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Interview mit Hardy von Ingrimm

Ein Interview von Wulfgar vom 23.03.2014 (3686 mal gelesen)
Die Mittalalter-Rocker INGRIMM kamen unlängst mit ihrem neuen Album "Henkt Ihn" um die Ecke. Das ist natürlich Grund genug, Mitbegründer Hardy mal ein wenig auf den Zahn zu fühlen. Aber lest selbst!

Der Release liegt jetzt schon ein paar Tage zurück. Wie sind denn die Reaktionen auf "Henkt Ihn" bis jetzt?

Hardy: Ich muss zugeben, wir waren selber total gespannt, wie die Rückmeldungen sein werden. Wir hatten ja doch ein paar Sachen umgestellt. Jetzt nach Veröffentlichung haben wir eigentlich durchwegs positive Feedbacks erhalten. Zum Teil schon so überschwänglich, dass ich verlegen werden muss (lacht).

Es ist das erste Album ohne Bandgründer Fenris. Wie kam es eigentlich dazu?

Hardy: Zum Thema Bandgründer sei vielleicht kurz angemerkt, dass zu Anfang von INGRIMM drei Mann vollkommen gleichberechtig die Band ins Leben gerufen haben. Das waren damals Fenris, Alex und Ich, die beschlossen, dass sie mit einer Mischung aus Metal- und Mittelalterklängen experimentieren wollen. Wie es dann später genau zur Trennung von Fenris kam, hat meines Erachtens nichts in der Öffentlichkeit verlorenen. Sowas ist ähnlich wie in einer Beziehung. Ich hoffe du verstehst das.

Na klar. Aber wie hat sich das ausgewirkt? Auf die Band allgemein und das neue Album insbesondere.

Hardy: Wenn ich ehrlich sein darf, hat uns das unmittelbar sehr gut getan. Innerhalb der Band ist jetzt wieder richtig Zug drin. Wir haben einen Mordsspaß beim gemeinsamen Musizieren und fühlen uns richtig kreativ. Durch den Facettenreichtum von Renés Stimme und der Geige als weiteres Melodieninstrument, das unsere Bine bedient, haben sich plötzlich noch ganz neue musikalische Möglichkeiten aufgetan. Hinsichtlich Songwriting merkt man das natürlich auch auf der Platte. Auch bilde ich mir ein, dass man unsere Spielfreude und Spaß, den wir im Studio hatten, durchhören kann. Ich denke aber, dass "Henkt Ihn!" durchaus an die ersten Scheiben anbindet. Es ist alles drauf, was INGRIMM ausmacht. Harte Riffs, viel Doublebasspassagen, eingängige Melodien, historische Intrumente und Texte, die sowohl in vergangene Zeiten als auch heute passen können (und sich nicht ganz ernst nehmen).

Beschreib bitte kurz den Entstehungsprozess von "Henkt Ihn".

Hardy: Beim Songwriting haben wir eigentlich eine recht gut eingespielte Arbeitsteilung. Während Alex als Hauptkompositeur immer den Überblick über die Strukturen der Songs und das interne Gefüge im Blick hat (er hat Ohren wie ein Luchs), bringen die Melodieinstrumente Ideen hinsichtlich Hooklines und Melodiepart ein. Die Texte stammen sämtlich von unserem Sänger René, der sich zu Beginn des Schreibens in ein kleines beschauliches Holzhaus in Finnland zurückgezogen hatte und von dort mit stoßweise Papier zurück kam (lacht).

Trotz mehrerer guter Alben im Rücken ist INGRIMM bisher noch eher der Geheimtipp. Wo seht ihr euch selbst?

Hardy: Ich finde es selber immer besonders schwierig, die eigene Popularität und Reichweite realistisch einzuschätzen. So habe ich aber schon den Eindruck, dass der Name in der Szene der Mittelalterrocker/Mittelaltermetaler einigermaßen bekannt ist. Potenzial nach oben gibt es aber immer. Ich sehe aber auch, dass unsere Musik schon zu den metallischsten Klängen dieses Mittelalter-Rock-Genres zählt, welches ja stark auf "heile Welt" macht ... und mit dem Bild reiben wir natürlich schon.

Mir kam es so vor, als hätten die Begleitinstrumente (also Dudelsack und Geige) auf dem "Henkt Ihn" etwas mehr gestalterischen Freiraum erhalten. Wie seht ihr das?

Hardy: Darüber hatte ich mir bislang noch gar keinen Gedanken gemacht. Spielerisch frei fühle ich mich eigentlich bei all unseren Songs. Sowohl Bine als auch ich hängen ja von vornerein gestalterisch mit beim Schreiben drin. Insgesamt würde ich aber sagen, dass "Henkt Ihn!" melodiöser geworden ist als die Vorgängeralben. Die Ursache darin sehe ich aber eher in den nunmehr klarer gesungenen Parts auf der Scheibe. Das hebt dann die Melodieführungen von Geige, Leier oder Dudelsack einfach stärker raus, hätte ich gesagt.

Wie sieht der ideale Gig für euch aus?

Hardy: Kurze Frage, kurze Antwort: Spaß haben! Naja, vielleicht doch etwas dazu. Wichtig für uns ist es, dass wir auf der Bühne menschlich und musikalisch bei der Show gut harmonieren. Zuträglich, aber nicht entscheidend ist natürlich, dass man sich wechselseitig gut hört, sich körperlich fit fühlt oder halt die Rahmenbedingungen der ganzen Veranstaltungen passt. Unter diesen Voraussetzungen springt dann der Funke auch leicht ins Publikum über. Und so haben wir optimaler Weise, sowohl die tolle Stimmung auf und ganz wichtig vor der Bühne. Unseren Fans von dem tollen Support, von dem wir schon all die Jahre so zehren etwas zurückzugeben, ist uns ein großes Anliegen. Wenn wir um Anschluss an die Show am Merch mit dem ein oder anderen Fan noch ein wenig fachsimpeln oder noch ein Bierchen trinken, findet der Abend einen würdigen Abschluss. Hui, mir fällt gerade auf. Ganz oft läuft es ja genau so (lacht).

Eben hatten wir es schon mal von eurem Nischenstatus. Wie finanziert ihr euch eigentlich bzw. wie lässt sich ein regulärer Job mit der Musik vereinen?

Hardy: Nachdem wir kein DAX-Unternehmen sind, muss ich ja nicht öffentlich bilanzieren. Aber die Band trägt sich auf jeden Fall. Dass noch viel größere Bands als wir nebenher noch hauptamtlich arbeiten müssen, ist denke ich kein Geheimnis. Wir haben uns auf jeden Fall alle gut mit Job und Band arrangiert. Die Musik ist für uns alle ein weiteres Standbein.

Was hält die Festivalsaison für euch bereit?

Hardy: Spannend für uns ist dieses Jahr, dass wir viel durch die Veranstaltungs-Genres hüpfen. Besonders freuen wir uns mal wieder aufs WGT. Das ist schon eine ganz besondere Kulisse. Beim MPS in Dortmund geht's mehr auf die Mittelalterleute und beim Ragnarök Festival wird's außenrum richtig schwermetallisch. Alle Termine finden sich auf unserer Website. Weitere folgen sicher noch.

Die letzten Worte des Interviews gehören traditionell den Künstlern.

Hardy: Manchmal wird man vom Bären verspeist und manchmal verspeist man den Bären. Ganz egal, es geht immer weiter. Wir danken Euch allen für die Treue und freuen uns, wenn wir euch mit unserer Musik das Leben vielleicht nicht leichter, aber zumindest gelegentlich erträglicher machen können. Bleibt wie und wer ihr seid. Rock On, eure INGRIMMigen!

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