gefolgt vom nächsten Überalbum-Hit 'The Weapons They Fear'. Auch da haben einige Leute, die die Halle schon verlassen haben, verstanden, dass es doch noch weitergeht und kommen zurück. Zwar nur kurz, denn nach 'A Whisper From Above' und dem BLIND GUARDIAN-Song 'Valhalla' und 80 Minuten Spielzeit ist dann wirklich Schluss. Ein absolut grandioser Abend mit vier großartigen Bands und einer sehr entspannten Konzertatmosphäre. Klar, HEAVEN SHALL BURN haben alles abgerissen und egal, ob sie vor 200 Leuten spielen, wie damals in Hamburg, oder vor über 3500, wie heute, sie geben einfach 100 Prozent für die Leute, die vor der Bühne stehen. Und nicht allein das macht sie zu einer absolut sympathischen Band. Weitere Fotos findet ihr in der Gallery. |
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