Livebericht Fragments Of Unbecoming (mit Deadspawn und Epicedium)

Ein Livebericht von Lord Fubbes aus Mainz (Hdj (Haus der Jugend)) - 17.09.2004 (7942 mal gelesen)
EPICEDIUM, DEADSPAWN, FRAGMENTS OF UNBECOMING

Schade eigentlich, daß es in Mainz so wenige Orte gibt, an denen man als
Metalband auftreten kann und es dementsprechend relativ selten Konzerte
gibt. Falls dann doch mal welche stattfinden, müssen natürlich zwei am
selben Abend sein, denn im Caveau luden die Gotenmetaller DEMONIC
SYMPHONY zum Tanz, während im Haus der Jugend Deathmetal angesagt war.
Da ich die Symphoniker bereits des öfteren gesehen habe und außerdem im
HdJ keiner was gegen Rucksackbier hat, fiel die Entscheidung leicht.

Als ich für HdJ-Verhältnisse relativ spät um kurz vor zehn ankam, war
die Hütte bereits ordentlich voll und das Konzert hat fancafégeseidank
noch nicht begonnen, was mir noch ein Pläuschchen mit ungefähr zehn
Millionen Bekannten ermöglicht, die's teilweise ziemlich unvermutet auch
dorthin verschlagen hat.



Pünktlich um zehn brettern EPICEDIUM dann los, und die vier Jungs
verstehen ihr Handwerk. Superschnelles Death/Grindgehacke mit
gelegentlichen Midtempomoshparts und das ganze veredelt mit einem
Gegrunze, das an alte KATAKLYSM (Sorcery und allsowas) erinnert. Das
ganze wurde dann auch allmählich vom anfangs noch sehr zurückhaltenden
Publikum honoriert, indem erst vereinzelt, dann -spätestens bei dem
CANNIBAL CORPSE-Cover, das eigentlich keiner spielen darf - in breiter
Phalanx (naja, so breit wie's in dem Schlauch dort halt geht) gebangt
wurde.
Am Ende des Sets gab's folgerichtig auch lautstarke Rufe nach einer
Zugabe, die auch bereitwillig gewährt wurde, sehr zum Leidwesen unserer
Trommelnassbirne gab's aber weder 'Empty Tankard' noch 'Space Beer',
sondern noch ein eigenes (obwohl der Sänger schon ein bißchen so aussieht
wie Gerre in jungen Jahren). Als dann allerdings noch eine Zugabe gefordert
wurde, kamen die Frankfurter mangels Repertoire in Verlegenheit, haben
dann allerdings einfach ein Stück nochmal gespielt. Welches, vermag ich
aufgrund der tollen Ansagen leider nicht zu sagen, denn die gingen
ungefähr immer so: "Das nächste Stck heißt grunzbrabbelbraaöörrrg".

















Epicedium aus Frankfurt


Dann waren die Lokalmatadoren DEADSPAWN an der Reihe, diese boten neben
sehr tightem und flottem Death/Thrash auch eine Menge Spaß, woran Sänger
Philip ebenso wie Gitarrist Guido nicht ganz unschuldig waren. Spaß
hatte denn auch das Publikum, denn bereits beim ersten Stück 'The aim of
Mankind' (welches auch auf dem demnächst hier zu besprechenden Demo
befindlich ist) wurde gebangt und gemosht, was das Zeug hält. Für
Auflockerung sorgten lustige Anstoßrituale zwischen Band und Publikum,
saubescheuerte Ansagen ("Ihr kennt doch alle diesen Kaffee, Jacobs
Meisterklasse oder so... Ach nee, Jacobs Krönung. Denn der nächste Song
heißt 'Coronation'!") und den Anblick von Mr. Metalguido, der seine
Riffs beim Spielen immer mitsingt und dabei die abenteuerlichsten
Grimassen schneidet. Bemerkenswert auch seine "Washbär"-Gitarre.



Bei aller Luschdischkeit: musikalisch gab's rein gar nichts auszusetzen,
deswegen auch hier nach dem letzten Song Zugaberufe en masse. Aus
Zeitgründen war leider nur ein Song drin, deswegen wurde das Publikum
vor die Wahl "alt oder neu" gestellt, das sich dann mehrheitlich für neu
entschied. Was dann gespielt wurde, war aber wohl doch noch allzu neu,
denn bereits nach wenigen Takten hatte sich die Band dann aber so
verhauen, daß es dann mit "Welcome total Death" doch was altes gab.




















Deadspawn aus Mainz


Nach einer kurzen Umbaupause durften dann FRAGMENTS OF UNBECOMING auf
die Bühne, und angesichts der nicht vorhandenen Größe derselben kommt
man nicht umhin zu bemerken, daß zwei Gitarristen nicht nur Vorteile mit
sich bringen. Wahrscheinlich auch aus Platzgründen blieben die vier
Musiker und ein Schlagzeuger (hehe) relativ ruhig und unspektakulär auf
ihren Plätzen stehen, außer ein wenig Gebange war nicht viel mit Show.
Musikalisch allerdings ging dafür die Post ab, eine gelungene Mischung
aus klassischem Floridagebolze und modernem Schwedensound, grob gesagt
also irgendwas zwischen BOLT THROWER, CANNIBAL CORPSE und AT THE GATES.

Leider hatten sich die Reihen schon merklich gelichtet, aber die
verbliebenen immer noch ca. 40 Nasen (für HdJ-Verhältnisse ganz
ordentlich) feierten auch hier ganz ordentlich ab, auch wenn die
Stimmung nicht mehr das Niveau von vorher erreichte.

















Fragments of Unbecoming aus Fränkisch-Crumbach


Schlußendlich ein rundum sehr gelungener Konzertabend, bei dem auch die
Bands ihren Spaß gehabt haben dürften, soundmäßig war dank Tonmensch
Tobias Paldauf vom Mainzer Zentralstudio auch alles im grünen und meinereiner
dank Rucksack- und Thekenbier langsam im blauen Bereich. Was will man mehr!

Mehr Bilder übrigens auf der Internetseite von
Tobias Paldauf
, von dem auch die meisten hier verwendeten stammen.
Location Details
Hdj (Haus der Jugend) in Mainz (Deutschland)
Website:www.hdj-mainz.de
Adresse:Mitternachtsgasse 8
55116 Mainz

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