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Livebericht Unleashed (mit Yattering und In Battle)

Ein Livebericht von Krümel aus Andernach (Juz-Liveclub) - 04.12.2004 (6165 mal gelesen)
Nachdem dieses Mal der Einlass fast pünktlich um 19.10 h begann, dauerte es noch etwa ein Stündchen bis die erste Band die Bühne enterte. Somit war also noch etwas Zeit, um gemütlich was zu trinken und mit den Begleitern zu plaudern. Hier und da traf man dann auch ein bekanntes Gesicht, das in die Plauderei mit einbezogen wurde.

Kurz nach 20 Uhr begann der Konzertabend dann mit dem polnischen Quartett Yattering; bestehend aus 2 Gitarristen, einem Sänger/Bassisten und dem Schlagzeuger. Auffällig war, dass Letzerer mit dem Rücken zum Publikum saß, da das Drumkit verkehrt herum auf der Bühne stand. Ich muss gestehen ich hatte vorher weder den Namen noch je ein Lied von denen gehört. Musikalisch versuchten die Jungs progressiven Death Metal zu spielen. Der Versuch ging meines Erachtens jedoch ziemlich daneben. Zum Einen war schon gleich bei den ersten Tönen klar, dass es der Sound überhaupt nicht klar war. Der war viel zu grell. Alles wurde vom Schlagzeug (insbesondere der Snaredrum und den Becken) sowie dem Gesang beherrscht. Zeitweise konnte man den Bass erahnen, doch die beiden Gitarren gingen völlig unter. So wirkte das Ganze ziemlich unausgegoren, wobei die Band selbst ja nicht immer was für den Sound können. Zum Anderen kamen aber auch die Songs selbst sehr zerstückelt daher. Es wurden Passagen aneinander gereiht, ohne dass es für mich viel Sinn ergab. Es fehlte eine musikalische Einheit. Man musste förmlich weghören.
So erhielten Yattering auch nur einen Höflichkeitsapplaus nach den Songs bzw. am Ende ihres Sets. Der Funke sprang nie auf das noch lichte Publikum über, was wohl auch an den unverständlichen Ansagen des Sängers/Bassisten lag (war es Polnisch oder nur Genuschel??).

Nach einer kurzen Umbaupause folgten dann In Battle. Nach einem bösen Intro, das mich an diverse Black Metal-Geschwader erinnerte, betraten fünf schwedische Herren die Bühne, um das nun zahlreichere Publikum mit einem brutalen und superschnellen Death Metal gnadenlos zu verprügeln. Trotz all der Hau-Drauf-Manier waren in allen Songs sehr schöne Melodien zu erkennen. In einem CD-Review wurde die Musik der Band als Death Metal verbunden mit Black Metal-Riffs und gnadenlosen Drum-Attacken beschrieben. Und so bangten der Sänger sowie der Bassist mit Ihren Glatzköpfen durch die Gegend, während die Gitarristen ihre langen Matten schwangen. Das Ganze wurde „untermalt“ vom Schlagzeuggewitter des Drummers Nisse Fjellström, der erst seit letztem Jahr zu den Jungs stieß. Er spielte wirklich abartig schnell die Doublebass. Auf Grund des affenartigen Tempos mussten In Battle nach jedem der Songs eine kurze Trink- und Verschnaufpause einlegen.
Die Stimmung im Saal wurde zunehmend besser, auch wenn der Frontmann mit seinem Ansagen und Aufforderungen zum Mitmachen nicht bei allen ankam. So wurde auch ich von seinem Gebahren eher abgeschreckt als animiert. Die beiden Frontglatzen machten auf mich nicht gerade einen sympathischen Eindruck. Nach einer guten dreiviertel Stunde war dann das Gewitter vorbei.

Es folgte eine etwas längere Pause, in der man nach draußen gehen und frische Luft schnappen konnte. War auch notwendig, da die Luft in der Halle doch ziemlich dick war. Als dann kurz nach 22 Uhr Unleashed auftauchten, war die Halle plötzlich ziemlich voll (wo waren die bloß vorher alle?). Und die Schweden kamen, sahen und siegten! Vorallem Front-Felsklotz Johnny sorgte von Anfang an für allerfeinste Stimmung unter der werten Zuhörerschaft, die wirklich fast alle ausschließlich für Unleashed angereist waren.
Der Stil der Band hat sich auch mit der neuen Scheibe (Sworn Alligiance) nicht viel geändert: einfacher aber sehr unterhaltsamer Schweden Death. Als erstes Lied kam dann auch gleich „Winterland“ von besagtem Album. Allerdings haben die Jungs insgesamt nur 2 neue Lieder gespielt. Ansonsten brachten Sie (O-Ton einer Zuschauerin:) „Kracher, die Unleashed bekannt und
beliebt gemacht haben.“ Sogar „To Asgaard we fly“ von der '93er Scheibe „Across the open sea“ war dabei! Kein Wunder also, dass man allenthalben mitgrölende und mitbangende Altfans beobachten konnte, die wahrlich ihren Spaß hatten.
Leider spielten Unleashed einen relativ kurzen regulären Set. Auf Grund der lauthals und fast einstimmig geforderten Zugabe-Rufe kamen die Schweden jedoch noch 2x für jeweils 2-3 weitere Songs auf die Bühne. Auch nachher wollten die Unleashed-Rufe nicht sofort verstummen...

Alles in allem ein interessanter Abend, wobei jedoch Yattering und In Battle sehr im Schatten der Headliner standen. Die beiden Vorbands schafften es mit ihrer musikalischen Darbietung auch nicht, aus diesem Schatten heraus zu springen. Unleashed waren die unangefochtenen Favoriten dieses Konzertevents.

Leider gab es dieses Mal im JUZ einen kleinen „Zwischenfall“. Es gibt ab und an Idioten, die lernen es einfach nicht. Schon kurz nachdem die erste Band zu spielen anfing, fiel ein Typ auf, der alles und jeden (egal ob männlich oder weiblich) scheinbar im Spaß anrempelte. Anfangs lachten noch einige darüber, aber mit der Zeit wurde besagter Herr immer aggressiver, wenn ihn jemand auf Grund seines Verhaltens scheel anschaute. So kam es dann leider auch, dass er sich plötzlich mit einem der Zuschauer feste weg prügelte. Er wurde dann kurze Zeit später von den Verantwortlichen aus der Halle geworfen - Recht so! Solche Idioten haben auf Konzerten nichts zu suchen.
Location Details
Juz-Liveclub in Andernach (Deutschland)
Website:juz-live-club.de/
Adresse:Stadionstraße,
Andernach
Anfahrt:Einfach den Schildern zum Sportzentrum folgen. Der JUZ-Liveclub liegt hinter dem Kandi-Kletterturm gegenüber dem Trampolino. Parkplätze gibt es in der ganzen Straße in ausreichender Menge. Für Mahlzeiten empfehlen wir die Pizzeria an den Tennishallen schräg gegenüber, an gut besuchten Tagen steht auch ein Imbisswagen mit vortrefflichen Frikadellenbrötchen und Würstchen/Pommes vor der Tür.

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