Livebericht Mayhem (mit Marduk und Immolation)

Ein Livebericht von Eddieson aus Herford (Kulturwerk) - 07.02.2026 (3830 mal gelesen)
Besser könnte ein Package eigentlich kaum aussehen. MAYHEM, die mit "Liturgy Of Death" ein absolut starkes Album im Gepäck haben, dazu MARDUK, die mit "Memento Mori" ebenfalls ein starkes Album veröffentlicht haben, auch wenn das schon etwas her ist, und IMMOLATION, die sowieso live eine Macht sind und mit "Descent" ein neues Album in der Pipeline haben. Grund genug also, mich mit meinem Kumpel Boddy auf den Weg Richtung Herford zu machen. Am Kulturwerk angekommen, sind wir überrascht, da im Internet die Türöffnung mit 18 Uhr ausgeschrieben war und Beginn 18.30 Uhr. Wir kommen um 18.15 Uhr an, die Türen sind zu und eine Kilometer lange Schlange hat sich mittlerweile gebildet. Sofort wird klar, dass der Beginn sich auch verzögert. Warum das alles so läuft, bleibt das Geheimnis des Veranstalters. Es ist arschkalt und nach langem Warten tut sich immer mal wieder was und irgendwann gegen 19 Uhr stehen wir in der Halle. Natürlich haben IMMOLATION als Opener noch nicht gespielt. Derweil verrät ein kurzer Blick übers Merch, dass die Shirts mit 35 Euro ganz schön teuer geraten sind. Das Kulturwerk ist sehr gut gefüllt, wahrscheinlich knapp vor Ausverkauf, und das, obwohl man für ein Ticket mit 70 Euro im Vorverkauf und 75 Euro Abendkasse ordentlich tief ins Portemonnaie greifen muss.
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19.20 Uhr stehen dann die New Yorker Deather IMMOLATION auf der Bühne und eröffnen den Abend, nach einem kurzen Intro, mit dem Titeltrack des letzten Albums "Act Of God". Es ist die dritte Show dieser Tour und natürlich sind IMMOLATION Profi genug, dass sie sofort da sind und das Publikum mitreißen können, groß warm machen müssen sie sich nicht. Es geht sofort weiter mit 'Swarm And Terror' und 'Majesty And Decay'. Wie ich eben schon geschrieben haben, veröffentlichen IMMOLATION im April ihr neues Album "Descent" und daraus spielen sie heute den neuen Track 'Adversary', der sich wunderbar in die Setlist einfügt und natürlich Appetit auf das kommende Album macht. Ohne große Pause hauen IMMOLATION einen Song nach dem anderen raus und ackern sich mit 'Dawn Of Posession', 'Higher Coward' und auch 'Nailed To Gold' quer durch die Diskografie. Letztendlich haben sie nur 40 Minuten und sind um 20 Uhr mit ihrem Set durch. Auch wenn es nur eine kurze Spielzeit war und IMMOLATION an diesem Tag leider einen nicht ganz so guten Spund erwischt haben, der heute etwas zu matschig war, haben sie geliefert und allein schon Vigna bei seinem Gitarrenspiel zuzuschauen hat sich gelohnt.
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Man ist gut vorbereitet heute Abend, denn die Umbaupause zwischen IMMOLATION und MARDUK gestaltet sich recht kurz. Und so stehen MARDUK um 20.30 Uhr auf den Brettern des Kulturwerks und eröffnen ihr Set mit 'Frontschwein' und 'Wolves'. Wie es sich für MARDUK gehört gibt es erst mal viel zu viel Nebel und jede Menge Stroboskoplicht. Klar ist das natürlich etwas anstrengend, doch im Laufe der Show verringert sich das auch ein wenig. Wenn man so lange im Geschäft ist wie MARDUK, dann schleicht sich natürlich gerade live eine gewisse Routine rein und diese lässt sich auch bei MARDUK nicht verbergen. Dennoch ist es auch schon zu Beginn der Show absolut stark, was die Schweden hier liefern. Große Kommunikation mit dem Publikum gibt es natürlich nicht, muss auch nicht, würde auch nicht passen. MARDUK lassen den Black Metal für sich sprechen. Mal rasend, wie mit dem folgenden 'Throne Of Rats', dann wieder etwas langsam und drückender, wie man bei 'Shovel Beats Sceptre' hören kann. MARDUK haben einen deutlich besseren Sound als IMMOLATION, und so knallen Songs wie 'Cloven Hoof' oder 'Sulphur Souls' noch deutlich besser. Das Publikum ist mittlerweile heiß, die Reaktionen fallen durchweg gut aus, das scheint MARDUK tatsächlich ein wenig anzuheizen und man kann in den Gesichtern der Band tatsächlich so etwas wie Spaß lesen. Auch MARDUK gehen tief in ihre Vergangenheit und knallen 'On Darkened Wings', 'Infernal Eternal' und 'The Black ...', bevor dann natürlich noch die 'Panzer Division Marduk' über das Publikum hinwegrollt und das Set dann mit 'The Blond Beast' abgeschlossen wird. Ein fantastischer Auftritt. Ich habe MARDUK schon einige Male gesehen, aber dieser 50-minütige Auftritt gehört mit zu den tightesten und besten, die sie geliefert haben.
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Dann ist Zeit für den Headliner MAYHEM. Wie eben schon gesagt, ist "Liturgy Of Death" saustark geworden und ich bin gespannt, welche Songs es in die Setlist geschafft haben. Den Auftakt um 22 Uhr macht dann 'Realm Of Endless Misery'. Was direkt auffällt, ist, dass weder Gitarrist Ghul noch Gitarrist Teloch mit Corpsepaint auf der Bühne stehen. Necrobutcher macht das ja eh schon lange nicht mehr, Hellhammer auch nicht. Lediglich Attila hat sich wieder ein schönes Kostüm ausgesucht. Diesmal steht er als eine Art Papst auf der Bühne. Licht natürlich erst mal im schönen Rot gehalten und der viele Nebel ist natürlich auch bei MAYHEM Standard. Direkt nach dem Opener geht es dann mit 'Buried By Time And Dust' zurück zum Klassiker-Album "De Mysteriis Dom Sathanas", nur um danach dann gleich wieder den Bonustrack des neuen Albums zu spielen, 'Life Is A Corpse You Drag'. 'Bad Blood' und 'Chimera' folgen, bevor es eine kurze Unterbrechung gibt. Klar, auch MAYHEM sind einstudiert und routiniert, doch schaffen sie es, dies nicht so offensichtlich zur Schau zu stellen. Nach der kurzen Unterbrechung, die mit 'The Vortex Void Of Inhumanity' überbrückt wird, geht es mit 'Ancient Skin' und 'Psywar' weiter. Attila hat sich mittlerweile wieder in ein anderes Kostüm gesteckt und als weiteres Accessoire einen Totenkopf und ein Kreuz aus Knochen.
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Atmosphäre können MAYHEM. Es ist schon stark, was die Band ausstrahlt und sie bringen eine Menge Spielfreude mit, auch wenn sich die Stageaction bei den meisten Bandmitgliedern eher im ruhigen Bereich einpendelt. Das "Grand Declaration Of War"-Duo 'To Daimonion' und 'View From Nihil' kommt extrem gut, ebenso wie 'Whore' vom 'Chimera'-Album. 'Freezing Moon' darf natürlich nicht fehlen. Hierzu kommt für den ersten Teil des Songs der ehemalige Sänger Dead vom Band, bevor Attila dann für den Rest des Songs einsteigt. Und damit biegen MAYHEM auch schon langsam auf die Zielgerade ihres Sets ein. Es kommen noch 'Cursed In Eternity', 'Weep For Nothing' und 'From The Dark Past', zu denen auf der Videoleinwand immer wieder alte Fotos der frühen MAYHEM eingespielt werden. Und damit ist dann auch schon der erste Block der Show vorbei und die Band verlässt die Bühne. Aber jeder weiß, dass hier noch einige Songs fehlen, denn die "Deathcrush" wurde noch gar nicht in der Setlist berücksichtigt.
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Doch das ändert sich im Zugabeblock. Den Anfang macht das Intro 'Silvester Anfang' bevor es dann mit 'Deathcrush' weitergeht. Hier holt Attila tatsächlich noch mal alles aus seinen Stimmbändern raus und 'Necrolust', 'Carnage' und natürlich 'Pure Fucking Armageddon' bilden dann die Schlusssongs der Show, die dann mit dem Outro 'Weird (Manheim)' ausgeläutet wird.
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Was bleibt am Ende zu sagen? Jeder, der heute ins Herforder Kulturwerk gekommen ist, sollte das bekommen haben, was er wollte. Alle drei Bands haben eine großartige Show geliefert. MAYHEM haben noch mal demonstriert, warum sie live ein Macht sind, denn sie vereinen in knapp 90 Minuten Black Metal und eine nahezu perfekte Inszenierung auf der Bühne zu einem Gesamtkunstwerk.
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Weitere Fotos findet ihr hier.
Location Details
Kulturwerk in Herford (Deutschland)
Website:www.kulturwerk-herford.de
Adresse:Bünder Str. 82-86
32051 Herford
05221/7639700

info@kulturwerk-herford.de

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