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Interview mit Andrew R. Millar von Patrons Of The Rotting Gate

Ein Interview von grid vom 21.01.2014 (2258 mal gelesen)
PATRONS OF THE ROTTING GATE zündeten zum Jahresende 2013 mit "The Rose Coil" einen wirklichen Knaller, der einen prima Anlass bietet, Andrew R. Millar zu fragen, womit er seine Stimme stärkt, was seine Einflüsse sind und welche Pläne er demnächst verwirklichen will.

"The Rose Coil" bietet eine gute Gelegenheit, dich den Lesern des Bleeding4Metals bekanntzumachen. Sei bitte so freundlich und stelle PATRONS OF THE ROTTING GATE unseren Lesern vor und erzähle ein wenig über deinen musikalischen Hintergrund. Wann hast du angefangen Musik zu machen?

Andrew R. Millar: Hey! Danke für das Interview. Ich spiele seit ungefähr sechseinhalb (eher fast sieben Jahren) Schlagzeug und spielte fast drei Jahre in der Technical Death Metal Band KIRIATH. Vor ungefähr vier Jahren fing ich mit der Gitarre an und hatte immer die Absicht ein Solo Black/Death Metal-Projekt zu machen. Ich schätze, dass meine früheste Musik irgendein schreckliches elektronisches Zeug oder Spaßlieder waren, die ich mit Freunden mit GarageBand machte, als ich viel jünger war.

Was bedeutet der Bandname?

Andrew R. Millar: Das ist ein Text von einer meiner Lieblingsbands, ORGONE, von einem Song auf "The Joyless Parson", das noch nicht offiziell veröffentlicht worden ist. Ich bin da ein wenig Fanboy und coverte 'Caress Of Vines' für mein Projekt. Ursprünglich war das nur der Arbeitstitel für das Projekt, aber mit der Zeit, fand ich es schwerer und schwerer mich davon zu trennen. Ich denke, er passt zur Ästhetik der Band und ich habe nichts dagegen, dass der Name ein Tribut an einen meiner größten Einflüsse ist.

Was möchtest du mit deiner Musik erreichen?

Andrew R. Millar: Es mag vielleicht ein Klischee sein, aber in jedem Projekt, in dem ich eingebunden bin, geht es darum die Musik zu schreiben, die man hören möchte. Da dies hauptsächlich ein Soloprojekt ist, ist der sogenannte "Leitspruch", Musik zu schreiben, die ich, innerhalb der ziemlich offenen Grenzen des Progressive Black/Death Metals, hören möchte. Das kann sich vielleicht in der Zukunft ändern, aber ich fühle mich dadurch nicht eingeschränkt und die Ideen sind mir auch noch nicht ausgegangen, haha.

Du hast die Band 2013 gegründet und ein tolles Album im selben Jahr veröffentlicht. Wurden alle Lieder 2013 geschrieben?

Andrew R. Millar: Es gab 2011 Rohaufnahmen vom ersten Riff in 'Chest Of Light' und ein extrem schreckliches Demo von einigen Teilen von 'Clandestine Fractures' und 'A Perfect Suicide' (diese Songs haben sich so sehr verändert, dass das kaum als Demo für dieses Projekt zu bezeichnen ist), dabei habe ich, bis ich die Rohaufnahme von 'Pride In Descent' für das Album gemacht habe, wirklich nicht daran gedacht, etwas davon zu verwenden. Ich glaube, die ersten Demos waren in offener A-Stimmung, und die 7-Saiter für "The Rose Coil" war auf EEADGBE gestimmt. Die älteren Songs wurden dann auch in die Tonart B transponiert.

Bitte gib uns einen kleinen Einblick in die Texte des Albums. Von was handeln die Lieder?

Andrew R. Millar: Sie drehen sich größtenteils um Existenzialismus und Ethik/Moral. 'Chest Of Light' geht ein wenig auf Besessenheit ein und 'Clandestine Fractures' handelt hauptsächlich von Religion. Ein Black Metal-Album ohne Religionsschmähung geht einfach nicht, haha

Wie wichtig sind die Texte für dich?

Andrew R. Millar: Ich denke, es hängt wirklich davon, wie sehr der Gesang, bei der Band, die du hörst, im Mittelpunkt steht. Wenn der Sänger wirklich die Führung übernimmt, interessiere ich mich etwas mehr für die Texte, da sie im Allgemeinen den Song ein wenig weitertragen. Was Black/Death Metal betrifft, sind sie einfach das i-Tüpfelchen. Ich neige dazu die Texte von Bands, die ich mag, unter die Lupe zu nehmen; wenn sie mir beschissen vorkommen, höre ich auf zu lesen und höre nur die Musik. Die Lyrics von ORGONE, MESHUGGAH, DEATHSPELL OMEGA, ALTAR OF PLAGUES und MEANS END mag ich wirklich. Ungeachtet der ziemlich knappen Zeit, habe ich ziemlich viel Aufwand mit dem Schreiben der Texte für "The Rose Coil" getrieben, um sie interessant zu machen. Für die Fertigstellung der Lyrics des zweiten Albums werde ich mir etwas mehr Zeit nehmen.

Du hast alle Instrumente auf "The Rose Coil" selbst gespielt. Was war der schwierigste Teil in Bezug auf die Aufnahme?

Andrew R. Millar: Für mich war es, die Gitarren in einer solchen Qualität aufzunehmen, dass ich damit glücklich bin. Es war das erste Mal, dass ich wirklich Gitarre für ein Projekt gespielt habe, in der Vergangenheit habe ich Adam aufgenommen, der das leicht aussehen lässt. Ich kann wirklich jeden Fehler beim Abspielen hören, dennoch denke ich, dass diese Erfahrung mein Spiel sehr verbessert hat.

Ich bin sehr beeindruckt von deinen tiefen Growls. Hast du deine Stimme mit ein paar Gläschen irischen Whisky unterstützt?

Andrew R. Millar: Danke, haha, kein Whisky, aber während der Gesangsaufnahme habe ich Bier getrunken und ich trank eine Flasche Sherry beim Aufnehmen von 'Carnassial'. Jedoch habe ich keinen Alkohol konsumiert, als ich den Klargesang gemacht habe; das ist an einem guten Tag für mich herausfordernd genug. Was die Growls betrifft, frage ich mich manchmal, wie meine Stimme durch sie geprägt worden ist, seit ich angefangen habe. Bevor ich in die Pubertät und in den Stimmbruch kam, habe ich die rauen Vocals probiert und versucht Bands wie DISORGE, TORSOFUCK und CUMBEAST nachzuahmen, haha. Ich fühle mich mit dem wirklich tiefen Death Metal-Zeug eindeutig viel wohler als mit allem anderen; ich habe ganz bewusst den Gesang für dieses Album krächzender und höher ausgeführt. Oder mehr "Black Metal", als ich es gewohnt bin.

Das Piano-Instrumental 'His Crimson Painting', das 'A Perfect Suicide' folgt, ist etwas, was die Leute eher nicht erwarten. Gefällt es dir, deine Hörer zu überraschen?

Andrew R. Millar: Auf jeden Fall. Nicht nur die Hörer, auch mich. Es wäre langweilig einen Song zu schreiben und das nur völlig mechanisch durchzugehen. Ich stelle mir gern vor, dass die Lieder einige unerwartete Wendungen nehmen, aber nicht um der Wendungen selbst willen: Wenn etwas überraschend ist, aber schrecklich klingt oder nicht passt, dann ziehe ich die Grenze.

Auf deiner Homepage gibst du eine Menge verschiedener Bands als Einflüsse an. Was inspiriert dich darüber hinaus?

Andrew R. Millar: Ich versuche Musik aus einem so großen Bereich, wie ich nur kann, zu hören, so dass ich manchmal von einem Nicht-Metal-Künstler inspiriert werde, Musik zu schreiben. Ein Song auf dem neuen Album wurde angeregt von einer Band, die LOST IN THE TREES heißt, die nicht gerade vergleichbar mit diesem Projekt hier ist ("A Church That Fits Our Needs" ist ein großartiges Album). Mir fallen eine Menge Riff-/Songideen ein, wenn ich herumziehe. Was die Texte betrifft, werde ich beim Lesen inspiriert und manchmal durch Filme.

Was ist die größte Herausforderung, wenn es darum geht, extreme Musik zu schaffen?

Andrew R. Millar: Ich denke, der schwierigste Teil ist es für mich, die Dinge interessant und dynamisch zu halten. Diese Art Musik zu machen, bot für mich die Verlockung, die ganze Zeit "extrem" zu sein, aber ich glaube, die Musik wird weniger interessant, wenn das das einzige Ding auf deiner Palette ist. Ich glaube, das habe ich verwirklicht, während ich "The Rose Coil", schrieb, 'Tri Tvare' bis 'Carnassia' lassen in ihrer Intensität überhaupt nicht nach, im Vergleich zu einem Song wie 'Chest Of Light'.

Auf "The Rose Coil" war es nur Adam Irwin, der zusätzlich Gitarrenparts beisteuerte. Möchtest Du, dass PATRONS OF THE ROTTING GATE ein Ein-Mann-Projekt bleibt oder hast du Pläne, die Band zu erweitern?

Andrew R. Millar: Ich denke, was das Schreiben und Aufnehmen angeht, werde ich hauptsächlich alleine bleiben. Was das zweite Album betrifft, denke ich daran, einige Leute um Gastgesang in einigen Songs zu bitten und in einem Song, der bereits geschrieben ist, ist ein Platz für Adam reserviert, der ein Gitarrensolo schreiben soll.

Hast Du Pläne hinsichtlich Auftritten?

Andrew R. Millar: Ich würde schrecklich gern eine Live-Band zusammenstellen und ich plane das auch auf jeden Fall. Aber Priorität hat in den nächsten sechs Monaten, die Fertigstellung von zwei Alben, die schon eine Weile in Arbeit sind, für zwei verschiedene Projekte, beide mit Adam. Eins davon ist ein Death Metal/Comedy-Projekt, für das der Gesang schon aufgenommen ist. Erwartet eine wirklich übertriebene Gesangsdarbietung mit Kehllauten und blöden Texten, haha.

Du kommst aus Belfast. Kannst du uns etwas über die Extrem Metal-Szene dort erzählen? Verfolgst du, was dort los ist?

Andrew R. Millar: Seit ich KIRIATH verlassen habe, verfolge ich das nicht mehr so sehr und seit ich nach London gezogen bin, leider tatsächlich gar nicht mehr. Die Szene ist sehr eng verbunden; meine Erfahrungen waren nur positiv. Black Metal scheint unten im Süden etwas reger zu sein.

Was war die beeindruckendste Band, die du kürzlich gehört hast?

Andrew R. Millar: In den letzten Monaten habe ich nicht viel neues Zeug gehört, ich werde immer noch begeistert von DEATHSPELL und ORGONE. Ich hörte kürzlich die letzten Alben von GRIS und ÆVANGELIST, welche sich auf der Endjahresliste von Matt Matheson (POTMOS HETOIMOS antesten) finden und die beide brillant sind; die habe ich oft gehört. Auch MALTHUSIAN aus der Republik Irland sind wirklich verrückt und deren Drummer ist der ex-Drummer von ALTAR OF PLAGUES, von denen ich ein riesiger Fan bin ("Teethed Glory And Injury" war mein Top-Album 2013, um's nur mal zu sagen).

Welche Musik hörst du außerhalb des Metal-Genres? Wenn überhaupt?

Andrew R. Millar: Obwohl es verlockend ist pausenlos Metal zu hören, weil es das ist, woran ich gewöhnt bin, höre ich eine ganz breite Musikauswahl. Seit ich nach London gezogen bin, hat sich das in zwei sehr verschiedene Lager geteilt; entweder Black Metal (und ein wenig Death Metal) oder mehr kühle elektronische Musik. Einiges, was mir gefällt ist BT ("This Binary Universe" hauptsächlich), BURIAL, KASHIWA DAISUKE, RAFFERTY und ULVER. Nun, beide ULVER, die Black Metal-ULVER und die nicht-Black Metal-ULVER. Auch ein bisschen LOST IN THE TREES (wie vorhin schon erwähnt), TORI AMOS' "Night Of The Hunter"-Album und MIRACLE WORKER. In den letzten Tagen habe ich SLEEPYTIME GORILLA MUSEUM bis zum Exzess gehört. Ich wünschte wirklich, deren Sänger würde sich einer bizarren Black Metal Band anschließen.

Arbeitest du schon an Liedern für dein nächstes Album? Was können wir erwarten?

Andrew R. Millar: Schon bevor "The Rose Coil" geschrieben wurde, hatte ich eine Menge Material für das zweite Album. Weil ich die Gitarrenparts nicht sehr gut spielen konnte, wurde das aber auf das zweite Album verschoben; ich kämpfe immer noch mit einigen Riffs. In den letzten Wochen habe ich eine Menge davon verfeinert und es gibt noch ein weiteres Lied, das ich für das Album schreiben möchte. Danach geht's an die Texte, von denen ich das vage Konzept und vielleicht zwei grob fertig habe; dann das Artwork, für das ich einige Ideen habe. Das Album hat einen Titel und Songtitel, aber einige der Songtitel sind noch nicht in Stein gemeißelt. Musikalisch unterscheidet es sich bis jetzt sehr von "The Rose Coil", etwas technischer an der Gitarre (der Einfluss von ORGONE und SPAWN OF POSSESSION ist etwas deutlicher) und es gibt ein wenig mehr Orchester- und Chor-Anteile in den Songs. Es zeichnet sich ab, dass es über eine Stunde lang sein wird; im Augenblick kann ich mir nicht vorstellen irgendeinen Song/Part herauszunehmen.

Damit bin ich mit meinen Fragen am Ende. Ich danke dir für deine Zeit und wünsche dir viel Glück mit "The Rose Coil". Was gibt es noch, was die Leute über "The Rose Coil" wissen sollten? Die letzten Worte gehören dir.

Andrew R. Millar: Wenn ihr es bis hierher geschafft habt, danke ich fürs Lesen. Wenn nicht, verstehe ich es. Covers von HIEROPHANTs 'Son Of The Black Mirror' und von DEATHSPELL OMEGAs 'Abscission' sollten bald/schon auf bandcamp sein. Likt oder ignoriert die Facebook-Seite, "The Rose Coil" gibt's auf bandcamp, für den Preis, den ihr dafür zahlen wollt, so kauft es oder nicht etc., etc. Danke Bleeding4Metal für das Interview.

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