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Interview mit Dani von Helloween

Ein Interview von Eddieson vom 24.02.2016 (5660 mal gelesen)
HELLOWEEN sind z. Zt. mit der "God Given Right Tour" unterwegs. Kurz vor der Show in Oberhausen, zogen wir den Bayern-Fan vom Fernseher weg, um mit ihm etwas zu quatschen. Der äußerst gut gelaunte Schlagzeuger zeigte sich dabei sehr offen und mit dem Herz auf der Zunge. Warum er auf Krawall gebürstet ist, und dabei auch über so manchen Fan meckert, wie die Arbeitsteilung bei HELLOWEEN so aussieht und warum Ilja Richter Schuld daran ist, dass ich und mein Sohn heute ein Interview mit Dani führen, erfahrt ihr u. a. hier.

Hi, Dani. Haben wir dich gerade vom Bayern-Spiel weggeholt?

Dani: Ja, ist aber kein Problem.

Du bist aber kein Bayer, sondern kommst ursprünglich aus der Schweiz.

Dani: Genau, aus der Nähe von Zürich.

Als Bayern-Fan hat man es doch oftmals nicht leicht in Deutschland.

Dani: Das ist mir egal, mit Neidern komme ich klar. Ich spiel ja bei HELLOWEEN.

Hat man da viele Neider?

Dani: Ach ja, der Messias im eigenen Land, ist einfach nichts wert. Das merkt man vor allem bei Autogrammstunden, dann heißt es "Ja, äh, nee, eigentlich will ich ja gar nicht, aber unterschreibe halt da! Du bis ja auch gar kein Originalmitglied!".

Genau, du bist seit 10 Jahren dabei?

Dani: 11 mittlerweile.

Und der Sascha?

Dani: Der Sascha müsste jetzt seit 13 Jahren dabei sein.

Aber ihr geltet noch als "die Neuen".

Dani: Ach ja, der neue AC/DC-Sänger Brian Johnson ist auch immer noch "der neue Sänger". Sollen die Fans machen, wie sie wollen. Ganz ehrlich? Hab 'ne super Familie zu Hause und der Rest ist mir scheißegal. [lacht] Ich lese auch nicht so Heftchen und so. Früher habe ich das mal gemacht, aber dieser irrsinnige Output, den manche von sich geben, das macht keinen Spaß. Das ist verlorene Energie. Die, die es gut mit einem meinen, die stehen auch so mit einem im Kontakt, melden sich ab und zu. Und der Rest ist uns eigentlich egal. Ich bin zu alt für so ein Scheiß!

Das ist wohl eine gesunde Einstellung. Die Tour läuft gut bisher?

Dani: Ja, soweit schon. Wir sind ja schon eine Zeit unterwegs. Haben mit Festivals angefangen. Da war Australien die erste richtige Tour. Haben ein paar Shows mit PRIEST zusammen gemacht. Aber so, die richtige Tour, wie man es sich vorstellt, läuft seit 2-3 Wochen.

Auch wenn du seit 11 Jahren dabei bist, passieren da noch Fehler auf der Bühne?

Dani: Ja, natürlich! Um Gottes Willen. Das finde ich auch das Interessante. Das macht uns ja auch menschlich, wir sind ja keine Maschinen. Klar, vielleicht merkt das der Fan nicht, wir schmeißen ja nichts um, aber so kleine Sachen passieren.

Ich finde das ja sympathisch, auch wenn man sieht, dass der Band auch jetzt noch Fehler passieren, und wenn man dann drüber lachen kann ist es doch super.

Dani: Genau. Man soll das auch alles nicht so ernst nehmen. Also, wir nehmen es schon ernst, in dem Sinne, das ist unsere Passion, unser Baby und da geben wir alles für und das nehmen wir schon ernst. Aber was soll ich mich für einen Fehler malträtieren? Hey, passiert. Ich bin keine Maschine.

Sprecht ihr über die Shows danach?

Dani: Ja, natürlich. Es kommt schon so was, wie "Das war cool!" oder "Wie hast du dich gefühlt?", "Was kann man besser machen?". Das muss man auch gleich danach machen, weil, wie du siehst, es sind alle verstreut. Andi, z. B. werde ich gleich erst auf der Bühne treffen. Die kommen direkt aus dem Hotel. Dann hast du nach der Show kurz Zeit und dann verstreut es sich wieder. Die Hälfte geht ins Hotel, ich fahr mit dem Bus weiter, Weiki heute auch, glaub ich. Jeder so, wie er will. Der eine fliegt, der andere fährt.

Habt ihr den Eindruck, dass die Fans anspruchsvoller werden, bei stetig steigenden Ticketpreisen?

Dani: Ja, du musst ein bisschen mehr bringen, als früher. Live muss man einfach mehr bringen. Die Preise steigen natürlich auch, weil die Lebenshaltungskosten auch stetig steigen. Wir haben hier jetzt 20 Mann, die Mieten steigen, die müssen auch essen, die machen das nicht nur zum Spaß, plus die Versicherungen. Das ist alles schon massiv viel. Jeder der Beteiligten möchte davon leben, das heißt nicht, dass wir reich sind, wir versuchen, und das muss ich ehrlich sagen, das Level zu halten. Es kommt auch immer darauf an, in welchem Land man ist. Das ist immer unterschiedlich. Gerade plattentechnisch, finde ich es einen totalen Wegtritt. Ich finde es einfach schön, Bands wieder zu sehen wie AC/DC oder FOO FIGHTERS, die 8 Songs auf die Platte packen und da ist kein Skipper drauf. Wir sind immer noch in dieser Liga, da musst du 20 Songs aufnehmen, 12 kommen auf die Platte, dann brauchst du noch mal einen Song für die Special Edition, für die der Fan aber keine 15 € ausgeben will, sondern nur 14 €, aber 5 Whiskey/Cola am Abend in der Bar für 20 € trinken, am nächsten Morgen kotzt er es wieder aus, cooler Abend, aber für die Platte seiner Band 20 € zu zahlen, wo viel Herzblut drinsteckt, sind sie nicht bereit. Dann müssen 15 Songs darauf, und das finde ich doof! Ich finde Platten total scheiße, wo 15 Songs drauf sind, da habe ich schon gar kein Bock mehr drauf. Ich find es schön, wenn man eine Platte in einem Rutsch durchhören kann, 8 Songs und nach 40 Minuten ist das Album durch. "Reign In Blood" von SLAYER, geil! Nach 28 Minuten ist es passiert. Da haste die Platte durch. Ich finde das schön. Alles andere ist echt massiv anstrengend für mich, dann brichst du ab nach einer Stunde, es sollen aber noch 5 Songs kommen. Dann hört man am nächsten Tag weiter, dann haste aber den Bezug dazu verloren. Das ist doch scheiße!!! Dann soll ein T-Shirt noch dazu, dann soll es nach Hause kommen und am besten Previews und Videos und so, wo ich dann sagen muss, hey, erinnert euch doch mal an früher. Das war geil, da hast du dich gefreut auf eine Fachzeitschrift, die jeden Monat herausgekommen ist, die leider auch nicht mehr die Qualität aufweisen. Muss man so sagen. Gerade die, die nebenbei studiert haben und aus ihren Fanatismus was Geiles geschaffen haben. Ich mein, die wirklichen Rockstars sind die Schreiberlinge. Teilweise sind sie dann aber auch echt beleidigend. Da geht es dann schon weiter. Ich könnte hier schon zum massiven Rundumschlag ausholen.

Den Fans wird es aber auch echt nicht leicht gemacht. Dann kommen Platten in zig verschiedenen Versionen.

Dani: [fällt mir ins Wort] Aber ja, das ist doch der Scheiß!! Die Plattenfirmen müssen sich was einfallen lassen, damit sie was verkaufen. Das ist doch totale Scheiße. Eine Platte in Schwarz, vielleicht noch als Pic-LP und fertig. 8 Songs da und 8 Songs da, und hey, du hast 8 Killer-Songs. Ich brauche das Studio nur noch für 8 Songs und nicht mehr für 20, das ist mehr als das Doppelte, also hast du auch doppelte Kosten. Aber es soll noch alles gleich kosten? Nee, es soll noch weniger kosten. Wo liegt denn da die Logik? Ich finde das so kacke, dass die Fans da auch die Augen nicht mehr aufmachen. Aber das ist eine Reflektion. Geht ins Industriegebiet, in jeder Stadt, überall die goldenen M [er meint McDonalds; Anm. d. Verf.] und Fast-Food. Fressen scheißegal, soll billig sein, aber das Internet, da geben sie Geld aus. Aber für das Essen ist es scheißegal. Da geht es schon weiter und so lange wir auf dem Kurs sind, brauchen wir über die Frage gar nicht diskutieren.

Okay, dann gehen wir mal schnell weiter.

Dani: Das schreibst du aber so. Ich bin auf Krawall gebürstet, jederzeit. [lacht laut]

Ich werde es wortwörtlich so schreiben. Ist ja auch ein interessantes und wichtiges Thema. Aber das würde jetzt zu weit führen. Kommen wir kurz zu eurer Setlist. Ihr habt mit 'Before The War' und 'Forever And One' 2 Songs, die relativ neu wieder in der Setlist sind.

Dani: Ja, endlich!

Wie kam es dazu?

Dani: Da wir mit Festivals angefangen haben, spielst du ja nie ein Headliner-Set, in dem Sinne, wie jetzt hier 2 Std., oder so. 100 Minuten ist eigentlich das Maximum, was du als Headliner auf einem Festival spielen darfst. Dann musst du Songs rauskicken. Jetzt hast du eine Geschichte, wie HELLOWEEN, die 30 Jahre alt ist, da nehmen schon 3/4 der Setlist die Klassiker ein, die du unmöglich skippen kannst. Wenn du ohne 'Eagle Fly Free' oder 'Dr. Stein' auf die Bühne gehst, prügeln die dich. Hab ich auch gar kein Bock drauf. Ich lieb die Songs zu spielen. Dann willst du dein neues Baby präsentieren und schon ist die Zeit rum. Und jetzt haben wir halt rumüberlegt, in den letzten 11 Jahren haben wir den Song gespielt, wie wäre es mal wieder mit dem da? Dann eine Ballade. Ich werde auch nicht jünger, ist für mich auch mal cool. Dann sagen die anderen, dass sie ein Drum-Solo haben wollen zum Verschnaufen, und wer denkt an mich? [lacht]. Dann kommt dann halt die Ballade. Die haben wir ja schon mal gespielt, vor 5 Jahren, aber in einer Akustik-Version und jetzt machen wir sie im Original und es fühlt sich saugut an. Schön bluesig der Song, echt cool. Und 'Before The War' ist ein Doublebass-Kracher. Ich liebe einfach das Strampeln. Das ist mein Ding.

Du hast ja auch 4 Bass-Drum da stehen.

Dani: Ich bin in einer Zeit aufgewachsen mit VAN HALEN, KISS und wie sie alle heißen. Show! Wieso auch nicht? Ist ein Hingucker. VAN HALEN, hat immer noch 4 Bass-Drums. Ich finde das geil. Das ist ne Rock-Show, da gehört das so. KISS, müsst ihr mal googlen. 6 oder 8 Bass-Drums. VAN HALEN auch. Das war fett. Das ist doch einfach ein Hingucker, ist doch auch schön so ein Instrument anzugucken. Natürlich kann ich keine 4 Bass-Drums spielen. Wie soll denn das gehen?

Wonach wählt ihr die Setlist aus und dauert die Zusammenstellung lange?

Dani: Ach nö, eigentlich haben wir so eine kleine Blaupause und da wechselst du eigentlich mit den Jahren ein paar Songs aus. Wenn du jetzt verfolgst in Pratteln haben ein bisschen ein anderes Ding gehabt. Da haben wir etwas verschoben. Einen neuen haben wir rausgeschmissen, weil es einfach zu lang war und hat auch nicht von der Stimmung gepasst. Die jetzige Setlist fühlt sich super an. Macht auch massiv Spaß und kommen auch gut durch. Wir werden ja auch nicht jünger. Bringt ja nichts, wenn du hier den Held spielst und Andi schreit nachher nur noch rum, weil er fertig ist und ich eier irgendwo in der Landschaft rum. Wir zwei sind die Hochleistungssportler. Andi und ich bestimmen eigentlich so, mehr oder weniger. "Wie packst es du so?". "Ja, für mich ist alles super!". Und das Management greift da sehr arg ein. Die sind da richtig mit Passion involviert und dann basteln wir was zusammen. Bis jetzt klappt es immer recht gut. Und du kannst es eh nie allen recht machen. Das gibt es immer Leute, die später im Internet rumschreien. Hey, spiel so, wie sie wollen und sie finden da auch wieder was. Das ist genau der Punkt, aber ach komm, ich find es mittlerweile echt ... aber lassen wir das.

Wobei das doch auch bestimmt wieder Länder unterschiedlich ist. Die Deutschen nölen gerne rum. Südamerika, z. B. sind doch super dankbar für alles.

Dani: Überall eigentlich. Nur in Deutschland nicht. Aber auch da muss man schon differenzieren. Wir haben hier echt super Fans!! Aber wir reden jetzt von denen, die die Geschichte nach außen madig machen. Da bin ich aber auch so einer. Wenn mir was nicht passt, dann mach ich die Fresse auf und wenn ich was cool finde, dann nicht. Komplimente gibt es in unserer Kultur recht selten. Musst du zugeben. Also muss man schon differenzieren. Wir haben echt treue Fans und die verwöhnen wir auch und die lassen wir auch an uns ran. Wie oft bekomme ich Mails über meine Homepage, ob ich nicht ein paar Sticks verschicken könnte? Was verschicke ich monatlich an Sticks? Die packe ich noch selber ein, morgens auf dem Weg ins Fitnessstudio gebe ich das ab, zahl das aus dem eigenen Sack, so dass im Monat allein schon 50 € Portogebühren aufkommen. Aber hey, warum auch nicht? So lange es im Rahmen ist. Eine Fanbase haben wir und da kümmern wir uns drum. Wenn die Nöler sich nicht melden sind sie selbst Schuld, sonst würden die auch welche bekommen.

Bei 30 Jahren muss man ja schon Fans haben.

Dani: Jaa! Mittlerweile ist ja echt witzig. Ich weiß nicht, wie es heute Abend ist, aber du siehst echt Typen in unserem Alter, die mit HELLOWEEN aufgewachsen sind, die haben ihren Sohnemann dabei. Opa, Sohn und Enkel haben wir auch schon gehabt. Das ist abgefahren!! Das finde ich richtig toll.

Sieht man immer öfter. Ob man nun zu MAIDEN geht oder AC/DC.

Dani: Ja, das ist doch gigantisch. Wir sind doch auch in dieser Altersgruppe von MAIDEN oder AC/DC. Vielleicht noch 5 Jahre oder 10 Jahre jünger aber das ist ja egal.

HELLOWEEN besteht in diesem Line-up jetzt

Dani: [fällt mir mit Stolz in der Stimme ins Wort] 11 Jahre!

Wahnsinn! Da kann manch andere Band von träumen.

Dani: Das ist das längste Line-up. Ich kenne ja die ganzen Geschichten mittlerweile und die Jungs genießen es. Das Wichtigste, was die Band in den letzten Jahren gelernt hat ist das Wort "Respekt". Als ich dazukam, waren wir alle noch in Tatendrang und so, da gab es schon Reibereien. Aber mittlerweile weiß jeder seinen Platz, jeder hat Respekt. Du kannst jeden foppen. Wir foppen uns auch auf der Bühne und man weiß genau, wie es gemeint ist. Ich muss sagen, menschlich ist es hier echt wunderbar. Auch die Crew, das ist alles ein Haufen. Wir sind auch alle mehr oder weniger schon 11 Jahre zusammen. Vom Trucker bis zum Merchandiser alles ein Ding. Mein langjähriger Drumtech war 15 Jahre dabei, ist jetzt leider nicht mehr dabei. Wir kennen uns alle schon so lang. Hört sich vielleicht blöde an, aber ist wie eine Familie. Das Wichtigste ist echt Respekt. Bei uns gibt es auch keine Trennung von Crew und Band, ist alles eins. Dieses Prinzessinnenscheiß und Rockstargetue gibt es bei uns echt nicht. Noch nicht mal von unseren Opas, unseren Gründungsmamas. Alles cool! Das ist die Quintessenz, warum es bei HELLOWEEN die letzten Jahre steil bergauf geht. Auch der Produzent. Das ist eine Familie. Die Frauen kennen sich. Wir fliegen jetzt nach Miami zum Monster Of Rock, da kommen alle Frauen mit, die kennen sich. Ich war über Silvester bei unserem Monitor-Mischer. Das sind 30 Jahre, wo man sagt, das muss erst mal einer nachmachen. Quintessenz ist Respekt, kannste auch in die Politik einfügen, dann wären einige Probleme weg.

Gibt es eine Arbeitsteilung bei HELLOWEEN? Vom Songwriting mal abgesehen, aber bei allem was so drumherum ist.

Dani: Nein, eigentlich. Live muss ich sagen, kriegen wir ja den Popo gepudert, da haben wir ja unser Management und alles, klar, ich kümmere mich um gewisse Sachen, wie die Setlist, weil es mich ja betrifft. Das interessiert die anderen schon, aber sie können ja nicht für mich entscheiden. Ich schick die Setlisten immer an unseren Tourmanager oder ich schicke vor der Probe noch mal eine Rundmail an alle um welche Songs es hauptsächlich bei der Probe geht. Sascha ist unser Musical-Director, er bricht ab, wenn etwas nicht passt. Die anderen meinen dann hier und so, da muss was anders. Andi kommt eigentlich nur noch rein und bringt so seine Ideen mit. Das ist unsere Arbeitsteilung. Bei Interviews sind es halt die Anfragen. Irgendjemand will nur Andi, manche wollen nur die Älteren oder ganz jemand anderes will nur den Trommler. Das ist ganz verschieden. Für mich als Drummer bin ich auch nicht böse drum, wenn ich mal nichts habe. Es macht mir auch Spaß, aber es gibt kein Ego-Scheiß, wenn mal einer kein Interview hat oder so.

Marcus erzählte mal in einem früheren Interview, dass es für dich anfangs in der Band nicht leicht war. Du musstest schon viel üben und dein Spiel etwas umstellen als du bei HELLOWEEN eingestiegen bist.

Dani: Ja, du kommst in so eine Band und auf einmal ist es schon ein ganz andere Liga. Da musste ich schon ein Schippe drauflegen und du musst dich erst mal mit der Geschichte befassen und Ingo hatte so ein ganz spezielles Drumming, was sehr wichtig ist für die Band. Diesen Flow musste ich mir schon etwas aneignen, was aber nicht so schwer war, weil es nicht so weit weg von meinem Stil war. Du musst erst mal auf das Level kommen, denn man ist mal eben eine Woche unterwegs oder spielt 30 Minuten als Vorband, sondern du spielst jeden Abend 2 Stunden, musst fit sein. Du musst die Energien erst mal erarbeiten. Du arbeitest mit Topleuten, wie Charlie, unserem Produzenten, der auch heute hier ist. Da weht schon ein anderer Wind, auch von der technischen Seite. Das war schon eine ganz schöne Umstellung. Klar, ich musste hart arbeiten, auch heute noch muss ich hart arbeiten. Ich werde auch nicht jünger. Aber es macht mir auch immer noch Spaß. Das ist meine Passion. Ich gehe gerne zu Hause 2-3 Std. in den Proberaum und entwickel mich weiter. Das ist mein Hobby und mein Spaß. Auch schon als Jugendlicher immer 3-4 Std. gespielt jeden Tag, dann auf den Bolzplatz und gerauft, gehört alles dazu.

Du hast mal mit BLAZE BAYLEY zusammen gewohnt.

Dani: [freut sich und imitiert BlAZE kurz] Ich habe bei BLAZE aufgehört, weil ich hier dazukam. Ich hab noch die letzten Shows mit ihm gespielt, während der Produktion der "Keeper 3", da bin ich hin- und hergeflogen. War schon aufregend mit ihm.

Wann war das? 2003?

Dani: Ja, 2003/2004.

Da war er schon etwas raus bei MAIDEN.

Dani: Ja, ja! Für mich war es eine coole Geschichte, weil die Jungs von DORO haben da ja mitgespielt eigentlich. Die Band bestand ja, bis auf den Trommler, aus DORO-Jungs und ich war mit meiner Band früher bei DORO im Vorprogramm und da haben die mich einfach angerufen. Für mich eine super Geschichte mit den Jungs schon Musik zu machen, das war schon aufregend. Und da kam ich dann hier dazu, das war dann schon wieder eine ganz andere Liga.

Ich habe das Buch mitgebracht, was ihr gerade veröffentlicht habt.

Dani: Gigantisch, ne?!

Ja, Wahnsinn! Wie lange habt ihr daran gearbeitet?

Dani: Gar nicht mal sooo lange. Lass es ein Dreivierteljahr gewesen sein. Man muss ja sagen, die Initialzündung kam von 2 Fans aus Spanien? Oder Italien? Spanien? Scheiße, ich glaube Italien. Die haben das angefangen und haben die Vorlagen schon mal gebracht und das Management war begeistert und dachte auch, das wäre cool. Das Management hat sich dann da reingeklinkt, und wir arbeiten eigentlich nur mit. Das Management und die 2 Jungs haben die Hauptarbeit gemacht. Da gab es natürlich viele Vertragsgeschichten, denn heutzutage darfste ja kein Foto veröffentlichen, ohne das der Fotograf Geld haben will. Was da an Kohle geflossen ist an irgendwelche Rechtsanwälte nur wegen eines beschissenen kleinen Fotos. Aber das Endresultat ist gigantisch. Dann gibt es ja die Hardcover-Version und Michi Kiske und Kai waren ja alle dabei, dann haben wir das noch alle unterschrieben, war voll lustig. Auch die 2 haben ihre Hörner abgelegt. Wenn die sich foppen, das ist schon cool.

Könnt ihr euch vorstellen noch mal irgendwann alle zusammen was zu machen?

Dani: Ach, ich glaub nicht. Brauchen sie beide nicht. Michi und Kai, Kai hat ja sein GAMMARAY. Das wäre ja auch schon wieder abgedroschen, wir waren ja zusammen unterwegs. Michi hat mit Kai schon was gemacht. Kai und Michi haben ihr UNISONIC, wo sie ihre Sachen von uns, sag ich jetzt mal, spielen. Wenn der Michi mal irgendwo auf die Bühne springt, ja, warum denn nicht? Aber brauchen wir das wirklich?

Nein, muss nicht. Habt ihr Reaktionen auf das Buch bekommen?

Dani: Es hält sich in Grenzen. Ich muss sagen, ich kümmere mich da nicht so richtig drum. [in dem Moment kommt der Tourmanager rein und Dani fragt ihn nach den Reaktionen]

Tourmanager: Auf das Buch? Sehr gut! Ging auch sehr schnell weg.

Dani: Ich wusste wohl, dass vor allem das Hardcorecover gut läuft. Aber es ist auch schweineteuer.

Okay, ich bin durch mit meinen Fragen und übergebe an meinen Sohn und Kollegen, der dir auch 1-2 Fragen stellen möchte.

Dani: Ja geil! Das ist ja cool!

Was ist dein HELLOWEEN-Lieblingsalbum?

Dani: Das ist eine ganz gemeine Frage. Natürlich finde ich die "Keeper"-Geschichten ganz geil. Auch die Platte, die von den Fans zwiespältig aufgenommen wurde, die "The Dark Ride" find ich ganz geil und dann natürlich jede Platter auf der ich war. [lacht] Es ist echt schwer zu sagen, dass ich eine Platte richtig gut finde. Momentan, alles Neue, wo ich drauf bin, kann ich mir nicht anhören, weil ich so lange und so hart daran gearbeitet habe und so Herzblut da reingesteckt habe, und irgendwann kannste es nicht mehr hören. Dann brauche ich immer erst einen Abstand dazu. Live sie zu spielen ist was anderes, als ein Album abends reinzulegen und zu sagen, dass das eine coole Zeit war. Ich bin mittlerweile angekommen in der Zeit, von den Bands in denen ich vor HELLOWEEN gespielt habe. Ich steck da so viel Arbeit und Passion rein, dass ich froh bin, wenn eine Platte mal vorbei ist. Deshalb ist es immer eine zwiespältige Geschichte. Die "Dark Ride" habe ich viel gehört, bevor ich in die Band kam und ich bin mit der "Keeper" aufgewachsen. Das sind schon Meilensteine. Die höre ich gerne, weil ich da natürlich ganz andere Erinnerungen dran habe.

Und was ist dein Lieblingssong?

Dani: Ganz einfach: "Eagle Fly Free", weil das ist mein Drumming. Doublebass einmal durch und fertig. Das ist mein Ding. 4-5 Minuten durchhalten so präzise, wie möglich und gib ihm alles. Den liebe ich. Du kannst mich nachts um 2 Uhr aufwecken, ein paar Bierchen und den trommel ich dir ein.

Wann hast du mit dem Schlagzeugspielen angefangen?

Dani: Meine Eltern waren auch Musiker und ich glaube schon im Bauch meiner Mutter. Es gibt Bilder, wo ich auf dem Töpfchen sitze und hab vor mir ein kleines Xylophon und hab schon gespielt. Meine Mutter hat auch so Zeugs gespielt. Ich war immer dabei. Schlagzeug habe ich schon früh gespielt, hab dann umgesattelt auf Trompete. Aber Schlagzeug ist mehr meins. Ich habe damals zu meinem Schlagzeuglehrer gesagt, ich will Profi werden, er sagte dann, dass ich üben muss und seitdem übe ich jeden Tag Minimum 3 Stunden. Nicht weil ich es muss, sondern weil ich es will. Ich habe nie Schlagzeug gespielt aus finanziellen Gründen. Ich habe nie einen Job gemacht, weil es Geld gibt. Ich wollte immer bloß Heavy Metal machen. Ich habe KROKUS damals bei "Disco Disco" gesehen mit Ilja Richter. Meine Schwestern haben das immer geguckt und da habe ich KROKUS gesehen. Und so wollte ich dann auch sein. Dann habe ich mal mit KROKUS Musik gemacht, da hat sich das Chapter geschlossen und Ilja Richter habe ich mal im Fahrstuhl getroffen und hab zu ihm gesagt, dass er Schuld ist daran ist, dass ich jetzt hier bin. Hat er nicht so recht verstanden, ich habe es ihm versucht zu erklären, aber er dachte, ich sei ein betrunkener Idiot, ich war aber nüchtern. Ich habe ihn getroffen und erklärt und so hat sich der Kreis geschlossen. Aber ich wusste schon immer, dass ich hier mal spiele. Ohne Scheiß, das was du dir vorstellen kannst, das wird dann auch irgendwann mal passieren.

Ein schönes Schlusswort. Vielen Dank für das nette Interview.

Dani: Ich danke, hat mir sehr viel Spaß gemacht!

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