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Interview mit Peggy von Bliksem

Ein Interview von RJ vom 24.09.2015 (6142 mal gelesen)
Kurz vor ihrem Auftritt ergibt sich noch die Möglichkeit, ein paar Worte mit den Belgiern zu wechseln. Sozusagen zwischen Tür und Angel im Treppenhaus und lautstark vom Soundcheck untermalt stellen sich Drummer Rob und Frontfrau Peggy den Fragen zum neuen Album und zu weiteren Themen.

Kurz vor dem Konzertbeginn haben wir noch ein Interviewtermin eingeschoben, um das aktuelle und wirklich starke Album "Gruesome Masterpiece" der Belgier zu würdigen. Mit dem aktuellen Album hat sich das Quintett wesentlich variabler aufgestellt und die fantastische Stimme von Peggy kommt wesentlich besser zur Geltung. Heute erlebe ich, obwohl ich schon häufig das Turock in Essen besucht habe, eine Premiere, denn ich darf erstmals in den Backstage-Bereich. Natürlich bin ich zu spät und platze gerade in die Abendbespeisung der Bands, doch die Zeit kann ich mit dem Tourmanager Bibi überbrücken und nachdem die Herrschaften in Ruhe gegessen haben, suchen wir ein halbwegs leises Plätzchen, da der Soundcheck nebenan noch im vollen Gange ist. Weit kommen wir nicht, denn im Treppenhaus ist auf dem Absatz zur nächsten Etage schnell die Interviewstätte gefunden. Also Handy parat gelegt, die Fragen hervorgekramt und schon geht es los.

Hallo Peggy, hallo Rob, schön, dass ihr kurz vor eurem Auftritt noch Zeit für ein Interview findet. Für mich ist es das erste Mal, dass ich im Backstage-Bereich im Turock bin...

Peggy: Wir sind bereits das zweite oder dritte Mal hier.

Rob: Stimmt, wir waren bereits zwei Mal hier und wenn wir das Open Air mitrechnen, dann sogar drei Mal. Da waren wir aber nicht im Backstage-Bereich.

Ok, Essen ist euch also wohlbekannt. Dann schwenken wir gleich mal rüber zum neuen Album. Vor genau einer Woche wurde es veröffentlicht, da könnt ihr bestimmt schon was zu den Resonanzen erzählen. Wie kam es bei der Presse und bei den Fans an?

Rob: Positiv! Absolut positiv. Wir hatten viele positive Reviews und eine echt negative Kritik.

Peggy: Die war so negativ, dass sie schon wieder lustig war.

Rob: Es ist halt immer so, viele finden das Album gut, aber einige wiederum halt auch nicht, was natürlich auch in Ordnung ist, denn wir können nicht für jeden das perfekte Album machen.

Ich bin von dem Album auch recht angetan und freue mich daher auch, euch heute hier live zu sehen. Ich finde euer Album recht interessant, weil es nicht nur dieser typische Thrash Metal ist, sondern schon ein stückweit anders klingt.

Peggy: Für mich ist das Album auch ein interessantes Erlebnis, weil ich tatsächlich singen darf. Vorher reduzierte sich ja alles mehr oder weniger aufs Screaming. Das ist schon schön so.

Rob: Mir geht es ähnlich, ich darf endlich mal Drummer sein und variabler spielen, als es in der Vergangenheit der Fall war. Es gibt auch einige groovige Momente, da macht es gleich noch mehr Spaß.

Inwieweit unterscheidet es sich vom vorhergehenden Material? Was habt ihr verändert?

Peggy: Variabler, definitiv! Während wir vorher wesentlich stärker in der Thrash Metal-Ecke standen, hatten wir diesmal eine andere Erwartungshaltung an uns selbst.

Rob: Das neue Album hat mehr Melodie, mehr Groove, es gibt verschiedene Stile, die wir eingebaut haben und die Produktion ist um einiges besser ausgefallen.

Peggy: Die Songs beinhalten auch viele Ideen, die wir hatten. Es geht um soziale Themen, aber auch das Thema Serienkiller hat mich beschäftigt und Eingang in die Lyrics gefunden. Dazu muss man wissen, dass ich eigentlich gar kein Blut sehen kann.

Rob: Stimmt, wenn Peggy Blut sieht, fällt sie in Ohnmacht!

Wie weit kommt ihr bei dieser Tour herum?

Rob: Oh, die Tour ist schon recht groß, insgesamt erstreckt sie sich über drei Wochen. Wir sind über UK nach Deutschland gekommen, dann geht es noch in die Schweiz, nach Slowenien und Tschechien. Ach ja, und für einen Termin auch noch nach Italien.

Die ausverkauften Final-Shows von VANDERBUYST dürfen wir natürlich nicht vergessen. Wenn ihr mal an eure letzten Gigs zurückdenkt, was waren so die herausragenden Erlebnisse?

Rob: Was mir in Erinnerung geblieben ist, war ein Auftritt irgendwo in Frankfurt. Wir spielten in einer kleinen Location, aber das Publikum war richtig verrückt drauf und hat sogar Supporter frenetisch abgefeiert. Beeindruckende Erlebnisse sind natürlich auch die großen Festivals, bei mir ist es zum Beispiel das Graspop, immerhin eins der größten Festivals in unserer Heimat.

Peggy: Ich mag das Speedfest Festival in den Niederlanden. Wir waren mal auf Tour in Spanien und sind danach beim Speedfest aufgetreten, es war einfach unglaublich.

Verfolgt ihr spezielle Ziele mit dem Album, zum Beispiel hohe Verkaufszahlen, größerer Bekanntheitsgrad?

Rob: So richtige Ziele haben wir uns eigentlich nicht gesetzt. Natürlich würden wir uns freuen, wenn wir richtig viele CDs verkaufen würden, aber in erster Linie geht es darum, mehr Live-Auftritte vor größerem Publikum zu bekommen. Wir haben also nicht die hochgesteckten Ziele, sondern wollen das tun, was wir tatsächlich machen möchten und woran wir Spaß haben. Wir sind natürlich musikalisch ambitioniert, möchten weitere Alben veröffentlichen und weiterhin gute Musik machen.

Ihr habt bis jetzt zwei Alben und eine EP herausgebracht. Wie habt ihr eure Setlist für heute Abend zusammengestellt?

Rob: Wir haben 40 Minuten Spielzeit und wir haben, lass mich mal überlegen … sechs, sieben, acht, neun Songs, die wir spielen werden. Der Fokus liegt natürlich auf dem neuen Album, das wir promoten wollen, aber es sind auch zwei, drei ältere Songs dabei.

Habt ihr einen Überblick darüber, in welchem Land euer Album am besten läuft...

Peggy: ...Deutschland! Eindeutig in Deutschland! Das belegen die Vorbestellungen bei Amazon, die in den letzten 4 Wochen vor der Veröffentlichung reingekommen sind.

Würdet ihr Deutschland also als ein gutes Pflaster für Metal bezeichnen?

Peggy: Absolut! Die Krauts sind verrückt, was den Metal angeht.

Rob: Deutschland ist ein Metal-Land. Es gibt gewisse Parallelen zu Belgien und in diesen beiden Ländern spielen wir hauptsächlich, so dass ich meine, diesen Zusammenhang herstellen zu können. Wobei wir auch sagen können, dass wir in Belgien mit den Verkaufszahlen zufrieden sein können.

Was macht ihr eigentlich neben eurer Musik? Habt ihr normale Jobs?

Peggy: Im Moment habe ich keinen Job.

Rob: Sie ist Mama mit zwei Kids, deswegen hat sie momentan keinen Job. Ich unterrichte in Sachen Musik und auch die Kollegen machen verschiedene Sachen, die zum Teil auch mit Musik, Medien und dem sozialen Bereich zu tun haben.

Und was hat euch musikalisch so beeinflusst?

Peggy: Bei mir sind es verschiedene Musikstile, die ich mag und die mich beeinflusst haben. Das fängt an mit dem 70ies Rock ...

Rob: Wir mögen eigentlich alle 70ies Rock, Stoner, natürlich METALLICA und MEGADETH und TESTAMENT und die Bands, die für den Thrash Metal stehen. Dazu kommt noch Doom Metal und Peggy mag zum Beispiel auch JANIS JOPLIN, was man auch an ihrem Gesang heraushören kann. Oder auch Tina Turner, die richtigen Frauenstimmen halt. Wir mögen die Klassiker, wozu sicherlich auch PINK FLOYD gehören oder ALICE IN CHAINS. Wenn ich mir das Album anhöre, dann kann ich einiges heraushören. Hier ein bisschen CANDLEMASS, da ein bisschen BLACK SABBATH und insgesamt von allem, was wir so mögen, etwas.

Peggy: Richtig, wir wollen nicht in einem Genre oder Sub-Genre gefangen sein.

Jetzt mal abseits vom heutigen Konzertabend im Turock: Ihr wisst, dass heute ein besonderer Tag ist?

Peggy: Ähhhhh...

Rob: Öhhhh...

… in zweierlei Hinsicht?

Rob: Ich bin mir nicht sicher?!

In Ordnung, ich löse das Rätsel auf. Zum einen spielt Deutschland heute gegen Polen...

Peggy: Uhhh, Soccer!

Richtig! Und zum zweiten ist heute das neue Album von IRON MAIDEN erschienen.

Peggy: Ah ja, ich hörte heute morgen irgendwann um halb sechs oder halb sieben die Single und ich war, ganz ehrlich, enttäuscht. Ich weiß nicht, ob es an der frühen Uhrzeit lag, aber so recht erwärmen konnte ich mich daran nicht.

Rob: Ich hab das gar nicht so recht mitbekommen.

Die Single ist meiner Ansicht nach sicherlich nicht der richtige Gradmesser, da gibt es bessere und auch wesentlich bessere Songs.

Rob: Ich bin nach "Brave New World" in Sachen MAIDEN ausgestiegen.

Ausstieg ist jetzt das richtige Stichwort. Habt ihr für unsere Leser noch ein paar warme Abschlussworte, die ihr unbedingt loswerden wollt?

Peggy: "Stay in school, don't do drugs!"

Rob: (lacht) Gutes Schlusswort. Nette Plauderrunde, vielen Dank!

Peggy: Vielen Dank!

Bis später!

Rob: Genieße die Show!

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